Ich hab grad voll das Tief. Nachdem mein neuer Lehrer mir nun einiges gesagt hat, was ich locker lassen soll, klappt gar nichts mehr. Die Töne in der Höhe sind besser geworden, aber ab e1 und abwärts kommt nur noch ein ganz dünner Ton. Das hatte ich "früher" nicht, eigentlich waren die Tiefen immer meine Stärke Keine AHnung was los ist. Nach ca. 30 Minuten Tonüben kommts dann plötzlich, aber es fühlt sich irgendwie genauso an wie sonst auch. Hilfe! Ich verzweifle -.- Ich schaff das einfach nicht mit der gewünscht Lockerheit, ich spann leicht wieder so viel an. Damit ich mir das abgewöhne, soll ich Whistle-Töne spielen. Ich habs im unterricht geschafft, aber jetzt finde ich die nicht wieder (die waren neu für mich, ich hab sie nicht mehr im Ohr). GIbts irgendwo eine Aufnahme?!
Ganz ruhig, ich glaube, du bist viel zu ungeduldig!
Sowas stellt man nicht von heute auf morgen um, sondern du musst erstmal nach und nach ein Gefühl dafür bekommen, wie sich die von deinem Lehrer vorgeschlagenen Änderungen anfühlen, welche Auswirkungen das auf dein Spielen hat und wie man es tatsächlich umsetzt (nur zu wissen, was man "locker lassen" soll, reicht längst nicht, um das auch wirklich zu tun). Bis man die alten Gewohnheiten abgelegt und die neuen Spieltechniken sicher automatisiert hat, dauert es Wochen oder eher Monate - das ist völlig normal. Und bis dahin wird es dir immer wieder passieren, dass gewisse Tonbereiche nicht so klingen, wie du es dir wünschst oder dass du dich dabei ertappst, in alte Gewohnheiten zurückzufallen.
Also nur Geduld. Es ist doch schon ein toller Erfolg, wenn die hohen Töne besser geworden sind. Alles andere kommt schon mit der Zeit.
Christina hat geschrieben:Ganz ruhig, ich glaube, du bist viel zu ungeduldig!
Ja, das bin ich wohl (zumindest mit mir selbst). Ist jetzt eigentlich das erste mal, dass ich die Erfahrung mache, dass auch mal was etwas länger braucht... Hast du noch einen Tipp für die Whistle-Töne? Ich weiß nicht ob das, was raus kommt, die gewünschten sind. Ist ein ganz leister Ton (der auch flüsternd klingt), aber der, den mein Lehrer mir vorgespielt hatte, hab ich kräftiger in Erinnerung. Es geht um Übung 5 aus Peter Grafs "Check Up". Ich freu mich ja, dass ich mal was neues höre. Aber im moment wirft es mich noch ein wenig zurück. Ich freue mich, wenn das Ergebnis positiv hörbar wird!
Hallo Muri, die Übungen aus dem Check Up sind aber auch verd... schwer, da kannst Du nicht erwarten, dass alles gleich klappt und auch noch gut klingt...
Soweit ich weiß, sollen die Whistle Tones x-mal überblasen werden und Du sollst mit möglichst wenig Lippenspannung und optimaler Luftführung (um hier mal das böse Wort "Stütze" nicht zu verwenden) den Ton bilden; ich weiß grad nicht, ob auch noch pppp...
Kann mich also Christina nur anschliessen: Geduld und "schlau" üben und nie etwas erzwingen wollen. Mit "Gewalt" geht nämlich gar nichts, das kann ich Dir aus eigener Erfahrung versichern. Man kann es nicht "wollen", man muss es zulassen.
(Und das sagt ausgerechnet eine, bei der Geduld auch nicht unbedingt zu ihren Stärken gehört )
Aber ich muss jetzt auch mal was loswerden; was vieeeeel schlimmeres: Meine Flöte ist schon seit einer Woche beim Flötenbauer und ich habe keinen Ersatz und kann jetzt gar nicht flöten! Ich bin so unleidlich, dass meine Familie mir schon angeboten hat, ich sollte doch bitte dahin gehen, wo der Pfeffer wächst....
