Review: Magic Flute Band 1 (Gisler-Hase) im Selbstversuch




Welche Qf-Schulen empfehlt ihr Neulingen/Fortgeschrittenen? Gibt es einzelnen Etüden aus Schulen die vlt. sehr gut sind?...

Moderator: Muri

Review: Magic Flute Band 1 (Gisler-Hase) im Selbstversuch

Beitragvon Anja » 20.09.2016, 23:17

Da ich es bestimmt bald komplett vergessen haben werde, wenn ich es nicht vorher aufschreibe, möchte ich Euch von meinen Erfahrungen mit der Flötenschule "Magic Flute Band 1"
berichten.

Barbara Gisler-Haase: Magic Flute Band 1 - Die Flötenschule von Anfang an (1. Auflage 1996, 136 Seiten DINA4 mit Begleit- und Mitspiel-CD mit 95 Stücken)

Das Buch ist ca. 2011 auch in einer neuen, geänderten Auflage erschienen, die jetzt etwas weniger auf jüngere Kinder abgestimmt ist, als die alte Ausgabe und auch lange nicht mehr so kitschig aussieht. Insgesamt besteht diese Flötenschule m. W. aus 3 Bänden. Zu den Bänden 1 und 2 gibt es inzwischen auch eine Reihe von Noten als Gratis-Downloads aus dem Internet. Frau Gisler-Haase lehrt laut Bucheinband seit 1974 an der Hochschule für Musik und darstellende Künste in Wien.

Als ich das Buch gekauft habe, war es gerade neu erschienen und damals wohl auch eines der wenigen, denen eine CD beilag, denn nur danach habe ich in einem Musikhaus gefragt. Mir wurde dann dieses Buch gereicht und ich habe es mitgenommen. Dann begann ich mit dem Lesen und Spielen und stellte meine ganzen Bemühungen viel schneller als erwartet ein. Irgendwie war ich wohl mit der Erwartungshaltung: "Ich hab jetzt eine Flöte, sag mir was ich tun muss und dann werde ich was flöten!" an die Sache heran gegangen. Gleichzeitig habe ich noch versucht meine Diplomarbeit fertig zu bekommen und war auch bereits im Job. Das Projekt "Querflöte" ist also sehr schnell eingeschlafen und erst diesen Sommer wieder erwacht. Von jetzt auf Gleich hatte ich mir fest vorgenommen, endlich dieses Buch durchzuarbeiten - mit meiner inzwischen mind. 18 Jahre lang sorgsam eingelagerten damals erstandenden Querflöte! Schließlich hat ja auch das Buch mal 43 DM gekostet!

Aber als erstes zu meinen Vorerfahrungen. Meine Eltern hatten überhaupt keinen Bezug zu selbstgemachter Musik oder zum Thema "Lernen". Entweder Du kannst etwas oder Du bist zu dumm dafür, war immer ihr Motto. Mein Vater sang beim Wändestreichen Weihnachtslieder (im Sommer natürlich), meine Mutter liebte Twist. Die Großtante war bettlägerig und schmetterte sich Tag für Tag lautstark durchs gesamte Gotteslob, was meine Mutter sehr unheimlich fand. Meine Großmutter hatte zu ihrem Schrecken in ihrer Kindheit, die wegen dem Krieg nur kurz währte, Geigenunterricht bekommen und beglückte meine Schwester und mich zu Weihnachten mit einem Mini-Plastikklavier, was wir natürlich mit Begeisterung in die Mangel nahmen. Als meine Cousine in den Ferien zu Besuch kam, eskalierte unser zweifelsfrei vorhandenes musikalisches Temperament vollends ungezügelt. Durch ewig langes Quengeln hatten wir auf einem Jahrmarkt Plastik-Blockflöten bekommen. Wir brachten meiner Cousine in Minuten alle notwendigen Griffe bei und als wir dann zu Dritt hinten im Opel saßen, versuchten unsere Eltern in vollendeter Verzweiflung, uns sogar mit Geld (was immer sehr knapp bemessen war) ruhig zu stellen. Wir lehnten aber selbstverständlich zu Gunsten des dann noch tagelang andauernden Konzertes ab!

Zu dem Zeitpunkt des Kaufs von Band 1 der Magic Flute - also wieder mind. ein Jahrzehnt später - hatte ich Vorerfahrungen hauptsächlich im Bereich Blockflöte (gutes Grundschulniveau durch einen kostenfreien Gruppenkurs). Allerdings konnte ich kaum Notenlesen, weshalb ich darauf geachtet habe, ein Buch zu bekommen, in dem auch solche Basics möglichst einfach erklärt werden. Aus dem Musikunterricht in der Schule hatte ich praktisch auch kein theoretisches Wissen. Ich wußte zwar, dass es Tonleitern gibt, aber wozu?! Meine guten Schulnoten habe ich damals nur durch die Chormitgliedschaft erworben :lol: Ansonsten habe ich noch recht erfolglos, aber mit Begeisterung auf einer irischen Tin Whistle herumgeträllert und natürlich jedes Jahr fleißig zu Weihnachten mit meiner Schwester unterm Tannenbaum Duette geschmettert. Irgendwann in der Schule hatte ich auch noch eine "Melodica" und einen einmaligen VHS-Kurs für das Gitarrenspiel ergattert. Zusammenfassend kann man wohl sagen: Interesse war immer da, aber irgendwie haperte es bei der Ausführung und es klang auch immer ganz anders als bei Leuten, die von Ihren Eltern auf eine Musikschule geschickt worden waren. So etwas kam für unsere Eltern selbstredend nie in Frage. Viel zu teuer und unnötig!

Um das Jahr 2011 herum, hatte ich dann plötzlich Zeit, mich wieder mal meines immer noch auf höchstem Grundschulniveau befindlichen Flötenspiels anzunehmen. Es musste doch möglich sein, nach Noten zu spielen, wenn man zu den Noten auch noch eine CD hat. Und wozu gibt es YouTube? Durch das neuerliche Engagement schaffte ich es immerhin, irische Lieder so zu spielen wie sie klingen sollten und selbst die ganz hohen Töne auf der Blockflöte blieben mir nicht länger verborgen. Wenn das keine Basis ist, um jetzt endlich mit dem Querflötenspiel los zu legen?!

Innerhalb von knappen 3 Monaten habe ich Band 1 also im Alleingang durchgearbeitet und bin mittlerweile in der Lage, auch die letzten Melodien und Übungen einigermaßen richtig durchzspielen. Insbesondere das letzte Kapitel ist allerdings immer noch stark übungsbedürftig und somit bin ich zwar schon mit Band 2 gestartet, aber das letzte Kapitel von Band 1 ist immer noch aktuell und ich werde mich bestimmt noch eine ganze Zeit lang damit beschäftigen.

Leider kann ich im Nachhinein nicht sagen, wieviele Stunden ich mich tatsächlich mit diesem Querflötenbuch beschäftigt habe, aber bis auf ca. 2 Wochen habe ich jeden Tag gespielt - bis zu 5 Stunden mit Unterbrechungen zwischendrin.

