Tonprobleme




Wie setzt man am besten an? Gibt es DEN Ansatz? Diskussionen, Antworten und Fragen!

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Tonprobleme

Beitragvon Fluti » 25.12.2018, 00:44

In verzweiflung und Frust wende ich mich an euch und bitte um eure Meinung/Tipps/Erfahrungen...

Als Wiedereinsteigerin kämpfe ich seit etwa 1 jahr um einen passablen Ton, oktave1 und 2 waren eher unproblematisch aber die 3.hatte es in sich. Nachdem ich inzwischen auch ein neues Instrument habe, habe ich in den letzten Wochen grosse Fortschritte gemacht und die 3.oktave endlich im Griff, geht inzwischen leicht und wunderbar. Aber! Aber nun sind plötzlich immer häufiger manche töne der 1./2. Oktave teilweise fast weg bzw ungewöhnlich schlecht (f1, f2, e1, e2, manchmal auch d1 und c1). Das macht mich wahnsinnig!!!Wie kann ich rausfinden ob es an mir oder der Flöte liegt? Die Flöte ist neu, ich habe alles grob überprüft, finde keine Auffälligkeiten. An manchen Tagen bzw zwischendurch gehen die Töne auch wieder mal und alle töne der oktave3 gehen absurderweise einwandfrei, aufgrunddessen kann man einen Defekt der Flöte ausschließen oder??? Wenn irgendwo ein Defekt wäre, wären doch alle oktaven betroffen oder nicht????

Habt ihr eine idee was mit mir los ist?? Was könnte ich falsch machen?? (Habe noch keinen Lehrer, erst auf der Suche)

Lg!
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Re: Tonprobleme

Beitragvon Aspi » 25.12.2018, 10:56

Ich würde fast sagen, sei geduldig. Wenn es manchmal klappt, wird es nicht an der Flöte liegen. Ich kenne das von mir, als ich endlich die hohen Töne halbwegs im Griff hatte, machten plötzlich andere Probleme, die bis dahin ordentlich kamen. Da besonders e und f in der zweiten Oktave. Ich habe mich tierisch darüber geärgert. Da hilft nur üben, üben, üben.
Hast du deine alte Flöte noch? Kommen die Töne da ordentlich?
Die Suche nach einem Lehrer ist eine gute Idee.
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Re: Tonprobleme

Beitragvon Fluti » 25.12.2018, 13:20

Geduld? Wo gibts das zu kaufen??

Die alte Flöte habe ich leider grad nicht bei mir, aber das ist eine gute Idee. Und seh ich das nun richtig, dass wenn ein Defekt vorläge, sich das nie auf nur 1 oktave beziehen könnte?? Oder wär das möglich?

Danke und Lg :-)
Fluti
 
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Re: Tonprobleme

Beitragvon Altetröte » 25.12.2018, 13:53

Frohe Weihnachten erst einmal :)

Ich glaube nicht, dass es an der Flöte liegt. In der dritten Oktave musst Du sehr viel mehr stützen als in der Mittellage und auch die Lippen- und Unterkieferstellung ist anders. Du könntest Dich einmal vor einen Spiegel stellen und deinen Ansatz beobachten. Manchmal sind es auch nur minimalste Bewegungen, die aber ganz entscheidend sein können. Wenn Du Oktaven spielst und Dich auf jeden Ton konzentrierst, wirst Du die Unterschiede in der Luftführung, Lippenspannung, Kieferstellung etc. bemerken. Wenn gar nichts hilft: Lehrer fragen, bevor Du Dich völlig verrückt machst und Dich auf irgendetwas fixierst. Und Kopf hoch, das wird schon. Es ist eine Frage von Zeit, Geduld und intelligenter Arbeit (frei nach Marcel Moyse/Trevor Wye) Locker bleiben hilft auch.
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Re: Tonprobleme

Beitragvon Fluti » 25.12.2018, 15:27

Danke, auch dir ein schönes nach-Weihnachten !

Ja,ja, locker bleiben...ich bin diesbezüglich so auf 180, könnt das Ding beim Fenster rauswerfen, weils mich so ärgert ;-)
Ich bin sonst extrem geduldig, übe täglich stundenlang so lange bis etwas klappt, macht mir nix, aber dass bislang unproblematische Töne einfach plötzlich nicht mehr gehen ist mir neu, es fühlt sich an als würde die Flöte blockieren, kaum zu glauben dass wohl doch ich das bin. Das ist schon fies, da übt man 1 jahr an der 3.oktave und nun klappt die endlich und nun sind die anderen Töne weg, sehr fies. Ich werde jetzt mal 1-2 Tage pausieren. Und mir dann deine Tipps vornehmen...

