Zwerchfellatmung - immer?




Wie atme ich richtig? Was mache ich falsch? Wie verbessere ich mich?

Moderator: Muri

Zwerchfellatmung - immer?

Beitragvon Goldflöte » 24.01.2017, 13:25

Hallo,

ich habe eine Anfängerfrage und hoffe, daß hier noch aktive User reinschauen.

Beim Spielen sollte man Zwerchfellatmung einsetzen. Ändern Flötisten die Art der Atmung, wenn sie nicht spielen? Oder atmen sie immer auf die gleiche Weise, wie beim Spielen?

Vielen Dank im Voraus.

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Re: Zwerchfellatmung - immer?

Beitragvon La musicienne » 24.01.2017, 20:25

Hallo Goldflöte,
natürlich könnte man jetzt wieder ein große Grundsatzdiskussion über Atmung starten :wink:
Die "Arbeitsatmung" während dem Flötespielen ist nicht die Atmung, die ich im Alltag habe, wenn ich mehr oder weniger im Ruhezustand bin. Schließlich braucht man beim Flöten mehr Kraft/Unterstützung und man atmet mehr ein und länger aus als normal. Und sonst achtet man ja auch nicht bewusst auf die ganzen Räume im Körper, die man nutzen kann für die Flötenatmung.
Wäre ja auch komisch, wenn Flötisten (oder andere Bläser/Sänger) ihre Atmung ändern würden aufgrund des Instruments.
Oder auf was wolltest du hinaus mit der Frage?
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Re: Zwerchfellatmung - immer?

Beitragvon Aspi » 24.01.2017, 20:32

Ich bin jetzt kein Experte und kann das nicht wissenschaftlich erklären, aber ich atme ganz normal, wenn ich nicht spiele, also so wie vor Beginn des Flötespielens.
Es wäre wohl sehr anstrengend, immer wie beim Flöten zu atmen. Da ist es ja notwendig, die Lungen schnell zu füllen und die Luft langsam kontrolliert wieder entweichen zu lassen. Selbst beim Flöten atme ich unterschiedlich. Die Luft muss ja für unterschiedlich lange Passagen reichen. Manchmal hat man Zeit, richtig tief Luft zu holen, manchmal atme ich schnell zwischendurch ein wenig Luft ein.
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Re: Zwerchfellatmung - immer?

Beitragvon Goldflöte » 24.01.2017, 22:05

Super! Vielen Dank!

Ihr habt meine Frage beantwortet.

Allerdings habe ich mal gelesen, daß Zwerchfellatmung (grundsätzlich) aus vielen Gründen, gesünder sei. Das ist auch der Grund, warum man dem Asthmatiker Blasinstrument-Spielen empfieht. Habe selbst bemerkt, daß, seit ich Flöte spiele, weniger Probleme mit dem Atmen/Lunge habe. Ich kann besser/leichter einatmen. Es wäre interessant zu wissen, ob es dazu Erfahrungswerte gibt (?)

LG
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Re: Zwerchfellatmung - immer?

Beitragvon Pfiffi » 25.01.2017, 01:13

Hallo Goldflöte,

nun, die "tiefe Bauchatmung" kann einem ja auch helfen, etwas ruhiger, entspannter und konzentrierter zu werden - das erklärt vielleicht, warum das auch Asthmatikern empfohlen wird, aber dazu fehlen mir die genauen medizinischen Kenntnisse. Ich mache das gerne schon mal vor einem Auftritt: Augen schließen und ganz bewusst in den Bauch atmen. Mir zumindest hilft's.

Aber diese Atmung mache ich nicht dauerhaft, sondern gezielt in den Momenten, wo ich glaube, sie sinnvoll einsetzen zu können.
Viele Grüße aus DU
:)
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Re: Zwerchfellatmung - immer?

Beitragvon Goldflöte » 25.01.2017, 14:34

Vielen Dank für die Antworten.

Die Brustatmung ist, medizinisch gesehen, die schlechtere Atmungsart.

Aus diesem Grund werde ich versuchen, meine Atmung grundsätzlich umzustellen. Es ist eine Übungssache. Wie alles andere auch. Am Anfang anstrengend, aber nur am Anfang. Wenn ich Flötespielen lernen kann, kann ich auch die richtige Atemtechnik anzuwenden lernen. Nicht nur beim Spielen.

Hier gut erklärt

http://www.mensch-und-zahn.de/42507/66801.html

LG
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Re: Zwerchfellatmung - immer?