Der Band 1 ist in 12 Kapitel unterterteilt. Die ersten drei waren sehr langweilig, wie man schon den Titeln entnehmen kann:
- Dein erster Ton
- Kopfstück-Stücke
- Das Spiel auf der ganzen Flöte

Wie es so meine Art ist, hatte ich vor Dekaden zuerst die Flöte in die Hand genommen und bin dann angefangen zu spielen - mit Blockflötengriffen. Das hatte ja auch einigermaßen geklappt. - Naja. Es war jedenfalls überhaupt kein Problem, ein paar Töne zu erzeugen!

In diesem Sommer schaute ich mir mit einigem Schauer also noch einmal diese schrecklichen Einleitungskapitel an. Mein Augenmerk fiel allerdings auch jetzt ausschließlich auf die 1996 noch beliebten Röntgenaufnahmen zur Tonbildung. Wirklich sehr originell! Irgendwie berühren sie mich, denn ich habe selbst schon einmal eine Röntgenaufnahme aus einer Arztpraxis entführt, auf der mein Knöchel zu sehen war, der dann doch nicht gebrochen war. Und inzwischen bekommt man so etwas sogar digital. Ein MRT meiner Wirbelsäule ist mein ganzer Stolz! - Schade, dass diese Röntgenaufnahmen in der neuen Ausgabe des Buches dann doch - ganz dem Zeitgeist folgend - nicht mehr zu sehen sind. Mich hat das schon als Kind sehr beeindruckt. Warum sollte es heutigen Kindern da anders ergehen?? Vermutlich ist es politisch einfach nicht mehr korrekt, während eine viertel Generation vor mir, den Kindern mit Röntgenstrahlen noch die Füße beim Schuhkauf vermessen wurden.

Ich begann also bei Kapitel 4. Vorgestellt wurden g, a und h. Kein Unterschied zur Blockflöte. Das Buch würde ich schnell durch haben, keine Frage. Einstimmen brauche ich nicht, Legato kenn ich. Bindebogen ist klar. Die Übungen schnell mal durchgespielt und festgestellt, dass "What shall we do with the drunken sailer" sich irgendwie nicht so anhört, wie ich es kenne.

Kapitel 5 - b in zwei Varianten. Aha! Ein Finger weniger. Als Highlight "Oh when the Saints go Marching in". Supi! Nicht so supi sind die langweiligen (...) zwei Seiten dazu wie man atmen soll. Höchste Zeit für's Fitness-Studio! Ich flüchtete.

Kapitel 6 - e. Die Klopfübungen lies ich weg. Die anderen Übungen waren mir soweit erstmal unklar. Wo ist das Problem? - Ich grübelte, bis ich die Erläuterung fand: "Nicht nach jeder Note atmen!... Zungenstoß mit 'dö'" - Ich konnte mich vage erinnern, dass in unserer Flötengruppe damals sehr viele auch nach jeder Note geatmet hatten und dass unsere armer Flötenlehrer dadurch fast in den Wahnsinn getrieben wurde.
Zu Kapitel 6 habe ich allerdings auch einen winzigen Kritikpunkt. In dem Buch wird wirklich alles erläutert. Alles! Nur den Unterschied zwischen Zungenstoß (war mit bekannt) und Zwergfellstakkato (so nennt man das also!), das wird einem ausschließlich auf der CD in Track 36 erläutert. Zu lesen gibt es nur etwas zum Zungenstoß.

Als erstes cooles Lied findet sich hier "Jingle Bells", allerdings nicht in voller Länge, aber dann kommt der Song, der wirklich cool ist "Bobo Waro Fero Satodeh"! - Mein Interesse war endlich, endlich geweckt. Was ich in Zeiten der Flüchtlingskrise etwas erschreckend finde ist, dass dabei einfach nur steht "Afrikanisches Lied" und die Übersetzung "Alle Kinder brauchen einen Freund". Mensch, Afrika ist ein ganzer Kontinent! ich würde gerne mal jemanden fragen, ob das wirklich eine Übersetzung ist oder ob sich das nur irgendjemand als Übersetzung ausgedacht hat. Aus welchem Land ist es denn?! Man stelle sich vor, in Afrika steht ein Querflötenschüler und muss "Backe, backe Kuchen" lernen und er erfährt "Europäisches Lied". Das ist doch sehr unbefriedigend, oder?

Kapitel 7 bringt d' und d'' mit. Jetzt geht es für mich also richtig los. Was habe ich mir einen abgebrochen beim Bi-Ba-Butzemann! Das Lied haben wir immer im Kindergarten gesungen. Ich werd ja nicht mehr! d'' ist echt schwer - für jemanden der Blockflöte spielt und es auf der Tin Whistle immer vergessen hat. Für dieses Kapitel brauchte ich sehr, sehr viel länger. Da kam mir der Übungs-Song "Wie fühlst Du Dich?" gerade richtig.

Absolut didaktisch perfekt wie die Frau Gisler-Haase das rüberbringt. Den Übungs-Song kann man gar nicht mit Freude spielen. Er ist so trübe, wie man sich eben fühlt, wenn man sich nicht merken kann, wie so ein d'' gegriffen wird. Und dann auch noch ein b!

Sie braucht gar keine Worte, um klar zu machen, dass ein Lied sehr traurig klingen kann oder sehr gelangweilt. Es funktioniert einfach. Und das merkt man immer und immer wieder in diesem Buch. Sie versteht es wirklich, einem Intonation (ich hoffe, das ist der passende Fachbegriff) als selbstverständlich rüber zu bringen. Das ist das, was mich an diesem Buch am meisten beeindruckt hat.

Wie man sich denken kann, heißt das nächste Übungs-Lied "Sonne" und es ist - wie kann es anders ein - hell und klar. Da stellt sich wohl jeder die Frage: Wie ist das möglich? Ich spiele doch die gleichen Töne oder nicht? Warum ist das eine so traurig und das andere so fröhlich?

Und was macht die Autorin? Sie erklärt schwupps die wupps erstmal die Töne, die man schon kann, gefolgt von Haltungsanweisungen für die Hände / Handgelenke. Zwar hat sie vergessen, genau hier das fis noch einmal zu erklären, aber das tut der Sache keinen Abbruch, denn eigentlich kommt das ja noch. (Später wird mir klar, dass das einer der eingebauten Cliff-Hanger ist!)

An dieser Stelle habe ich mir dann, weil mir zu wenige Übungen im Buch waren, aus dem ev. Gesangbuch eine Reihe von Liedern in G-Dur herausgesucht, die nur die schon bekannten Griffe benötigen. Die konnte ich sehr schön langsam und gemächlich spielen und auch dort gibt es traurige und fröhliche Lieder. Damit habe ich wirklich viele Stunden verbracht, weil ich in großer Sorge war, dass ich die abweichende Griffe sonst nie in meinen Kopf und in meine Hände bekomme.

Dass ich damit richtig gehandelt habe, stand fest als ich auf Seite 76 das Lied "Cotton Field" fand. Das Lied war mir schon immer ein Graus. Ich finde es langweilig und schwer und ich habe es dann auch erst später gelernt, als ich beschloss, die CD doch nochmal "durchzuhören". Danach folgt zum Glück etwas von Mozart, wo man zuerst nur die Schülerstimme spielen kann. Wenn man dann im Lehrbuch ein paar Seiten weiter ist, klappt auch die Lehrerstimme. (Dafür gibt es allerdings keinen Hinweis. An andere Stelle steht explizit, dass man nochmal hier und dort nachschauen soll und es dann so und so spielen soll, um besser zu werden und mehr Übung zu bekommen.)