Danke und lg !!!
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Re: Tonprobleme

Beitragvon Sheepy_Hollow » 25.12.2018, 20:58

Frohe Weihnachten Fluti,

ich kann mich den Vorrednern nur anschließen: Das sollte nicht an der Flöte liegen. Die Lagen unterscheiden sich so drastisch, dass man erst ein Gefühl für beide bekommen muss, um schnell genug wechseln zu können (z. B. Ansatz, Luftführung, Stütze, etc). Was ich bei der tiefen Lage hilfreich finde ist, dass hier gar kein Druck angewendet werden darf:

- Luftdruck so schwach wie irgendmöglich
- Lippen so locker wie möglich

Ergo fast auf die Kante hauchen und lieber einen leisen und zu tiefen Ton riskieren, als etwas zu forcieren. Deine Muskeln müssen sich erst gewöhnen :D .

Allerdings kenne ich die Situation. Ich lasse meine Lehrerin immer auf meiner Flöte spielen, wenn ich denke, dass ich ein Problem habe und in 100 % der Fälle lag es an mir. Mir hilft da, geistig und ggf. auch physisch vom Problem Abstand zu nehmen und es einfach als nicht so wichtig zu erachten. Dann übe ich halt an etwas anderem. In deinem Fall an einem schönen hohen Ton.

LG

Sheepy

PS: Aufgrund der genannten nicht ansprechenden Töne würde ich dir einen kurzen Dichtigkeitstest empfehlen:
Bau nur Fuß und Körper, aber nicht Kopf der Flöte zusammen und blase oben direkt ins Rohr (Rohr komplett mit Mund umschließen), während du mit dem Oberschenkel oder einen Korken das Fußstück abdichtest. Dabei müssen alle Klappen geschlossen sein (c1 (C-Fuß) oder h (H-Fuß) greifen). Entweicht irgendwo auffällig Luft, dann hast du vielleicht eine Klappe, die nicht deckt; alle zwischen G- und F-Finger sind mögliche Kandidaten aber auch Trillerklappen oder GIS...
Solltest du Luft an Klappen entweichen hören, dann frag' irgendwen der da ist, ob er systematisch (also abwechselnd) auf die Klappen drücken kann, die man sonst nicht selbst mit c1 drückt.
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Re: Tonprobleme

Beitragvon Fluti » 26.12.2018, 20:54

Hallo!

Das mit dem Dichtheitstest klappt irgendwie nicht, gibt es noch andere Möglichkeiten das zu überprüfen?

Lg
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Re: Tonprobleme

Beitragvon Altepic » 26.12.2018, 21:39

Hallo Fluti,

erstmal noch "Frohe Weihnachten"

.. mich würde interessieren, ob Du ringklappen oder geschlossene Klappen spielst.

Bei Ringklappen könnte ich das Problem nachvollziehen.
Das liegt es zu 95% an einer unsauberen Fingerhaltung. Das hatte ich z.B nach einigen Wochen mit meiner neuen Powell. (Nicht am Anfang)
Da kamen manchmal zwei Töne nicht mehr richtig. Sie hat mir das unsaubere Greifen von meiner Yamaha 471 nicht durchgehen lassen. - Tonübungen und dabei immer wieder die Fingerhaltung und die Handhaltung vor allem der rechten Hand kontrollieren und ggf korrigieren - bis es klappt.

Bei geschlossenen Klappen könnte es tatsächlich ein Ansatzproblem sein, was ich hier aber nicht beurteilen kann.

LG Altepic
Viel Erfolg!!
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Re: Tonprobleme

Beitragvon Fluti » 26.12.2018, 22:06

Hallo - Danke und Frohe Weihnachten zurück!!

Es sind geschlossene Klappen.

Wenn ihr spielt, mit wieviel Kraft drücken eure Finger die Tasten? Ist es normal/üblich teilweise stark anzudrücken oder sollte das locker und leicht sein?? (Sorry für diese blöde Frage, aber ich hab den Eindruck die Töne kommen oft besser wenn ich stark niederdrücke, was ich aber insgesamt als nicht sehr positiv empfinde).

