Intonation bei einer grossen Gruppe Flötisten




Wie setzt man am besten an? Gibt es DEN Ansatz? Diskussionen, Antworten und Fragen!

Moderator: Muri

Intonation bei einer grossen Gruppe Flötisten

Beitragvon flutino » 20.06.2007, 20:00

Hallo zusammen

Ich habe mal eine komplexe Frage.

Wisst ihr wie man verhindern kann den Ansatz zu verändern zb. durch Aufregung?

Problem bei uns im Flötenorchester ist, 1. das wir neue Flötisten haben, die bei Auftritten noch sehr aufgeregt sind.
Beim einspielen sind wir stimmig und während des Spielens klingt es aufeinmal grauselig.

Wie kann man den einzelenen dazu bringen zu erhören wenn er nicht stimmt, oder das der Ansatz gleich bleibt.
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Beitragvon Christina » 22.06.2007, 13:11

Das Problem ist ja bei Anfängern meistens, dass der Ansatz noch nicht so richtig stabil ist. Das heißt, wenn sie 5mal ansetzen und den gleichen Ton spielen, klingt der im Extremfall auch 5mal unterschiedlich. Da hilft einfach nur viel Übung und Erfahrung. Intonationsübungen zu zweit, mit Kavier oder alternativ mit Stimmgerät sind eine ganz gute Methode, um nach und nach ein Gefühl für den richtigen Ansatz zu entwickeln, bzw. auch um erstmal zu hören, ob man denn nun stimmt oder nicht. Dabei spielt mann sehr langsam, lange Töne zunächst unisono, später auch in Intervallen. Am besten macht man das von Anfang an immer wieder im Unterricht. Zusätzlich muss jeder einzelne für sich herausfinden, bei welchen Tönen er halbwegs stimmt und wo er ausgleichen muss. Besonders die hohen Töne sind ja oft viel zu hoch, weil da mit zu viel Kraft geblasen wird. Im Orchester oder besonders im Flötensatz finde ich ganz wichtig, Absprachen zu treffen, wer sich anpasst und wer den Ton hält. Wenn nämlich alle anfangen, wild herumzuprobieren, ist es nachher meistens schlimmer als vorher ...
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Beitragvon Picci » 22.06.2007, 17:24

ich kann das nur unterstützen, was Christina gesagt hat.

Die Ansatzsicherheit kommt mit der Zeit. Da hilft nur üben, üben, üben

Wichtig finde ich auch, die Flötisten dafür zu sensibilisieren, dass jedes Instrument so seine Macken hat, die korrigiert werden müssen. Diese Schwächen sollte man herausfinden. Ich habe das mithilfe eine Stimmgerätes gemacht.
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Beitragvon flutino » 22.06.2007, 18:11

Hallo danke erstmal für eure Antworten.

Aber meine Frage war eigentlich, was man machen kann damit bei Aufregung der Ansatz nicht "flöten" geht, wir arbeiten alle mit dem Stimmgerät, auch zuhause.
Ich denke , das wirklich jeder Flötist seine "kranke" Töne rausfinden muss, aber ich denke das das nicht weiter hilft wenn wegen Aufregung dann der Ansatz ein anderer wird..... :oops:
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Beitragvon Picci » 29.06.2007, 17:20

Flutino,

da fällt mir leider nichts zu ein...außer, dass sich dieses Problem mit einiger Übung von selber gibt.

Was passiert üblicherweise, wenn eure Flötisten nervös sind? Blasen sie zu feste rein, verkrampfen sie, verdrehen sie ihren Ansatz, oder was für "Symptome" der Nervosität kannst du feststellen?

Vielleicht bekommst du das Problem in den Griff, indem ihr an der Nervosität arbeitet. Sie müssen lernen, sich zu entspannen und ruhig zu bleiben (Ansatz und Atmung zu kontrollieren), auch wenn sie nervös sind. Da fallen mir spontan Entspannungsübungen als Methode ein.