Das Kapitel findet seinen Abschluss in einer ganzen Menge Musiktheorie auf zwei Seiten. So habe ich es auch in der Schule gelernt. Mit fast den gleichen Worten. Zumindest konnte ich mich daran noch erinnern, wenn ich schon nicht mehr wußte, um was es bei den Tonleitern geht. Auch diesmal konnte ich mich nicht so richtig durchringen, das alles zu durchdenken :(

Kapitel 8 bringt dann das fis und das f ganz offiziell. Ich übte weiter meine Gesangbuchlieder. Sehr, sehr cool ist dann wieder ein Übungs-Song "Bin ich einmal grantig". Ich will schwer hoffen, dass der auch in der Neuauflage noch zu finden ist. Wenn man den spielen kann, kann man gar nicht mehr grantig sein. Geht einfach nicht. Er verbreite echt gute Laune! - Hatte ich also doch schon was dazu gelernt :-)

Ab diesem Zeitpunkt kommen eigentlich nur noch richtig gut spielbare Lieder. Ich finde es absolut erstaunlich, dass jedes ein anderes schwer zu spielendes Element beinhaltet. Die Autorin beweist aus meiner Sicht eindrucksvoll, dass sie wirklich Erfahrung hat, indem sie genau diese Lieder ausgewählt hat. Passende Weihnachtslieder gibt es übrigens auch in jedem Kapitel eins. Damit man später dann auch etwas "vorzuweisen" hat. Die Weihnachtslieder sind aber in der Tat die einfachsten, die im Buch zu finden sind.

9. Kapitel - Es-Dur (dis, es in tief und hoch, gis / as) und dann auch noch die komplette Tonleiter spielen. Unser Flötenlehrer sagte früher immer: "Also da stehen drei bs. Das spielen wir gar nicht erst!!" - Und hier gibt es dazu auch noch gleich ein ganzes Kapitel. Es hat ewig gedauert, bis ich das einigermaßen hinbekommen habe. Falls es wer vergessen hat, was ein Chanon ist... hier kann man es erfahren. Das Highlight ist "Guten Abend, gut' Nacht" in Es-Dur. Ujujujuj. Mir war's wieder etwas wenig Übungsmaterial und so griff ich wieder zum ev. Gesangbuch und suchte nach den drei bs. Alles Lieder, die ich wirklich noch nie gespielt hatte.

Es ist wohl schwierig ein Es-Dur Kapitel in ein Lehrbuch einzubauen, aber im Nachhinein glaube ich doch, dass es an der richtigen Stelle sitzt, denn danach kommen wieder gelbe Technikseiten, die sich mit der "Technik des Überblasens" beschäftigen und das e'' einführen. Zu meiner großen Freude gibt es in der alten Ausgabe auch wieder die von mir so geliebten Röntgenbilder zum Thema "Ansatz" :-)

Kapitel 10 ergänzt das cis / des und beginnt mit einem Schock für jeden Flötenschüler.

Hat man bis gerade noch gedacht, man hätte das mit den Kreuzchen und den bs so einigermaßen verinnerlicht, muss man gleich wieder eine Seite lang unterschiedlich lange und manchmal gebundene Töne spielen, vor denen immer Kreuzchen stehen. Was für ein Chaos! Dem ganzen folgen Gymnastikübungen für Finger und Lippen und zum Schluss auch noch der Übergang von ö zu öü zu ü beim höchsten Ton. Danach gibts zum Glück wieder Lieder, in denen man das Erlernte gleich überprüfen kann. Grundsätzlich werden in dem Buch auch noch Takte erklärt.

Ich hatte echt den Eindruck, sie packt immer das hintereinander, was in der direkten Abfolge gespielt besonders schwer zu spielen ist, weil mit jedem Stück etwas völlig anderes geübt wird. Es ist praktisch nicht möglich, die Stücke "einfach mal so" hintereinander weg zu spielen, sondern es ist notwendig, sich mit jedem wirklich zu beschäftigen. Das finde ich sehr gut. Denn wenn ich merke, etwas ist "einfach", dann spiele ich darüber hinweg - ohne das notwendige Nachdenken. Hier muss ich mich aber konzentrieren, nachdenken, üben. Genau richtig.

Kapitel 11 ist dann nochmal richtig schwer: das tiefe cis / des, c (und für den der es benötigt, das tiefe h) sowie das hohe f, fis / ges. Zu meiner Schande muss ich gestehen, dass mir die klappernde Mühle am rauschenden Bach in A-Dur immer noch Probleme bereitet. Hingegen hat sich das Heidenröslein sehr schnell zu meinem Lieblingssong hochgearbeitet. Bei der schönen blauen Donau ist es dann doch sehr hilfreich die CD einzulegen, um einmal die Orginalgeschwindigkeit als Vorlage zu haben. Puuh! So laaaaange Töne....

Als ich bei Kapitel 11 angekommen bin, habe ich mich tatsächlich mit der CD beschäftigt und die meisten Lieder von vorne im Buch noch einmal direkt mitgeflötet. Das war für mich sehr schwer, weil erstens das Tempo bei vielen Liedern viel höher war, als ich gedacht hatte und zweitens es für mich sehr schwer ist, zu flöten und mich selbst nicht richtig zu hören. Die Lieder sind jedoch immer einmal geflötet und einmal ohne Flöte auf der CD. Es wird klar, dass hier vor allem auch geübt werden soll, wie man richtig ein Lied einzählt und dann seinen Einsatz findet. Zu schnellen Stücken gibt es auch noch langsamere und schnellere Ausgaben zum Mitflöten.

Die Begleitung ist bei einigen Liedern ganz okay, aber andere hören sich furchtbar an - halt weil die Begleitung "aus der Konserve" zu kommen scheint. Auf der CD zu Band 2 (also der neuen Ausgabe des Lehrbuchs) wurde bei der Begleitung viel sorgfältiger gearbeitet. Ich nehem mal an, dass man für die neue Auflage dann auch eine zumindest in Teilen neu eingespielte CD für Band 1 beiglegt hat. Mit der Version von Kumbaya stehe ich jedenfalls auf Kriegsfuß. Das Lied haben wir früher zigmal vorgetragen und wir haben es definitiv anders gespielt als es auf der CD vorliegt.

Die CD ist für mich eine Hilfe, wenn es um das verlangte Tempo eines Stückes geht. Ich finde, dass die Flötenstimme selbst ziemlich untergeht in dem ganzen Klangchaos, was sonst noch zu erleben ist. Das ist etwas schade, weil ich gerne eine astreiene Vorlage habe, nach dem Motto: "Genau so soll es sich anhören!" Aber hier steht das "Mitmachen" im Vordergrund.

Bei Kapitel 11 war ich dann auch schon als ich mir das zusätzliche Notenmaterial zum Buch aus dem Internet ausgedruckt habe. Ich habe dann alle Blätter in die Kapitel einsortiert und bin nochmal von vorne angefangen auch das noch wenigstens durchzuspielen. Tatsächlich habe ich es dann aber später doch noch richtig geübt. Nicht alles, aber das, was sich grundsätzlich gut anhörte und die zusätzlichen neuen Lieder.