Beitragvon edelweis » 25.01.2017, 18:19

Hallo Goldflöte,

Ich kann nur bestätigen, dass man die Atmung wieder "umlernen" kann. Es dauert nur sein Zeit und braucht das bewusste Üben und die Konzentration darauf.

Ich habe jahrelang wegen gesundheitlicher Problem, quasi als "Schonhaltung" nur noch mit Brustatmung geatmet, damit sich der Bauch beim einatmen nicht bewegt. Ich habe es sogar geschafft konträr zu atmen, sprich beim einatmen den Bauch sogar nach innen zu ziehen. Irgendwann habe ich dann mit Yoga (Kundalini) angefangen. Durch die verschiedenen Atemtechniken, die man dabei lernt und die Konzentration auf Dich selbst, konnte ich meine Atmung wieder auf "normal" umstellen.

Zum Glück habe ich erst danach mit der Querflöte angefangen. Dadurch war das Atmen beim Spielen für mich nie so das große Problem. Das hätte für mich sonst auch noch schwieriger werden können. Dafür habe ich genügend andere Baustellen :cry:

Ich wünsche Dir noch viel Erfolg
LG
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Re: Zwerchfellatmung - immer?

Beitragvon Goldflöte » 25.01.2017, 19:03

Hallo Edelweis,

Vielen Dank!

Ich übe ganz fleßig und merke, daß meiner Lunge und Bronchien das Spielen total gut tut. Abgesehen von den Minierfolgen, die sich bei dem Spiel einstellen. Es ist eine tolle Belohnung, wenn ein Ton sich so anhört, wie ich mir ihn vorstelle.

Bin fest entschlossen, die Atmung komplett umzustellen, egal, wie lange es dauert.

LG
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Re: Zwerchfellatmung - immer?

Beitragvon elfin » 28.01.2017, 12:28

Hallo Goldflöte,

ich wünsche dir viel Erfolg beim Umstellen deiner normalen Atmung auf die Bauchatmung. Ich hatte auch mal eine Phase, wo ich nur die Brustatmung gemacht habe, damit ging es mir gar nicht gut. Ich habe dann mit bewussten Atemübungen (10 Minuten pro Tag) die Bauchatmung erst wieder gelernt und geübt. Nach einer gewissen Zeit fängst du an in den Bauch zu atmen, auch wenn du nicht mehr dran denkst. Das geht nur mit Übung.
Dennoch finde ich auch, dass die normale Bauchatmung sich von der Atmung während dem Flötespielen stark unterscheidet.
Beim Flötespielen mache ich es einfach noch gezielter und brauche auch mehr Kraft im Zwerchfell für die Stütze.

LG
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Re: Zwerchfellatmung - immer?

Beitragvon Goldflöte » 28.01.2017, 23:47

Hallo Elfin,

Vielen Dank für Deine Wünsche. Ich hoffe, daß es nicht zu lange mit der Umstellung dauert.

Ja, das Zwerchfell ist ein Muskel, der lange Jahre wenig benutzt wurde, daher dauert es bei mir noch, bevor er macht, was ich will. Ales Übungsfrage. An Motivation fehlt es mir nicht und die Übungen von M. Moyce und Taffanel sind mir eine große Hilfe. Habe auch vor, bei " First Flute -On-line von Sir J. Galway mitzumachen. Finde, daß es eine tolle Idee ist - gerade für einen Anfänger - von einem Virtuosen zu lernen.

LG
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Re: Zwerchfellatmung - immer?

Beitragvon James Blond » 01.02.2017, 09:59

Ich denke nicht, dass die Brustatmung die "schlechtere" Atmung ist, sie dient nur nicht der Stütze.

Die normale, meist unbewusste Ruheatmung ist bei Männern die Bauchatmung, bei Frauen ist es eher die Brustatmung. Meist werden aber beide Techniken kombiniert.
http://vmrz0100.vm.ruhr-uni-bochum.de/spomedial/content/e866/e2442/e9012/e9017/e9295/e9327/index_ger.html

Da die Stütze auf der Spannung des Zwerchfells beruht, haben Männer vermutlich ein etwas leichteres Training. Allerdings ist das kontrollierte Zurückhalten der Luft beim Ausatmen zunächst immer ein ungewohnter Akt, der bei der autonomen Atmung nicht auftritt. Bei der Stütze steht weniger die Kraft des Zwerchfells im Vordergrund, sondern die Fähgkeit zu seiner langsamen, kontinuierlichen Entspannung. Das erfordert vor allem Konzentration und Übung.

Grüße
JB
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Re: Zwerchfellatmung - immer?