Tut mir ehrlich leid, dass ich dir nicht weiterhelfen konnte.
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Beitragvon Christina » 29.06.2007, 17:52

Das Problem von Flutino kenn ich so leider auch nicht. Ich würde mir bei meinen Flötisten sogar manchmal etwas mehr Nervosität wünschen, vielleicht würden sie dann mal nachdenken, bevor sie spielen :oops: ... aber das ist ein anderes Thema.

Ein sehr gutes Buch zum Umgang mit Nervosität, besonders auch bei Auftritten ist übrigens "Mut zum Lampenfieber". Das enthält viele Tips zur inneren Einstellung bei Auftritten und zum Umgang mit der Auftrittsangst.

Es würde mich interessieren, wie ihr weiter mit dem Problem umgeht! Schreib doch mal, wie sich die Sache entwickelt!
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Beitragvon nana » 01.07.2007, 22:23

Hallöle

jetzt gebe ich auch mal meinen Senf dazu:
Seit September spiele ich ja auch im Ensemble (allerdings sind wir zur Zeit nur zur viert). In den ersten 2 Monaten haben wir nur Hör-Intonations-Improvisationsübungen gemacht. Unsere Intonationsprobleme waren aber immer noch vorhanden...und da hilöft nur spielen, spielen, spielen (vor publikum).
Inzwischen geht es einigermaßen mit unserer Intonation. (denk ich jedenfalls :wink: )

lg
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Beitragvon Picci » 03.07.2007, 11:40

Intonation ist wirklich ein schwieriges Thema....

meines Erachtens hat sehr viel mit Talent und erst in zweiter Linie mit Übung zu tun. Ich kann die Töne nur ausgleichen, wenn ich die Unstimmigkeiten auch höre. Und da sind eben einige Musiker talentierter als andere. Ich denke aber auch, dass man das Gehör üben und trainieren kann, wenn man die nötige Sensibilität dafür entwickelt hat. Das bedeutet, dass die Musiker erkennen müssen, dass Intonation wichtig ist.

Christina, du hast völlig recht! Manche Musiker sollten wirklich erst einmal nachdenken, bevor sie spielen. Davon kenne ich auch eine Menge :evil:

Ein Orchester oder ein Ensemble sollte immer als ein Ganzes betrachtet werden; der Einzelne fügt sich in dieses Gesamtkonzept ein, ohne hervorstechen zu müssen. Das bedeutet, sich selber ein bisschen zurück zu nehmen, und das gesamte Orchester in den Vordergrund des Musizierens zu rücken.

Flutino, ich hoffe auch, dass ihr eure Intonationsprobleme in den Griff bekommt. Berichte mal, wie es sich weiter entwickelt.

LG
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Beitragvon flutino » 03.07.2007, 11:52

Hallo ihr Lieben

Ja, ihr habt recht, vorallem kerstin du sprichst mir aus der Seele , mit dem zurücknehmen
Ein Orchester oder ein Ensemble sollte immer als ein Ganzes betrachtet werden; der Einzelne fügt sich in dieses Gesamtkonzept ein, ohne hervorstechen zu müssen. Das bedeutet, sich selber ein bisschen zurück zu nehmen, und das gesamte Orchester in den Vordergrund des Musizierens zu rücken.



Das grosse Problem ist halt das in die "fertige" Gruppe nun halt 5 Nachwuchsspieler, gekommen sind die halt vorher die Sandnerflöte gespielt haben und nun Böhmflöte spielen.
Und wiegesagt beim einstimmen ist alles klar, und bei der Meisterschaft dieses Jahr war dann in einem Teil wo nur lange Töne gespielt wurden, eine Intonation zum schütteln, und das hat uns einige Pünktchen gekostet.
und da wir im November beim Landesorchesterwettbewerb nicht die selben Punkte verlieren wollen, müssen wir was tuen...... :D .
Wir haben aber nun allen Flötisten gesagt das sie zuhause immer mit dem Stimmgerät proben sollen, damit sie wirklich ihre "kranken" Töne erkennen und gegenarbeiten können.

:D Vielen lieben Dank für eure Antworten.
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Beitragvon Picci » 06.07.2007, 16:08

Hey Flutino,

das ist in der Tat eine blöde Situation. Ich wünsch euch ganz viel Glück, dass ihr eure Probleme in den Griff bekommt...