Die Übungen sind tw. echt fies. Hab mir vorhin Übung 2 angetan und mir ist tatsächlich schwarz vor Augen geworden - das hatte ich seit meiner 2. Flötenstunde nicht mehr Ich folge bei den Whistle-Tönen der Anweisung, weiß aber nicht ob der Ton, der entsteht, der richtige ist Ärgerlich... Vorhin haben die tiefen Töne endlich wieder gut geklappt. Ich glaub ich hab jetzt raus, was ich verändern muss. Am liebsten würde ich sofort zu meinem Flötenlehrer fahren und ihm vorspielen und fragen, ob DAS seinen Vorstellungen entspricht Ich habe grade die Befürchtung, dass ich in meine alten Gewohnheiten zurückgefallen bin...
Ja, Altetröte, Geduld liegt uns beiden wohl nicht Was ist denn los mit deiner Flöte? Als meine Flöte das erste mal in der Werkstatt war, hab ich in der Zeit einfach Blockflöte gespielt Jetzt hab ich für solche Fälle zum Glück meine alte Flöte als Zweitflöte. Das ist irgendwie beruhigend!
Ich bin nicht ganz sicher, ob ich verstanden habe, welche Übung du meinst und habe leider auch gerade das Heft nicht zur Hand, um mal eben nachzuschauen (habe das nicht regelmäßig genug im Einsatz, um die Übungen auswendig zu kennen). Ist es so ein Spielchen, bei dem ein Ton bei gleichem Griff immer weiter überblasen werden soll, so dass die verschiedenen Obertöne ansprechen? Und du schaffst es zwar, den Ton zu überblasen, bist aber unsicher, ob du dabei den richtigen Ton triffst?
Dann hilft es, sich die einzelnen Töne oder auch bestimmte Intervalle usw. zuerst mit den "normalen" Griffen vorzuspielen, damit man eine möglichst gute Klangvorstellung entwickelt. Wenn du dann weißt, wo du hin willst, klappt es meistens auch mit dem überblasenen Ton.
Nein, die Übung ist es nicht. Die kenne ich auch und da weiß ich mir zu helfen
Die Übung zeigt ein Notenbild, in dem erst ein g', d''' und dann ein h''' normal angespielt werden. Danach ein gegriffenes h''' als "Whistle-Ton". Danach eine weitere Tonfolge, alles "normale" Griffe als Whistle Ton. Am Ende ein gegriffenes g''' als Whistle, dann umgreifen zum g', aber g''' Whistle. Hier steht: "Ziel: Lockerer, aber präziser Ansatz" und auf der anderen Seite die Anweisungen "Reduziere den Druck an der Kontaktstelle Flöte/Unterllippe auf ein Minimum. [...] als ob du pfeifen würdest. [...] wenig Luft". Ich weiß nur noch, dass alles sehr offen war. Aber ich kann mich einfach nicht mehr daran erinnern, wie der Ton klingt. Ich hab leider auch in keinem Übungsheft mit CD eine Aufnahme davon... Mein Problem ist gerade, dass ich nicht weiß ob das, was ich produziere "richtig" ist.