Beitragvon Goldflöte » 01.02.2017, 18:37

Hallo JB,

Mit der "Frauenatmung" ist so eine Sache: im Teeniealter hat man mir gesagt, daß Frauen Brustatmung benutzen. Daraufhin habe ich es umgestellt, da ich eine Frau bin. Ich dachte, als Frau atme ich falsch. Ein Fehler, wir ich heute weiß.

Wenn man die Zwerchfellatmung zur Entspannung nutzen kann/soll, dann fragt man sich, warum NUR zur Entspannung.

Abgesehen davon, kontrolliert die Diaphragma beim Ausatmen zu entspannen, ist das Geheimnis, wie Du schon schreibst. Ich hoffe, es ist nur eine Frage der Übung, um das, was ich ohne Flöte kann, auch beim Spielen anzuwenden. Typisches Anfängerproblem...

LG
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Re: Zwerchfellatmung - immer?

Beitragvon James Blond » 02.02.2017, 09:41

Hallo Goldflöte,

darauf muss man erst mal kommen, die eigene Geschlechtsatmung zu trainieren! ;)

Ich war ohnehin nicht so sehr von Geschlechter-Unterschieden überzeugt und hatte eher die Mode als Verursacherin der weiblichen Brustatmung im Blick, aber im verlinkten Artikel beruft man sich ja auf das geringere Lungenvolumen der Frauen.

Das Training der Stütze sehe ich allerdings nicht nur als Anfängerproblem, sondern als jahrelange Aufgabe. Wer viel singt, hat es vermutlich leichter.

LG
JB
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Re: Zwerchfellatmung - immer?

Beitragvon Goldflöte » 02.02.2017, 14:07

Hi JB,

Ich sehe die Brustatmung eher als Mode, gapaart mit inkorrekten Informationen, die oft in der Presse verbreitet werden. Welche Frau möchte schon einen Kugelbauch haben? Alle ziehen eben den Bauch ein, das aber nur mit Brustatmen (flaches Atmen) zu bewerkstelligen ist. Daß bei Frauen meistens Brustatmen vorhanden ist, besagt noch lange nicht, daß es physiologisch korrekt,bzw. mit Vorteilen für die Gesundheit verbunden ist. Eher das Gegenteil, wie ich meine. Man müßte Sauerstoffsättigung des Bluts bei beiden Arten messen.

Da Diaphragma nur ein Muskel ist, hoffe ich, daß die Umstellung schnell stattfindet. Die korrekt beim Spielen anzuwenden, wird aber länger dauern, ist mir schon klar.

LG
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PS

Bin sehr froh, daß das Forum noch nicht ganz eingeschlaffen ist, da, für einen Anfänger, wie mich, viele wertvolle Beiträge von mehr erfahrenen User. Viele Dank!
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Re: Zwerchfellatmung - immer?

Beitragvon Altepic » 04.02.2017, 01:04

Nun Ja....

Die Luft muss immer noch in die Lunge (oben)
Wenn man Bergauf läuft oder radelt oder sprintet, muss die Brust/Lunge sich brutal weiten. Andererseits verhindert die Zwerchfellatmung beim Dauerlauf das Seitenstechen.

Tip von meinem Flötenlehrer - wenn's mit der Atmung nicht so läuft, mal zwischendurch "richtig tiefe" Lungenatmung ohne Flöte machen - das weitet. Beim Spielen natürlich Zwerchfell einsetzen.

Ziel ist eigentlich die permanente Zwerchfellatmung. Das erleichtert auch das Sprechen. Wenn man z.B. referieren muss ... und natürlich generell die Atmung.

Durch die Zwerchfellatmung wird ja folgendes erreicht:

Der Brustkorb hebt sich nicht so stark an.
dadurch werden die Schultermuskeln nicht angespannt /bzw. bleiben entspannt.
die Arme und Finger bleiben locker
der Kehlkopf verkrampft nicht
Du kannst den Atemfluss kontrollieren und langsam (nicht stoßartig) ausatmen (Ziel: - Ton im piano bis zu 30 sek. oder länger :-)) ) ... 30 sek... das gilt nicht für nicht unausgewachsene Flötisten. Kinder haben natürlich ein kleineres Lungenvolumen. Wie das bei Erwachsenen Frauen ist, weiß ich nicht. Glaube, das ist auch viel Training -Geschlechtsunabhängig!!!


Das lernt man nicht in ein paar Wochen. Das erfordert Jahre...... oder Du übst jeden Tag drei Std. - wer hat soviel Zeit für ein Hobby?

Nichts erzwingen!!!! Man wächst mit dem Üben und der Spielpraxis da rein!


Viel Spaß

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