Flöten als Sängerin - Atmung




Wie atme ich richtig? Was mache ich falsch? Wie verbessere ich mich?

Moderator: Muri

Flöten als Sängerin - Atmung

Beitragvon Nowa » 24.01.2013, 13:25

Hallo,

Ich spiele seit 8 Wochen Qfl und übe sehr viel und gern.
Stütze und Atmung kenne ich vom Singen und dennoch fühlt flöten sich anders an.
Auch beim Singen war Atmung lange mein Problem, da ich wenig Lungenvolumen zu haben scheine. (Bin auch sehr dünn und eher schmächtig)
Im Unterricht und häufig klappts auch wirklich gut.... aber manchmal gibts da Übeinheiten, da muss ich jeden Takt atmen.

Wie kann ich die Phrasen verlängern?
Da es im Unterricht klappt erklärt meine Lehrerin sicherlich einige gute Sachen, aber immer wieder schaffe ich die Phrasen nicht.

Gibts es Übungen für Sänger, die auch flöten möchten?

LG Nowa
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Re: Flöten als Sängerin - Atmung

Beitragvon Ela » 24.01.2013, 16:10

Hi!
Da ich die gleiche Kombi habe - Flöte und Gesang - hier mal mein Senf zum Thema :-)
Zum einen: Das Lungenvolumen hat nix mit der Körperstatur zu tun. Ich bin auch sehr schlank, vor der Schwangerschaft war ich dürr. Volumen habe ich trotzdem. Und letztlich ist nicht mal das entscheidend, sondern allein das gefühl für die Atemräume und die Stütze. ich kenne Dein leid, ich habe auch lange gebraucht, um die Atemstütze beim Singen wirklich zu begreifen. geschafft hat das nach zig Jahren Unterricht erst mein damaliger Prof in Strasbourg. Der gab uns zum Üben so ein Speilzeug, was aussieht wie eine Pfeife, an deren Ende man durch Hineinpusten ein kleines Bällchen schweben lässt. Die Aufgabe war es, das Bällchen gleichmäßig schweben zu lassen. Durch das Rumprobieren lernt man sowohl seine Atmungs als auch seine Atemgewohnheiten gut kennen. Wenn man den Dreh raus hat, wie das Bällchen konstant schwebt, dann hat man im/am Körper erfahren, was Stütze ist. das hat mir viel mehr geholfen als alle Erklärungen aller Lehrer zuvor.
Ich vermute, dass Dein "Volumenproblem" im Augenblick ein psychisches Problem ist. Die Flöte ist neu, ie Techmik ist neu. Du bist Sängerin und spielst schon ein Instrument, willst nun sicher auch alles sofort richtig machen. Und dann ist der Kopf mit tausend Sachen beschäftigt und die Atmung kippt hinten runter. Im Übrigen war eins meiner Anfängerprobleme, dass ich nicht zu wenig, sondern zu viel Luft hatte. Die konnte ich nicht stützen, musste daher ständig aus- und nachatmen. Also vielleicht mal daran denken, den Bauch nicht mit Luft zu voll zu pumpen, sondern eher danach zu verfahren, wie es im "wissenden Sänger" steht: ich atme nicht mehr als ich an einer Blume dufte ;-) Gutes Gelingen!

Sorry für die Tippfehler, hier wuselt eine Zweijährige um mich herum. Also zeit den Rechner auszuschalten.
Ela
 
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Re: Flöten als Sängerin - Atmung

Beitragvon Christina » 25.01.2013, 08:25

Hallo Nowa!

Ich glaube, ob Sänger oder nicht spielt da keine so große Rolle. Das Singen an sich ist zwar eine gute Sache und gerade was die Atmung betrifft, wirst du auch vieles übertragen können, aber hier stehst du eben gerade vor einem ganz typischen Anfängerproblem. Hast du im Unterricht schonmal Atemübungen gezeigt bekommen, die dir ein Gefühl für die Stütze vermitteln sollen? Wenn nicht, frag bitte mal deinen Lehrer danach und schau doch auch einmal hier rein:

23776610nx818/faqs-zum-querfloetespielen-f30/grundlage-atmung-t505.html

Ansonsten empfehle ich dir, zum Einspielen zunächst einmal lang ausgehaltene Töne über deinen ganzen bisherigen Tonumfang zu üben. Nimm dir für jeden einzelnen Ton so lange Zeit, wie ein Atemzug reicht. Wenn der Ton anfängt zu "wackeln" und du ihn nicht mehr sauber halten kannst, dann abbrechen. Meinen jüngeren Schülern rate ich immer, sich dabei mit dem Sekundenzeiger zu kontrollieren. So kann man beobachten, wie mit jedem Tag der Ton etwas länger gehalten werden kann. Wenn du mit Einzeltönen einen gewissen Fortschritt bemerkst, kannst du im zweiten Schritt zu langsam im Legato gespielten Tonfolgen (z.B. Tonleiterausschnitte o.ä.) übergehen. Ebenfalls immer nur so viel, wie du auf einem Atemzug schaffen kannst, ohne dass dir gegen Ende der Ton wegbricht.