Das Internet-Notenmaterial ist eine ideale Ergänzung zum Buch. Das Blatt "Artikulation" hat mir sehr geholfen, die Töne "besser" / "genauer" zu spielen. Das Stück "Das Klinget so herrlich" aus "Die Zauberflöte" wäre für mich ohne das zusätzliche Übungsblatt "Übungen für "Das klinget so herrlich"" erstmal unmöglich gewesen zu spielen.

Das Übungsblatt enthält kleine Stückchen (ca. 37 Takte) aus dem 18 Takte umfassenden Spielstück. Tatsächlich wußte ich noch nicht, dass man auf diese Art ein auch schwierigeres Stück sehr gut erlernen kann. Gleichförmige Tonfolgen werden auf dem Übungsblatt direkt hintereinander weg gespielt. Immer mit schönen Pausen, so dass man alle Bestandteile sehr gut einzeln artikulieren kann. Insgesamt gibt es 5 solcher Übungen mit gleichförmigen Einzelteilen. Dadurch beherrscht man dann die einzelnen Teile des Spielstücks schonmal und muss sie quasi nur noch "zusammensetzen". Ich muss es allerdings jetzt noch mit der CD abgleichen, ob es bei mir jetzt wenigstens in etwa so klingt wie es klingen soll. Durch das Übungsblatt "zerfranst" das Stück nämlich auch ein wenig. Das soll bedeuten, dass es für mich erstmal nicht mehr möglich ist, zu sagen: Das ist jetzt so, wie es sich anhören sollte oder ich spiele es eben noch nicht zusammenhängend genug. Gedanklich zerfällt das Stück zumindest in meinem Kopf in sehr viel Einzelteile. Ich kann es nicht mehr als Gesamtwerk "hören" und "bewerten". Trotzdem: ohne das Übungsblatt wäre es sehr viel schwieriger gewesen.

Das letzte Kapitel 12 ist dann wirklich der Hammer, da es mich mit einer komplett anderen Welt bekannt machte. Es geht jetzt nicht mehr darum, einen neuen Griff zu erlernen, sondern die Griffe vernünftig zu kombinieren.

Gleich zu Beginn des Kapitels ist eine Skalenübung zu finden, die mit unterschiedlichen Vorzeichen gespielt werden soll. Leider geht der Begriff "Skalenübung" ein wenig unter, so dass ich ihn erstmal übersehen habe. Ich dachte immer, so etwas fällt unter "Tonleitern spielen". Die unterschiedlichen Vorzeichen hinzu zu denken finde ich sehr schwierig, da ich mir beim Spielen schlicht nicht merken kann, welche Vorzeichen gerade dran sind. Also werde ich mir dieses Blatt einfach 6 mal kopieren, um dann die Vorzeichen kennzeichnen zu können. Am Ende des Kapitels (wieder ein Technik-Teil auf gelbem Untergrund dargestellt) sind dann noch einmal die 7 Tonleitern benannt und beschrieben, auf die sich die Skalenübung bezieht. Das ist sehr sinnvoll, denn ich kann mir nicht merken wie sie heißen und muss deswegen oft nachschauen. Ganz hinten im Buch ist der ideale Platz um es dann spontan nachzulesen.

Es finden sich im letzten Kapitel weiterhin zwei Etüden von Gariboldi, die leider nicht auf der CD sind. Ich kann ihnen wirklich nichts abgewinnen. Für mich sind es nur "Tonfolgen", die "moderato" gespielt werden sollen. Ich kriegs hin, aber ob das so okay ist? Die Etüde von Köhler kenne ich. Sie ist sehr ausdrucksstark. Von daher ist sie eine Herausforderung. Aber ich verstehe wenigstens, worin die Herausforderung liegt. Dort ist dann auch etwas zu finden, was typisch für dieses Lehrbuch ist. Es wird nämlich ein a'' verlangt, aber das war noch gar nicht dran. Das ist wohl vergleichbar, mit einem Cliff-Hanger im Kino, damit man dann neugierig weitermacht - und in diesem Falle schonmal Band 2 kauft. (Dort geht es dann gemächlich erstmal mit g'' los und nach einger Zeit folge auch a''.)

Als krönender Abschluss von Band 1 findet sich dann Cancan und auf der CD ist eine wirklich höllisch schnelle Version davon!

-------------

Ich bin im Nachhinein gesehen mit dem Buch sehr zufrieden, da ich nun ungefähr den Tonumfang einer Blockflöte erlernt habe und so reichlich Material zum Üben habe, ohne dass ich zwangsläufig neue Griffe hinzulernen muss. Bis ich das Überblasen in jedem Fall einigermaßen sauber hinbekomme, wird noch Zeit vergehen. Aber ich mag es einfach nicht, immer und immer wieder die gleichen Sachen spielen zu müssen. Da nehme ich lieber unterschiedliche Stücke und die spiele ich dann ein oder zweimal pro Tag komplett durch. Das ist nämlich etwas, was mich schon in der Kindheit beim Blockflöten richtig genervt hat. Wir haben ewig und drei Tage an genau einem Stück geübt. Immer nur dieses Stück!

Möglicherweise gibt es irgendwelche großartigen Vorteile dabei, aber letzten Endes wird es wohl egal sein, ob ich 20 Mal am Tag dieses eine Stück spiele oder aber 2 mal am Tag jeweils eines von 10 unterschiedlichen Liedern, um insgesamt besser zu werden. Und wer tatsächlich Lieder zum Üben des Überblasens braucht, der kann auf "Easy Playalong for recorder" und Abba zurückgreifen. Einige Lieder sind zwar übelst langweilig zu spielen, aber da gleich 15 dort zu finden sind, ist immer noch genug Auswahl übrig. Auch bei dem Buch liegt eine CD bei, mit der man allerdings richtig gut mitspielen kann, weil ja auch immer die piepsige Sopranblockflöte im Mittelpunkt steht ;-) Da kann man sich selbst auf der Querflöte dann trotzdem noch tadellos hören.

So Leute, die Ihr Euch das Querflötenspiel selbst beibringen wollt: Wenn Ihr wenigstens ein paar Vorkenntnisse habt, dann bietet Euch die "Magic Flute" immerhin eine realistische Chance, es jetzt auch zu versuchen!

Viel Spaß dabei,
Anja
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Re: Review: Magic Flute Band 1 (Gisler-Hase) im Selbstversuc

Beitragvon Altepic » 21.09.2016, 22:55

Liebe Anja,
Du hast sehr ausführlich Deine Erfahrungen mit diesem Flötenbuch geschildert. Ich möchte eigentlich nur kurz was dazu bemerken.

Ich bewundere Deine Energie, so ein Buch über längere Zeit durchzuarbeiten und sich das Wissen zum Querflöte spielen selbst zu erarbeiten .
Du hast dabei schon einige Vorkenntnisse und scheinst sehr ehrgeizig zu sein.
Dazu meinen herzlichen Glückwunsch . Das schaffen nur wenige :D :D

Unabhängig davon mit welcher Schule Du arbeitest, möchte ich aber dazu anmerken, daß es die WENIGSTEN schaffen, ohne professionellen Unterricht ein Instrument zu lernen. Egal ob Querflöte oder Klarinette, Geige Trompete....