Ich komm gerade aus der Probe...zwei Plätze weiter von mir (ich Oboe *g*) sitzt eine kleine Querflöte. Das Mädchen ist 10 und für ihr Alter nicht sonderlich groß. Sie gibt sich sehr viel Mühe, aber kommt halt noch nicht so gut mit. Alles soweit so gut. Aber, die Hand- und Finger- und Körperhaltung des Kindes ist eine Katastrophe. Vor zwei Monaten (damals hat die Kleine überraschend vom gebogenen Kopfstück auf das gerade gewechselt), hab ich die Mutter darauf angesprochen (eben in dem Zusammenhang das ich den Wechsel für verfrüht empfinde). Seitdem ist die Haltung immer schlimmer geworden, aktuelle Haltung:
Das Flötenrohr liegt komplett in der Innenfläche der rechten Hand, also liegt nicht an der Fingerwurzel an sondern sie umschließt das Rohr, berührend, mit der Hand. Die rechte Hand ist dabei komplett nach hinten geknickt. Die Folge davon ist, dass die Finger recht weit vorne sind (selbst bei ihren sehr sehr kleinen, kurzen Fingern). Also tippt sie die Klappen nur noch mit den Fingern an, aber nicht wie sonst oft gesehen hinten, sondern vorne. D.h. sie berührt die Klappen nicht mehr mit den Fingerkuppen sondern nur noch an ihrem vorderen Ende mit dem obersten Fingergelenk. Soweit die rechte Hand. Die linke Hand macht das Übliche, sprich der Ringfinger tippt die Klappe nur an, die anderen Finger dieser Hand ebenso (aber zumindest noch in dem "normalen" Fehler). Insgesamt hat sie überhaupt keine Körperspannung, hängt total auf dem Stuhl. Der rechte Arm ist total gestreckt, weil die Flöte zu lang ist. Auch die Finger sind total spannungslos und schlichtweg mit der Haltung überfordert.
Ok. Die Situation hab ich der Mutter erklärt. Ich habe meine Bedenken klar formuliert und gesagt, dass die Kleine so in Zukunft Schwierigkeiten haben wird. Was erzählt mir die Mutter....Also sie hätte damals die Lehrerin darauf angesprochen. Die Lehrerin meinte, es wäre doch völlig egal wie das Kind die Flöte hält und die Klappen drückt. Sie lege nur sehr viel Wert auf den Ton und solang der dadurch nicht beeinträchtigt wird ist das völlig egal. Und es klingt doch so gut, also warum sollten sie darauf achten wie die Finger auf den Klappen liegen. Und das Problem mit der Geschwindigkeit wäre auch keines, weil sie ja auch dieses Antippen verschnellern könnte und dadurch also nicht beeinträchtigt wäre. Und Ringklappen wären sowieso sinnlos. Also, solange es gut klingt sieht sie keinen Grund an der Haltung zu arbeiten.
Ok, was denke ich mir. Die Frau hat keine Ahnung. Natürlich klingt der Ton nicht anders, wenn ich die Klappe weiter vorne oder hinten drück. Das hat ja keinerlei Zusammenhang. Also absoluter Schwachsinn. Und das die Kleine ihre Fingerarbeit so trainieren kann das sie durch diese, sehr spezielle Haltung nicht beeinträchtigt wird ist absolut unwahrscheinlich. Mit der Haltung kann man die Finger gar nicht schnell bewegen.
Naja gut, die Mutter wollte die Lehrerin noch einmal darauf ansprechen, sieht aber keinen Grund etwas zu ändern. Ihr scheinen die Argumente der Lehrerin plausibler als meine. Auf die Nachfrage welche Qualifikation die Lehrerin denn hätte, hat sie nur geantwortet, das wisse sie nicht aber sie unterrichtet schon seit vielen Jahren und wäre schon über 40.
Und ich bin eben nur 22 und unterrichte erst seit drei Jahren....
Also sprich: das arme Kind wird durch eine unqualifizierte, schlechte Lehrerin versaut. Es gibt dann mehrere Möglichkeiten. 1. das Kind bleibt versaut, hat irgendwann keinen Spaß mehr und kommt nicht mehr voran. Also hörts halt auf oder bleibt auf dem Level stecken und gurkt halt irgendwie immer mit.... 2. das Kind bringt sich selber auf ein besseres Level (durch Beobachten anderer Orchestermitglieder, hab ich damals auch gemacht), kommt an einen gewissen Punkt und kommt dann auch nicht mehr weiter. Gurkt schlussendlich dann auch wieder nur mit.... 3. das Kind wechselt irgendwann zu einer anderen Lehrerin die dann verzweifelt. Das Kind verzweifelt auch, weil ein solches gravierendes Umlernen keinen Spaß macht. Bei viel Disziplin und Motivation klappt es irgendwann besser, Fortschritte können erzielt werden. Wenn nicht, hörts irgendwann auch auf....