Bei den Übungsstücken, an denen du gerade arbeitest, solltest du dir bewußt Atemzeichen setzen und auch versuchen, dich beim Spielen daran zu halten. 4-taktige Phrasen werden zunächst noch viel zu lang sein, aber versuch trotzdem, dich auch von musikalischen Überlegungen leiten zu lassen und nicht nur von der Luftnot. Auch da kann sicher dein Lehrer helfen, einen für dich machbaren Kompromiss zu finden.

Wichtig finde ich auch, dass im Augenblick noch ausreichend Zeit für die Einatmung vorhanden ist, selbst wenn dadurch der rhythmische Zusammenhang der Stücke manchmal etwas gestört wird. Du musst bewußt und richtig (so wie in den Atemübungen) einatmen dürfen und nicht nur kurz nach Luft schnappen. Das gezielte, blitzschnelle Volltanken der Luftreserven kannst du später immer noch üben.

Die Querflöte ist nun einmal ein Instrument, das einen sehr hohen Luftbedarf hat. Das hängt mit der Anblastechnik (es geht ja viel Luft einfach vorbei) und dem fehlenden Blaswiederstand zusammen. Deine Probleme sind nach 8 Wochen also noch völlig normal und mit Geduld und den richtigen Übungen wird das mit der Zeit.

@Ela: Du hattest echt zu viel Luft bei der Querflöte? Kurios, das höre ich so zum ersten Mal. Kenne ich so nur von Instrumenten mit deutlich höherem Blaswiederstand - ich zum Beispiel kämpfe bei der Oboe je nach Musikstück bis heute mit dem Problem, wenn ich mal wieder ohne es zu merken meine "Flötenatmung" übertrage ... :wink:
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Re: Flöten als Sängerin - Atmung

Beitragvon Nowa » 25.01.2013, 11:52

Vielen Dank für Eure Antworten.
Ich merke, dass das mit zu viel Luft hinkommt.
Ich mache den strategischen Fehler, den ich auch bei Sängern sooft sehe: So voll pumpen in der Hoffnung, dass der Ton länger wird.
Was beim Singen ganz natürlich geht bei mir, ist beim Flöten neu. Singen ist eben nicht gleich flöten.

Und ja... meine Ungeduld.
Meine Töne kamen aus unerfindlichem Grund von Anfang an gut. Auch die Tieferen. Daher erwarte ich, dass doch alles so zu klappen hat.

Atemzeichen hab ich. Den Reflex zu unterdrücken einfach nach Lust und Laune zu atmen ist noch schwer.
Ich werde meine Lehrerin nochmal gezielt ansprechen.
Gestern Abend im Bett kam mir auch der Gedanke, meinen Stand nochmal am Spiegel zu prüfen. Ich glaub ich steh zu sehr im Holkreuz.

LG, Nowa
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Re: Flöten als Sängerin - Atmung

Beitragvon Ela » 25.01.2013, 12:08

Ich hatte tatsächlich zu viel Luft. Nicht für die Flöte, sondern für mein Stützvermögen. Ich hatte den Bauch voll Luft und wusste nicht, wohin damit. Wenn man nicht weiß, was Stützen bedeutet und dann irgendwie versucht, die Luft "zurückzuhalten" um sie dann kontrolliert strömen zu lassen, dann bekommt man Atemnot. Die erste Reaktion war immer: Hilfe, ich habe keine Luft mehr. Also schnell nachatmen - um damit das Problem zu verschlimmern. Erst als meine Lehrerin darauf gekommen ist, mich vor jedem Einatmen zum aktiven Ausatmen aufzufordern, wurde es besser. Beim Singen hatte ich später dasselbe Problem und endgültig gelöst hat es sich auch erst durchs Singen.
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Re: Flöten als Sängerin - Atmung

Beitragvon Nowa » 27.01.2013, 13:02

Hallo.

Ich hab mit meiner Lehrerin gesprochen und nochmal gute Tips bekommen.
Die Korrektur meines Standes war viel wert. Und noch etwas kam dabei heraus: Es liegt mit an meiner Flöte!

Ich spiele derzeit eine 20 Jahre alte Dixon Flöte. Geliehen bis ich mir eine eigene leisten kann.
Auf der Flöte meiner Lehrerin hatte ich keinerlei Probleme 4 Takte sauber durchzuspielen. Es war herrlich!!

Ich denke im April hab ich die erwünschten 1000 Euro zusammen. Ich denke, dafür bekomme ich etwas Anständiges.

LG, Nowa
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Re: Flöten als Sängerin - Atmung

Beitragvon Ela » 27.01.2013, 15:14

Ja, bekommst Du! Ich habe mir für dasselbe Budget eben eine angeschafft ;-)
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Re: Flöten als Sängerin - Atmung

Beitragvon Nowa » 27.01.2013, 18:39

Was für eine?

Ich hab eine Kollegin, die Querflöte unterrichtet und die im Mom eine gebrauchte sehr gute zu verkaufen hat.
Ich vertraue ihrem Urteil völlig, bekomme sie die Woche für eine Weile geliehen zum "Probespielen".

Ich freu mich drauf!!

LG, Nowa
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Re: Flöten als Sängerin - Atmung

Beitragvon Ela » 27.01.2013, 20:03

Ich hab mir eine Schreiber Silberkopf gekauft (WS 3320).
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