Da sind so viele Varianten im Ansatz, Haltungskorrekturen, Atemtechnik, Anspielmöglichkeiten, Modulationsvarianten..................
Natürlich kann man lernen, richtig zu greifen. Dafür gibt es Gifftabellen, Überblasen, Basiswissen in Tonlehre....................
Ich mache bewusst so viel Punkte.

Ich möchte niemand entmutigen. Mein Sohn macht seit fast sieben Jahren Karate.

Versucht mal bis zur Schwarzgurtprüfung mit Karatebüchern ohne Lehrer zu kommen.

Sorry, diese Selbstlernchosen, sei es Sprachen, Musik, Elektriker, oder sonstwas können bei 5% ein wenig bringen. Für den Rest ist es nur frustrierend.
Sucht Euch bitte einen Lehrer/in!!!!!

Viel Spaß mit der Querflöte

Liebe Anja, geh mal zu einem Querflötenlehrer/in, ich glaube, der hat 'ne Menge zu korrigieren. Da ist Wissen dabei, das kann man nicht in einem Selbstlernband unterbringen - nichts gegen diese Flötenschule oder andere
Trotzdem viel Spaß

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Re: Review: Magic Flute Band 1 (Gisler-Hase) im Selbstversuc

Beitragvon joy » 22.09.2016, 09:09

Altepic hat geschrieben:Liebe Anja, geh mal zu einem Querflötenlehrer/in, ich glaube, der hat 'ne Menge zu korrigieren. Da ist Wissen dabei, das kann man nicht in einem Selbstlernband unterbringen - nichts gegen diese Flötenschule oder andere

Sie hat in einem anderen Thread geschrieben, dass sie auf der Suche nach Unterricht ist. Ansonsten sehe ich das alles genauso. Meine Lehrerin korrigiert bei mir so viel, was ich von selbst gar nicht bemerke. Sie gibt viele Hilfen, zeigt mir oft Brücken auf, die es mir erleichtern, ein Ziel zu erreichen und sie kann mir etwas nicht nur erklären, sondern gleich vorführen. Und es macht viel mehr Spaß, auch mal zweistimmig zu spielen oder auf ein Ziel hinzuarbeiten (z. B. Klassenvorspiel in der Musikschule).
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Re: Review: Magic Flute Band 1 (Gisler-Hase) im Selbstversuc

Beitragvon Altepic » 25.09.2016, 23:01

Hallo Anja, ... und an alle anderen Besucher dieses Threads,

in den letzten Tagen haben über 80 Besucher diesen Thread gelesen.
1 Darstellung über einen Selbstlernerfolg
2 Antworten

Da bin ich schon von den ganzen Besuchern enttäuscht - Lesen und keinen Senf dazu geben...... :cry:

Liebe Anja,
ich will deine wohl durchaus erfolgreichen Bemühungen Querflöte ohne Lehrer zu lernen nicht einfach brutal abbügeln und niedermachen.
Hab ja auch geschrieben, daß das eine tolle Leistung ist. Du hast Dir sehr viel Mühe gegeben, das ganze Buch zu erläutern.
Für wen ist das Anreiz, das auch so zu schaffen?

Ich hätte mir aber schon ein wenig mehr Kommentare von den "anonymen" Lesern erwartet.

Da wäre die Frage, wie gut will jemand ein Instrument spielen können ... lassen wir mal das Thema Blockflöte bei Kindern weg :D

Will man nur für sich spielen? Dann ist dieser Selbstlernversuch durchaus angebracht
Will man anderen was vorspielen - und wenn es nur Weihnachtslieder oder kleine Geburtstagsständchen sind?
Will man mit anderen musizieren? Mit Klavier im Ensemble oder Blasorchester Sinfonieorchester.....

Natürlich gibt es da unterschiedliche Ansprüche

...... aber alle machen Musik, arbeiten daran und freuen sich dabei...

Wie sind Eure Ansprüche an die musikalischen Fähigkeiten?

schnabuliert doch mal!
Altepic
 
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Re: Review: Magic Flute Band 1 (Gisler-Hase) im Selbstversuc

Beitragvon Sheepy_Hollow » 26.09.2016, 10:37

Hallo Anja,

herzlichen Glückwunsch zum gekonnten Beitrag. Ich kann mich nur wiederholen: du solltest über einen Blog nachdenken. Dieser Beitrag hier ist spannend und interessant. Außerdem scheinst du für Altepic die Grundsatzdiskussion aufgeworfen zu haben, ob man die Querflöte autonom erlernen kann.

Liebe Altepic, ich hatte am Donnerstag meine Antwort schon begonnen, dann aber keine Zeit mehr diese zu "vollenden" :lol: Gerne nehme ich mir jetzt kurz Zeit. Da die oben genannte "Grundsatzdiskussion" mindestens eine Bachelorarbeit, wenn nicht sogar eine für den Master füllen könnte, versuche ich das Thema kurz und knapp herunterzurechen (ganz bestimmt gibt es Dissertationen; jemand was gefunden?).

Gerne möchte ich eine Gegenfrage an euch stellen: Wie hat Böhm gelernt unsere Querflöte zu spielen? Ok, vielleicht kann man viel von der Traversflöte übernehmen. Wie hat der Erfinder der Traversflöte gelernt zu spielen? Autonom. Ich wage zu behaupten, dass ein Mensch durchaus in der Lage ist, ein Instrument ohne Lehrer zu erlernen.

Nun zu meiner zweiten Frage: Warum nehmen dann viele angehende Musiker Unterricht bei einem Lehrer? Das erste, was mir in den Sinn kommt, ist, dass es "jeder" so macht. Warum macht es jeder so? Mögliche Argumente, die mir dazu einfallen:
- gesellschaftlicher Zwang
- Beschleunigung des Lernvorganges
- Annäherung an ein mögliches Idol
- Zwang durch erziehungsberechtigte Personen
- usw.

Eine weitere Grundsatzdiskussion: Was macht einen guten Lehrer aus?
- Große Motivation zum Lehren
- Talent zum Lehren
Nach vielen Lehrern kann ich hierzu nur sagen, dass ein Querflötenlehrer oft nur eine gewisse Richtung angeben und seine Erfahrung mit einem teilen kann, da wir anatomisch sehr verschieden sind. Vielleicht haben Oboisten bzw. Klarinettisten weniger Probleme damit? Letztlich muss jeder seinen eigenen Ansatz und die für sich ideale Fingerkrümmung etc. finden.
Auffällig ist, dass viele scheinbar hochtalentierte Jungflötisten einen "hochkarätigen" Lehrer haben. Ob der Erfolg dieser Flötisten nun daran liegt, dass sie so talentiert sind, oder ob die Lehrer einfach so gut sind, kann ich nicht beantworten. Wichtig ist aber sicherlich u. a. intelligente Arbeit, Freude und die Motivation viel Zeit zu investieren.

Ich versuche mal, den Bogen wieder zurückzufinden: Liebe Anja, ich habe sehr viel ohne einen Lehrer gelernt. Viele Jahre hatte ich gar keinen. Rückblickend ist das ein zweischneidiges Schwert für mich gewesen; Ich bin motiviert geblieben, weil ich nur das gemacht und geübt habe, was ich mit meiner beschränkten Sicht für richtig und für gut empfunden habe (und was mir großen Spaß gemacht hat :) ). Leider gibt es Grundlagen (wie bestimmte Atemtechniken oder Klangfarben), die ich erst mit einem Lehrer erlernen konnte. Wahrscheinlich hätte ich bedeutend schneller gelernt mit einem Lehrer. Aber wie Altepic schon geschrieben hat; es kommt auch immer darauf an, was man erreichen möchte.