So direkt kann man es leider der Mutter nur nicht sagen (weil sie ja eben meint die andere Frau hätte mehr Ahnung als ich...obwohl sie weiß das ich Flöte studiere).
Naja, warum rege ich mich eigentlich darüber auf. Ist ja nicht mein Problem. Aber andererseits, ich muss die Kleine jede Woche so sehen. Ich hab selber zwei Mädels die ich übernommen hab, bei denen wir an solchen Dingen arbeiten müssen. Das ist für die Beiden auch nicht unbedingt schön, wir könnten wesentlich weiter sein wenn wir nicht "von vorne" hätten beginnen müssen. Und schlussendlich, ich war selber lange ein so versautes Kind. Schlussendlich hat mich das dann der Möglichkeit beraubt Querflöte auf einem höheren Level zu spielen und damit nicht nur Lehramt sondern Künstlerisches Fach o.ä. zu studieren.
Aber ich versteh auch die Mutter, dass sie der erfahrenen Lehrerin glaubt und nicht der jungen Studentin....
Oje, so was tut mir auch immer Leid, wenn ich so jemand sehen muss...wie wichtig ein guter Lehrer von Anfang an doch ist! Vielleicht würde es dieser Mutter helfen, wenn sie noch andere Meinungen von weiteren qualifizierten Leuten hören würde. Dann lässt sie sich vielleicht überzeugen, dass du Recht hast. Natürlich ist eine richtige Haltung unverzichtbar und wenn diese Lehrerin nicht merkt, dass sie sich auf das Spiel und den Ton auswirkt, dann hört sie eben schlecht! Es ist echt schwer aus der Situation heraus zu kommen für das Kind, wie du ja durch die 3 Möglichkeiten beschrieben hast. Aber vielleicht kannst du ja mal mit der Lehrerin direkt Kontakt aufnehmen...
Naja, hab grad auch schlechte Laune, ich reg mich im Moment darüber auf bzw. aufregen will ich mich ja nicht, aber es fällt mir trotzdem auf, dass unser Wettbewerbsprogramm mittlerweile so mechanisiert ist, dass ich nichts mehr bei den Stücken empfinde und kein Ausdruck und keine Emotionen mehr drin sind...sehr schade...bis in einer Woche kann man da sowieso nichts mehr ändern, aber ich finde es echt schade. Trotzdem werde ich mit meiner Pianistin davor noch spielen müssen, damit sie zufrieden ist und ihr Gewissen befriedigt hat, was aber nicht förderlich für die Musikalität ist. Wie schaffen es eigentlich andere Leute Stücke über so einen langen Zeitraum lebendig zuhalten?
Zuletzt geändert von La musicienne am 16.05.2010, 12:32, insgesamt 1-mal geändert.
Das kann ich nur zu gut verstehen! In dem Jugendorchester das ich dirigiere, habe ich gleich 4 junge Flötistinnen mit absolut katastrophalen Haltungsfehlern (sowohl Körper- als auch Instrumentenhaltung) von denen mindestens zwei ebenfalls noch mit gebogenem Kopf spielen würden, wenn es meine Schüler wären. In den Proben weise ich zwar immer wieder auf die richtige Sitzhaltung hin, aber wenn die Lehrer im Anfangsunterricht nicht ständig und konsequent an diesen Dingen arbeiten, hat man keine Chance. Und natürlich hört man das auch am Ton!