LG
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Beitragvon Christina » 07.07.2007, 13:49

Das ist echt blöd. Aber das Problem haben wir auch immer wieder, wenn Nachwuchsmusiker in unser Orchester kommen (weil wir fast nur Kinder und Jugendliche haben eigentlich jedes Jahr ...). Bist du sicher, dass das echt nur an der Nervosität beim Auftritt liegt? Meiner Erfahrung nach ist auch ein Problem, dass die Flötisten sich selber wenn sie in der Gruppe spielen anfangs nicht richtig hören und darum Intonationsprobleme natürlich auch nicht ausgleichen können. Bei uns ist es auch oft so, dass sie zu sehr mit sich selber und ihren Noten beschäftigt sind, um auch noch auf die Intonation achten zu können...

Aber wenn dich das tröstet: bis jetzt hat es noch jeder irgendwann gelernt! Es braucht zwar viel Zeit und erfahrung, aber irgendwann wird es besser.

Ich wünsch euch viel Erfolg, berichte mal, wie ihr damit weiter umgeht!
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Beitragvon flutino » 07.07.2007, 14:17

Hi zusammen

Ja ich denke, das es wirklich seine Zeit braucht.
Wir werden halt verstärkt Intonationsübungen machen, in der Gruppe...., und inmmoment zwiebelt unsere Ausbilderin uns damit das wir uns ohne Stimmgerät einspielen müssen, und am Ende wird mit dem Stimmgerät das Ergebnis getestet.
Ich halt euch auf den Laufenden.

Schönes WE.
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Beitragvon Picci » 11.09.2007, 09:04

Hallo Flutino,

was machen eure Intonationsschwierigkeiten? Habt ihr schon irgenwelche Erfolge zu verzeichnen und ist es dafür noch zu früh?

Gruß
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Beitragvon flutino » 11.09.2007, 09:11

Guten Morgen Kerstin

Mhm, da wir ja gerade in der Probenvorbereitung für den Landesorchesterwettbewerb sind, machen wir ziemlich viele Intonationsübungen und wir mussten lernen chorisch zu atmen. Das Chorische Atmen klappt in Spectaculum schon sehr gut. Muss es auch denn im 1. Satz haben wir Flöten nur ganze und Halbe Töne das über 30 Takte. Und bei der Deutschen Meisterschaft haben wir alle 2- 4 Takte geatmet, und nun atmen wir versetzt, die Gruppe a atmet immer an geraden takten und die Gruppe B an ungeraden Takten. So gibt es keine Absätze mehr. :D Und mit der Intonationsschwierigkeit gerade in dem genannten Satz ist es auch besser, weil man halt auch nun keine Atemnot mehr hat. Mal schauen ob es in Nervositätsfall auch besser ist als auf der DM.Übrigens kann man sich Spectaculum auf unserer Seite komplett anhören.
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Beitragvon Picci » 11.09.2007, 09:25

Guten Morgen Flutino,

auch schon so früh auf den Beinen? Ich hab heute frei, yippieh!

Gerade eben habe ich mal in Spectaculum reingehört...war das das beschriebene Stück von der deutschen Meisterschaft? Ich finde vor allem diesen fuge-artigen Teil klasse. Das klingt super :)

Gerade am Anfang vom Stück (in dem von dir beschriebenen 1. Satz) ist es teilweise sehr unstimmig. Das hört man sehr deutlich.
Eine große Schwierigkeit besteht wahrscheinlich auch darin, dass alles piano ist, oder? Da ist es mit der Intonation eh immer sehr haarig. Reguliert ihr die Töne im Piano alle auf die gleiche Art und Weise?

Chorisches Atmen ist da auf jeden Fall ein Muss. Man hört raus, dass ihr nicht chorisch geatmet habt, da entsteht dann kein dichter Klangteppich.

Chorisches Atmen ist bei uns auch ein Muss. Gerade im Moment, wo wir einige Choräle für unser Festkonzert zum Tag der deutschen Einheit vorbereiten.
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