Ich wünsche dir noch viel Freude mit der Querflöte.

Grüße

Sheepy
“Faux comme une flûte” est un proverbe musical dès longtemps établi. “Je connais quelque chose de plus faux qu’une flûte, disait Mozart. – C’est? – Deux flûtes.”
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Re: Review: Magic Flute Band 1 (Gisler-Hase) im Selbstversuc

Beitragvon elfin » 26.09.2016, 13:50

Ich bekenne mich als schweigenden Leser, da mir der Text ehrlich gesagt vieeeel zu ausführlich war (sodass ich gar nicht alles lesen wollte), und mich der genaue Aufbau einer Flötenschule auch nicht sooo sehr interessiert. Ich bin und werde nie eine Querflötenlehrerin sein, für die das vielleicht interessant sein könnte, und ich bin auch kein totaler Anfänger mehr, der gerade nach seiner ersten Schule ausschau hält.

Ich habe damals mit dem Querflötenbuch von Klaus Dapper begonnen, was anscheinend sehr ähnlich aufgebaut ist wie Anjas erste Schule. Dadurch dass die zweite Oktave so spät (meiner Meinung nach ZU spät) kommt, kam ich mit dem Überblasen nicht klar.
Ich habe jetzt quasi nochmal neu angefangen mit den Buchstabenbänden von Wächter-Weinzierl. Ab dem ersten Stück wird überblasen. So konnte ich meinen Horror davor endlich abbauen ;)

Und bezüglich dem Selbstlernerfolg bzw. dem autodidaktischen Lernen ist es immer ein schmaler Grat denjenigen nicht anzugreifen.
Als ich neu hier im Forum war hatte ich gerade meine erste Querflöte gekauft, das Dapper Buch bestellt und Unterricht in der darauffolgenden Woche gebucht.
Da ich 10 Jahre Blockflöte (Sopran- und Tenorflöte) gespielt habe fing ich schon mal im ersten Kapitel des Buches an rum zu probieren. Griffe und Noten sind ja erstmal gleich.
Daraufhin wurde ich hier im Forum zerfleischt, ich solle bloooooß warten, bis mir meine Lehrerin das zeigt, man könne ja soo viel falsch machen und ich würde mir Fehler angewöhnen, die nieeeee wieder weggehen (oder nur sehr schwer).
Durch eine Woche vor sich hin trällern ganz bestimmt nicht!

Mittlerweile habe ich ein wenig Erfahrung mit Unterricht gesammelt und kann nur sagen, dass ich ohne Lehrer geschätzt 70% falsch machen würde. Atmung, Haltung, Ansatz, schwierige Griffverbindungen...
Vor allem für den körperlichen Aspekt braucht man den Lehrer. Es ist nicht so wie beim Klavier wo mein sich einfach dran setzt, auf eine Taste drückt und es kommt der Ton. Bei der Flöte sind so viele Faktoren abhängig von dir selbst, dass ich der Meinung bin, dass man einigermaßen Flöte spielen nicht lernen kann ohne Lehrer.

So, und jetzt bin ich kein schweigender Leser mehr ;)
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Re: Review: Magic Flute Band 1 (Gisler-Hase) im Selbstversuc

Beitragvon James Blond » 26.09.2016, 21:40

Ja,

ich denke auch, dass sich Anja mit ihrem umfangreichen Bericht eine Menge Antworten und auch viel Lob verdient hat.
Über ihre Flötenkünste kann ich zwar noch wenig sagen, dafür beeindruckten mich ihre literarischen Fähigkeiten und die Stringenz, mit der sie an die Sache ging. Zum einen musste ich bei vielen Passagen schmunzeln, weil sie die Lücke zwischen Theorie und Praxis mit sanfter Ironie offenlegte, zum anderen staunte ich über soviel Engagement beim Selbststudium.

Denn dieses ist ja auch eines der Argumente gegen den lehrerfreien Unterricht: dass die Motivation früh nachlässt, sobald sich Durststrecken ankündigen.

Doch die in diesem Forum schon oft gestellte Frage nach der Notwendigkeit eines lehrerbasierten Unterrichtes beantwortet Anjas Beitrag natürlich nicht, sondern bleibt beim Erfahrungsbericht, wenn auch sehr detailliert.

Ich halte die Frage auch für müßig, denn sie lässt sich in dieser Allgemeinheit nicht gut beantworten. Grundsätzlich ist Unterricht natürlich gut, aber ob er immer unverzichtbar ist, möchte ich ebenso in Frage stellen. Es kommt auf den Typus des Schülers, die Fähigkeiten des Lehrers und die Art des Unterrichts an. Denn es gibt leider auch Lehrer, auf deren Unterrichtung man getrost verzichten kann. Außerdem wäre zu fragen, welche Form des Unterrichts von Vorteil wäre und wie sich seine Frequenz dynamisch den Fortschritten des Schülers anpassen ließe, statt im fixen Wochenturnus zu erstarren. Und zuletzt spielt, wie bereits erwähnt, auch das Ziel eine Rolle. Da gibt es eben nicht nur die Klassik mit Orchesterreife oder alternativ den Weihnachtsabend mit Hausmusik, sondern mittlerweile auch Jazz-Rock-Pop-Flötisten mit sehr verschiedenen Techniken und klassikfernen Artikulationen und Spielweisen.

Meine erste Querflöte bekam ich mit ca. 20 Jahren von einem Freund, der mir beiläufig erzählte, vom Elternhaus in der Jugend damit gequält worden zu sein. Er war froh, sie loszuwerden und ich erstand nicht nur seine Silberflöte günstig, sondern dazu eine Flötenschule, die nach Aussehen und Stil noch vom alten Böhm stammte. Aber die Grundlagen nebst Grifftabelle incl. Triller waren enthalten. Danach habe ich das Selbststudium begonnen, bis es für den Einsatz in einer Band reichte.

Natürlich habe ich nicht alles richtig gemacht, einige Töne falsch gegriffen, die dritte Oktave weitgehend vermieden oder zur allgemeinen Warnung nur darauf zurückgegriffen, wenn es mir zu laut wurde. Aber ich bin meiner Motivation gefolgt und habe mir vieles selbst angeeignet. Als ich dann später für ca. 1 Jahr systematisch Jazzflötenunterricht erhielt, musste ich natürlich viele Löcher ausfüllen, Tonarten ergänzen, Griffe korrigieren, andererseits hatte ich aber bereits einen eigenen Stil entwickelt, den ich nun weiter ausbauen konnte. Dabei kam mir die bereits entwickelte Fähigkeit zu Improvisation und notenfreiem Spiel sehr zupass.