Eine von den Kleinen kam in der letzten Probe zu mir und meinte ganz verzweifelt, ihre Flöte wäre kaputt, es würde gar kein Ton mehr rauskommen. Na ja, ich habe dann eine "Blitzreparatur" durchgeführt, indem ich einfach mal das Kopfstück so eingestellt habe, dass die Luft eine Chance hatte, die Mundlochkante zu treffen ... und als ich dann noch die Flöte völlig problemlos einmal über den ganzen Tonumfang angespielt habe, machte das Mädel ganz große Augen und fragte mich, warum das denn bei ihr nicht so klingt ... den eigentlich fälligen Vortrag über die Zusammenhänge zwischen Körperhaltung, Luftführung und Tonbildung habe ich uns beiden dann aber erspart .
Ich habe da auch mal nachgefragt, wer denn eigentlich den Anfängerunterricht macht. Das sind irgendwelche Musiker aus den eigenen Reihen, die selber auch keine brauchbare Ausbildung genossen haben. Wenn die den D1-Lehrgang bestanden haben, werden die auf die kleinen Anfänger losgelassen. Und das, obwohl sie selber viele elementare Grundlagen noch nicht beherrschen (und auch auf dem Niveau sicher nicht behrrschen können oder müssen). Wenn man solche Dinge hört, wundert man sich über gar nichts mehr. Aber meine Argumente, dass gerade ein Anfänger in den ersten Jahren einen Lehrer braucht, der weiß was er tut, sind leider nicht wirklich ernst genommen worden. Mit dem D1-Lehrgang würden die Leute ja die wichtigsten musikalischen Grundlagen kennen und viel mehr brauchte man ja bei den ganz Kleinen sowiso noch nicht. Außerdem haben sie es ja schon immer so gemacht ...
Im Prinzip kann es mir ja egal sein. Ich mache da den Job, für den ich bezahlt werde und freue mich, dass es in meinem Heimatverein besser läuft. Aber mir tun immer die Kinder leid, denn wie du schon richtig schreibst, bleiben die dabei langfristig auf der Strecke. Zwei der "Flötenlehrerinnen" nehmen jetzt bei mir Unterricht. Da findet ebenfalls noch ganz ganz viel Grundlagenarbeit statt und ich habe eine geringe Hoffnung, dass wenigsten ein kleiner Teil davon irgendwann auch bei den Kids landet.
Wir haben auch ein paar junge Flötistinnen mit schlechter Haltung im Jugendorchester. Ich weiß leider auch nicht von wem sie unterrichtet werden. Was ich aber auch immer sehr schade finde, ist, wenn der/die Lehrer/in eigentlich qualifiziert ist, immer wieder darauf aufmerksam macht, etc., und trotzdem wird dann während des Spiels kein Gedanke daran verschwendet, selbst wenn man schon so weit ist, dass bestimmte Dinge automatisiert sind und man eigentlich Acht darauf geben könnte. Das will ich bei weitem nicht jedem/r Schüler/in unterstellen, bei dem/der Haltungsfehler vorhanden sind. Nur das finde ich auch sehr schade. Es muss einfach von beiden Seiten Motivation da sein und mindestens von einer, wie ihr schon beschrieben habt auch Qualifikation, sonst hat der/die Schüler/in einfach keine Chancen, was sehr traurig und eigentlich "unnötig verschwendete Zeit" ist. Kannst du vielleicht noch andere qualifizierte Leute (Leute, die auch die Mutter als "gleichwertig qualifiziert" mit der Lehrerin ansieht), die vielleicht ihre Meinung dazu sagen könnten, Luvanir? Denn, ich verstehe was du meinst, es ist sicher nicht schön, dass Mädchen jede Woche so zu sehen und es ist eben so schade, dass sie mehr oder weniger gar keine richtige Chance bekommt.
es wäre schade um das Stück, wenn es wirklich so mechanisch daherkommt, die Du denkst. Wahrscheinlich ist es gar nicht so schlimm
Du kannst es doch bestimmt auswendig, oder? Dann versuch doch einmal, es mit geschlossenen Augen, so quasi "meditativ" zu spielen und hör Dir selbst einfach nur zu. Achte gar nicht darauf, dass eventuell mal der Ton nicht so schön ist oder Du Dich mal verspielst. Stell Dir zu dem, was Du hörst, etwas vor: ein Bild oder eine Geschichte und dann fang an, das Bild zu beschreiben mit Deiner Flöte. oder die Geschichte zu erzählen. Vielleicht hilft Dir das dabei, das Stück neu zu entdecken!