Lg
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Re: Tonprobleme

Beitragvon Fluti » 26.12.2018, 22:25

Ich hab so wenig Ahnung von der Funktionsweise einer Flöte...jetzt muss ich euch nochmal nerven mit einer Frage...ich kann nicht begreifen warum es an mir liegen könnte, seit Wiedereinstieg vor 1 Jahr hatte ich von Anfang an nicht mal ansatzweise Probleme mit Oktave1+2 und den jetzt betroffenen Tönen ....ich habe mich in den letzten Wochen aber wirklich außerordentlich viel und vorwiegend um die ganz hohen Töne okt3 "gekümmert", vielleicht ist es jetzt wirklich ein Ansatzproblem, aber warum um Himmelswillen sind dann nur bestimmte Töne betroffen? Wenn ich Ansatzprobleme hätte, müsste dann doch die gesamte oktave betroffen sein? Wenn ich g1 problemlos blase, warum f1 nicht? Ich versteh das nicht :-)))
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Re: Tonprobleme

Beitragvon Aspi » 27.12.2018, 09:59

Nein, es muss nicht die ganze Oktave betroffen sein. Du bläst die Töne innerhalb der Oktave ja auch unterschiedlich an. In der zweiten Oktave e und f muss ich z.B. flacher anblasen als die höheren Töne.
Es ist ganz normal, dass du da erst mal Probleme bekommst, wenn du dich hauptsächlich auf die 3. Oktave konzentriert hast. Der Wechsel zwischen den beiden Oktaven ist noch mal eine ordentliche Herausforderung.
Hast du mal überblasen, also c1 greifen und dann so die Töne bis e3 oder g3 spielen? Das geht nur mit dem richtigen Ansatz für die jeweiligen Töne, Da merkt man ganz prima, wie sich der Ansatz verändern muss.
Hast du eine Musikschule in der Nähe? Man kann oft auch einzelne Stunden buchen. Ich würde das wirklich empfehlen. Das spart viel Zeit und Mühe.
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Re: Tonprobleme

Beitragvon Altetröte » 27.12.2018, 11:56

Wenn Du die Klappen mit viel Kraft drücken musst, könnte es tatsächlich an den Polstern liegen; die Finger sollten nur leicht auf den Klappen aufliegen und mit wenig Druck die Klappen betätigen. Alles andere kostet nicht nur Kraft sondern unter Umständen auch Zeit.

Aber: sei mir nicht böse, ich habe eher den Eindruck, Du willst es gerade mit Gewalt wissen und das wird nicht funktionieren. Such Dir so schnell wie möglich einen Lehrer, denn unsere "Ferndiagnosen" können nur Vermutungen sein und bringen Dich keinen Schritt weiter, im Gegenteil. Ich würde die Flöte mal ein paar Tage weglegen, damit sich Euer Verhältnis zueinander wieder ein bisschen entspannt.
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Re: Tonprobleme

Beitragvon Fluti » 27.12.2018, 21:51

Hallo!
Danke euch sehr für Eure Antworten.

Heute mal die alte Flöte probiert, die betroffenen Töne funktionieren dort einwandfrei, aber bei anderen Tönen gab es durchaus auch Probleme, wenn auch keine groben, ich bin aber mittlerweile so unsicher dass ich das nicht mehr beurteilen kann.

Pausemachen hielt ich natürlich nicht aus, und zwischendurch lief sie (die Neuere) auch wieder tadellos. Wenn ich nur wüsste wie ich rausfinden könnte ob ich oder die Flöte spinnt. Ins Fachgeschäft geben heißt 1-2 wochen abgeben, womöglich grundlos, sollte ich das tun?

Es macht mich wahnsinnig dass die Töne nicht funktionieren, ich kenn das so nicht :-( Dafür könnte die 3.oktave nicht besser klappen, irgendwie absurd ...

Danke und liebe Grüße!
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Re: Tonprobleme

Beitragvon joy » 03.01.2019, 14:23

Du könntest auch probieren, 1-2 Wochen nur in der 1. u. 2. Oktave zu spielen. Dann siehst Du ja, ob das Problem immernoch auftritt. Ich habe vor Weihnachten ein Stück geübt, bei dem ich hauptsächlich die erste und zweite Oktave gebraucht habe, vor allem aber sehr viel die Tiefe. Da hatte ich ein wunderbares c'. Jetzt spiele ich wieder viel bis in die 3. Oktave und die Tonqualität beim c' hat wieder nachgelassen. Allerdings nur das c'. Ich denke, das ist einfach durch die Ansatzveränderung.
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