Ich kann auch nicht bestätigen, dass mir einige falsche Griffe, schlechte Atmung oder falsche Haltung das weitere Erlernen behindert hätten. Das mag es zwar auch geben, aber ich denke, das wird von Lehrern bewusst etwas übertrieben.
Vermutlich hat einiges bei mir länger gedauert - na und? Worin liegt der Sinn, jemanden vom Bahnhof auf direktem Wege in die Konzerthalle zu lotsen, wenn er eigentlich die ganze Stadt kennen lernen möchte? Die Flöte bietet weitaus mehr Möglichkeiten, als Klassiker und ihre Lehrer gewöhnlich vermitteln können. Und mir ist es wichtig, die Spielfreude an eigenen Entdeckungen zu entwickeln, anstatt immer nur nachzuspielen, was andere einem vormachen. Zwar habe ich mir das Notenspiel eingermaßen angeeignet, aber ich fühle mich erst frei, wenn ich die Blätter zur Seite legen kann und etwas aus dem Bauch heraus spiele. Vielleicht liegt es daran, dass ich lieber Geschichten erzähle, als anderen etwas vorzulesen, einiges davon lässt sich auf Soundcloud auch anhören.

So - das war's von mir.

Liebe Grüße
JB
James Blond
 
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Re: Review: Magic Flute Band 1 (Gisler-Hase) im Selbstversuc

Beitragvon James Blond » 02.10.2016, 19:17

Hallo?

HALLO?

HALLO!!

Habe ich hier was ausgepustet?

:roll:
JB
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Re: Review: Magic Flute Band 1 (Gisler-Hase) im Selbstversuc

Beitragvon Anja » 02.10.2016, 19:54

Hallo,

jetzt hatte ich keine Zeit hier mal wieder rein zu schauen und nun finde ich gleich so viele Beiträge?! Vielen Dank Euch allen.

Ja, das Selbststudium ist schon ein zweischneidiges Schwert. Aber wenn ich so betrachte, was alles so gelernt habe, ohne dass es mir großartig jemand gezeigt hat oder ich gar unterrichtet worden bin, dann bin ich wohl so eine typische: Na, dann mach ich das jetzt halt mal selber - Person.

Ich unterrichte gelegentlich auch und es haben schon viele Leute versucht, mich zu unterrichten. Unterrichte ich, dann versuche ich zuerst einmal das Interesse der Schüler (immer Erwachsene mit sehr unterschiedlichem Vorwissen) zu wecken. Ich zeige ihnen gar nicht besonders viel, sondern ich zeige ihnen immer nur Ansatzpunkte, wo sie selber anfangen können zu lernen. Das ist schon alles. Natürlich gibt es auch Wissensvermittlung und Aufgaben, aber ich bin oft sehr erstaunt, welche unterschiedlichen Wege sie finden, diese Aufgaben zu lösen. Dann besprechen wir die Lösungswege und alle haben nochmal die Chance, sich das für sich heraus zu picken, was sie davon gebrauchen können. Ich habe so viele langweilige Lehrer in meinem Leben kennen gelernt; das war mir die größte Lehre von allen. Mir graut davor, jemanden gegen seinen Willen zu langweilen.

Als Schülerin bin ich selbst wohl etwas schwierig und vor allem: ich bin es auch definitiv nicht mehr gewohnt. Ich kann Wissen aufsaugen wie ein Schwamm, aber ich kann genauso gut auf bockig schalten und mein eigenes Ding durchziehen. Ein Lehrer hat dann zu Recht den Eindruck, dass alles, was er sagt oder tut, eigentlich "umsonst" ist. Das ist es natürlich nicht, denn auch am schlechtesten Beispiel kann man immer noch etwas lernen :? und oft genug kam bei mir der "aha"-Effekt auch erst eine gute Zeit später.

Kann es sein, dass es ein typische deutsches Phänomen ist, dass man für wirklich alles, einen Lehrer braucht? Egal, was Du tun willst, es wird immer geraten: Nimm einen Lehrer, mach einen Kursus, buche ein Wochenendseminar! - Ohne Lehrer scheint es nur in den seltensten Fällen gehen. Offiziell jedenfalls.

Willst Du Sport machen, dann kauf zuerst teure Sportschuhe und Funktionskleidung. Es kommt keiner darauf, einfach mal in Jeans und T-Shirt anzufangen.
Und wie sieht es mit Kindererziehung aus? Müssten da nicht alle Eltern wenigstens ein Pädagogikstudium mit "zwei" abgeschlossen haben?
Wie ist es mit dem Autofahren? Glaubt irgendjemand wirklich, dass die paar Pflicht-Fahrtstunden reichen, um im Straßenverkehr nicht unter zu gehen oder gar andere zu überfahren?

Beim Motorradfahren habe ich es durchexerziert. 7 Jahre habe ich mittlerweile trainiert, um in diesem Sommer dann doch gepflegt in einem Straßengraben zu landen.

Ich hatte echtes Glück mit meinem Lehrer in der Fahrschule und auf mit denen auf den Rennstrecken, denn Motorradfahren ist gefährlich, weil Du keine Knautschzone hast. Du kannst nur schnell reagieren (Kopftraining), super in Leder und Protektoren verpackt unterwegs sein und regelmäßig ins Fitness-Studio gehen, um im Falle eines Falles wengistens schnell wieder auf die Beine zu kommen. Du musst fahren. So viel wie möglich und so hart an Deinem persönlichen Limit wie es eben geht, bis Du Dich kopfschüttelnd fragst: "Warum rase ich hier herum? Was in aller Welt treibt mich dazu?". - Genau das wird auch in professionellen Motorradkursen gemacht. Du fährt die ganze Zeit am Limit, um die Schwelle höher zu setzen und so "besser" zu werden. Bist Du hinterher wieder auf der Straße unterwegs, hast Du Probleme, noch irgendein 70er Schild rein geschwindigkeitstechnisch ernst zu nehmen, weil Du weißt, Du kannst da auch mit mind. 140 herkacheln, wenn es Dir in den Sinn kommt. Und Du fährst super entspannt - sogar dann noch, wenn Dir ein Auto auf Deiner Spur entgegen kommt, weil da mal wieder jemand am Steuer sitzt, der es eben nicht besser gelernt hat.

Und wisst Ihr, was meine Freundin gesagt hat, als ich wieder aus dem Graben gekrabbelt war und wir auch ihr Bike wieder in die Vertikale gestemmt hatten? - "Ich glaube, für solche Situtatioinen, da müssten wir mal ein Training mitmachen..." - Dann soll sie mal :mrgreen:

Deswegen ist das Querflötenspielen auch ein ziemlich passender Ausgleich: Vollkommen ungefährlich und höchsten sehr nervig für alle unfreiwilligen Zuhörer. Und damit wäre ich dann auch schon bei meinen Zielen.

Ich mag es nicht, irgendwo "auftreten zu müssen". Ich kann es zwar, aber für mich ist das stressig. Meine Reihe ist definitiv die zweite. Wenn ich irgendwo "mitmachen soll" ist es okay, aber von mir aus, werde ich das nicht tun. Aber ich will, dass niemand weglaufen muss, wenn ich beginne zu flöten. Das einfachste Kennzeichen ist der berühmte Besenstil, der von unten unter die Decke geklopfot wird, wenn es so langsam reicht. Das hat meiner Vermieterin im Studium immer gemacht, wenn es ihr zu viel wurde :) Die Musikschule propagiert die Teilnahme am Ensemble-Spiel. Mir soll es recht sein :D

Und wenn jemand da ist, der zuhört, dann soll er möglichst keine Ohrenschmerzen bekommen, sondern er soll gerne zuhören und vor allem will ich mir selbst gerne zuhören können. Bis zu g'' ist es ja auch inzwischen passabel.