Ich drücke Dir auf jeden Fall ganz fest die Daumen für den Bundeswettbewerb!!!!!
Liebe Grüße von der
Alten Tröte
P.S. @ Muri. Meine Flöte sollte nur nachgesehen werden und eigentlich schon direkt wieder mitgegeben werden. Aus irgendeinem Grund hat das nicht geklappt und nun soll sie mit der Post kommen, was aber leider immer noch nicht geschehen ist und ich bin schon völlig neben der Spur. Es ist einfach unglaublich, wie wichtig mir das Flöten inzwischen geworden ist. Ich wünschte mir nur, ich könnte es besser ...
Danke naja ist nicht ganz einfach so ganz unvoreingenommen an die Stücke ran zu gehen, ist aber einen Versuch wert auf jeden Fall. Eigentlich gibt es zu jedem der Sätze in meinem Kopf schon ein Bild bzw. bestimmte Emotionen, aber wenn ich anfang zu spielen, läuft bloß noch ein automatisiertes Programm ab. Auswendig kann ich es eigentlich nur bis zu einem bestimmten Grad, was mich eigentlich wundert, da ich es sooo oft gespielt hab. Vorallem wenn wir zusammen spielen, werde ich immer so ausgebremst im Ausdruck. Meine Pianistin hat, ohne das jetzt böse zu meinen, die Stücke wirklich tot geübt und wenn man dann zu so einer leblosen Stimme seinen Part dazuspielen soll, bemüht man sich vergebens, Spannung und Leben reinzubringen. Sie übt ein vielfaches von meiner Übezeit, was mehr schadet als nützt, aber sie versteht einfach nicht, dass das was ihr nicht gefällt oder was ihr fehlt, an der Leblosigkeit liegt und nicht an irgendwelchen technischen Sachen oder irgendwelchen Akzenten oder sonst irgendwelchen Kleinigkeiten. Och, es ist einfach nur traurig, es wär echt so gut, wenn wir die Sachen mit der gleichen Frische, wie zum ersten Mal spielen könnten.
Das erinnert mich ein wenig ans Uniorchester letztes Jahr. U.a. kam der Hochzeitsmarsch (von Mendelssohn-Bartholdy), der ja wirklich ein wenig nervig ist. Bei der vierten (und letzten) AUfführung meinte der Dirigent: "Ich weiß, das Stück habt ihr schon so oft gespielt. Aber die Leute da draußen hören das nun zum ersten mal. Tut so, als würdet ihr es auch zum ersten mal spielen." Haha, Witz gerissen. Ich kenn das zu gut. Hab letztes Jahr auch ewig ein Stück geübt, was dann auch irgendwann aufgeführt wurde. Ich dachte auch ich spiel das danach nie wieder. Aber nach ner langen Pause hab ichs wieder ausgekramt und ich mags doch noch Aber so eine lange Pause könnt ihr euch nun nicht leisten, oder? Ich hör mir dann gerne verschiedene Aufnahmen an und entdecke dann immer wieder was neues, was man noch anders spielen kann. Dann gefällt mir das wieder!
Manchmal hilft es auch, zwischendurch einfach mal irgendwelche anderen Stücke zu spielen. Entweder etwas, was vom Charakter und Ausdruck ähnlich ist (aber neu) und man versucht das anschließend zu übertragen. Oder eben mal das krasse Gegenteil. Da ihr euer Stück ja scheinbar vom Technischen usw. beherrscht, schadet es sicher nicht, mal eine oder zwei Proben etwas anderes zu machen zur Abwechslung. Danach ist sicher die Motivation für das Bekannte auch wieder größer und es klingt gleich ganz anders.