Von Hause aus habe ich überhaupt keinen Bezug zur klassischen Musik mitbekommen. Wenn ich jedoch auf der Flöte mühselig versucht habe, mich an irgendein "klassisches" Stück heranzutatsten, fand ich es - zumindest in etlichen Fällen - plötzlich wirklich schön. - Trotzdem würde ich es mir wohl kaum auf z.B. einer CD anhören - außer natürlich, ich brauche eine "Vorlage", weil ich mir selbst aufgrund der Noten allein nicht erklären kann, wie es sich anhören müsste. - Vielleicht ist es auch genau das.

Ich sehe vor mir einen Haufen zuerst einmal völlig kompliziert aussehender Noten und wenn Du die dann plötzlich hören kannst, dann erschließt Du Dir damit eine ganz neue, bisher unbekannte Welt.

Vor mehr als 30 Jahren da habe ich in Irland eine brilliante Tin Whistle Spielerin, die nicht viel älter war als ich, neben einem Souvenierverkaufsstand gehört. Sie spielte so genial, da habe sie extra nochmal gefragt, ob das wirklich genau die Touristen-Tin Whistle wäre, für die sie hier die Verkaufsförderung betrieb. In der irischen Musik sind nur immer ein paar Noten tatsächlich auf dem Papier, aber gespielt werden ja viel mehr als dort stehen und es gibt sehr viele Verzierungen, die man einfach so spielt, wie es am besten im Kontext klingt. Dafür muss man aber sehr gut spielen können. So wie James Blond das schreibt: Erst wenn man die Notenblätter zur Seite legen kann und einfach anfängt zu spielen, dann beherrscht man das Spiel und dann kannst Du die Verzierungen einbauen und dann hört es sich wirklich gut an. Mit diesem Ziel vor Augen habe ich die letzten Jahre auf der Blockflöte gespielt, weil für mich der Klang einer Blockflöte angenehmer ist als der eine Tin Whistle.

Im Prinzip bekommen wir in unserem Leben allerhand fertige Dinge vorgesetzt, aber so richtig interessant ist doch das, was ich nicht auf Anhieb verstehe oder nicht auf Anhieb interpretieren kann: Finde ich das gut? Hört sich das blöd an? - Es ist wahrscheinlich am ehesten zu vergleichen mit einem Kind, was sich durch das Lesen von Büchern plötzlich eine ganz neue, erweiterte Welt erschließt. Das ist wohl mein Antrieb.

Im Zeitaltern von Smartphones und Apps ist das zum einen reichlich aus der Mode gekommen, aber wir hätten keine Smartphones, wenn wir uns nicht irgendwann aufgemacht hätten, uns die Welt der Nullen und Einsen zu erschließen. Und wenn man diese ganzen neuen Möglichkeiten nun auch noch nutzen kann, um sich etwas beizubringen, was für einen selbst eigentlich völlig fremd ist, wofür man keine Zeit oder kein Geld hätte, das ist doch in jedem Falle ein Gewinn. Dadurch werde ich doch zu der, die ich bin.

Ich bin mir eigentlich ziemlich sicher, dass die jüngeren Leute, die schon mit dieser "fertigen" Computerwelt aufwachsen und sie nicht erst mühselig zum Laufen bringen müssen, sehr vielfältigere Dinge lernen werden, wenn sie nur jemanden finden, der sich dazu im besten Sinne anhält. Und vielleicht ist das auch das aktuelle Problem mit den "Lehrern". Die Lehrer sind immer noch Lehrer im klassischen Sinne, weil die meisten ja selbst auf dieses klassische Art und Weise ihr Wissen erlernt haben und das ist womöglich nicht mehr immer zeitgemäß, denn nicht jeder möchte vom "Bahnhof direkt in den Konzertsaal" und trotzdem ist ein gewisses Grundwissen auch weiterhin notwendig, um seine persönlichen Ziele - seien sie für andere noch so "klein" - zu erreichen.

Deswegen denke ich, dass ich - genau wie beim Motorradfahren - halt doch irgendwann einen Lehrer brauche, denn in vielen Fällen sind geschriebene Erklärungen und YouTube-Videos eben doch nicht ganz ausreichend. Was mir fehlt ist sozusagen die "offziell anerkannte Messlatte", die mir sagt: Das beherrsche ich jetzt und da muss ich weiter daran arbeiten. Das ist aber ein ganz anderer Typus von Lehrer als man ihn üblicherweise irgendwo sehr schnell findet und der einem dann in 30, 45 oder 60 Minuten pro Woche etwas "beibringt".

Ich mache jedenfalls erstmal mit "Magic Flute 2" weiter. Die zwei unterschiedlichen Mundstücke der Trevor James und die Armstrong ergänzen sich dabei in meinen Augen sehr gut. Durch das Holzmundstück bin ich gezwungen, sehr sauber anzublasen und spiele aktuell vor allem Tonleiter-Übungen zu Beginn, weil ich mich darauf auch nur bedingt lange konzentrieren kann. Das Silbermundstück bringt hübsche Töne in der zweiten Oktave und ist geeignet, die neuen Übungsstücke zu erarbeiten. Flöte ich "einfache" Stücke, die ich schon oft auf den Blockflöten gespielt habe, dann geht das auch mit der klappernden Armstrong, selbst wenn die vom Ton her doch einigermaßen oft daneben liegt. Ich weiß ja zur Not, wie es klingen sollte und vom Greifen her, ist die Armstrong echt eine Herausforderung, während die neue Trevor James einfach so funktioniert ohne dass ich darüber nachdenken müsste.

Es gibt also noch viel zu tun... ob mit oder ohne Lehrer :wink:
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Re: Review: Magic Flute Band 1 (Gisler-Hase) im Selbstversuc

Beitragvon lgross » 07.07.2018, 09:22

Man kann durchaus ohne Lehrer und Unterricht mit Spass Querflöte spielen, wenn man keine professionellen Ambitionen hat. Ich hatte als Kind etwa 3 Jahre lang Blockflöten-Unterricht (Sopran und Alt), danach habe ich nur noch gelegentlich (Weihnachtslieder) gespielt. Zur Feier meines bestandenen Vordiploms habe ich mir dann Jahre später eine Querflöte gegönnt, die ich ohne Lehrer erlernt habe. Jetzt, im Rentenalter, spiele ich immer noch (inzwischen auf einer besseren Querflöte und auf einer irischen, klappenlosen Querflöte) für mich zum eigenen Vergnügen. Im Laufe der Jahre habe ich auch noch andere Instrumente ohne Lehrer erlernt: Klarinette, Cello und Kontrabass. Kontrabass spiele ich übrigens jede Woche in einem Laien-Orchester, Querflöte nur für mich zuhause.
Musizieren hat mir immer viel Freude gemacht und ich habe die Instrumente recht schnell soweit erlernen können, das es sich für Zuhörer nicht zum Weglaufen anhört. Vermutlich mache ich auch auf jedem Instrument jede Menge Fehler und auf keinem Instrument nutze ich den maximal möglichen Tonumfang auch nur annähernd aus. Aber mir macht das "unprofessionelle" Spielen der verschieden Instrumente Spass, während das "Erarbeiten" wirklich guter Instrumentalkenntnisse mit Lehrer (habe ich ein knappes Jahr beim Cello probiert) mich eher langweilt.
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