Alles was nicht zum Thema Querflöte gehört ;)
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Re: Schlechte Laune Thread ...

17.05.2010, 11:51

Natürlich spiele ich nebenher noch was anderes und sie auch. Aufnahmen haben wir auch schon viele angehört und unsere Interpretation ist dadurch auch beeinflusst worden. Irgendwann hat man dann eine eigene.
Naja eine Woche haben wir noch Zeit, aber ich üb jetzt eher Tonübungen und Fingerübungen um mich fitzuhalten. Ich hab 3 Wochen die Stücke ganz weggelegt und sie knappe 2 Wochen oder weniger nach jeder Wettbewerbsrunde.
Aber wir hätten sie wahrscheinlich doch nicht zu oft zusammen spielen sollen.
Leider hört die Jury die Stücke nicht zum ersten Mal :wink: sondern darf sie sich sogar mehrmals in selben Wettbewerb anhören. Aber in einer Woche ist es ja vorbei und ich kann mich wieder auf andere Sachen konzentrieren und mit gaaanz viel Frische neuen Aufgaben ins Gesicht sehen!

17.05.2010, 11:51

Re: Schlechte Laune Thread ...

13.12.2010, 10:04

Ich könnt kotzen....

Immer wenn ich Schüler übernehme gibt es das gleiche Muster.

Sie hatten vorher schlechten Unterricht und haben grundsätzlich No-Name China Böller auf denen sie versuchen zu spielen. In der Regel sind die Flöten dann auch schon kaputt zu dem Zeitpunkt (Da schließt die Klappe nicht mehr, da fehlt ein Kork usw.....) und ich muss mich mit den Eltern rumärgern die gar nicht verstehen warum ihr Kind eine neue Flöte haben sollte.... :evil: Aber der Flötenbauer meines Vertrauens weigert sich halt solche Instrumente zu reparieren. Und das macht ja auch gar keinen Sinn. Dann bringen sies wieder zu dem Händler bei dem sie den Schrott gekauft haben, und der verkauft und repariert alles. Grundsätzlich mit dem Ergebnis, dass nachher auch nicht mehr geht als vorher aber es kostet einen Haufen Geld....

Und dann soll ich mit den Kindern sinnvollen Unterricht machen und gut arbeiten. Und eigentlich geht gar nichts weil die Flöte nicht geht.... :cry:

Und dabei hätten wir immer genug zu tun, auch mit einer funktionierenden Flöte....

Re: Schlechte Laune Thread ...

13.12.2010, 11:21

Wie ärgerlich! Hast du eine Ahnung, woran es liegt, dass es da immer wieder die gleichen Probleme gibt? Kommen die Kinder z.B. alle von dem gleichen Lehrer, der gleichen Musikschule oder was auch immer? Weil auffallend ist das ja schon irgendwie! Ich meine, ich habe auch schon Schüler übernommen, bei denen vorher viel falsch gelaufen ist. Und auch schon welche mit schlechten Billigflöten. Aber im großen und ganzen sind das zum Glück eher Einzelfälle, wo man sagen kann, die haben halt Pech gehabt.

Re: Schlechte Laune Thread ...

13.12.2010, 11:59

Bei mir sind Schüler mit Billigflöten eher die Regel als Schüler mit guten Flöten....

Die kommen von ganz verschiedenen Lehrern. Die Schüler haben natürlich nicht nur schlechte Flöten sondern meist einfach auch keinerlei ordentliche Grundlagen. Daher gehe ich dann oft davon aus, dass der Lehrer das gar nicht böse gemeint hat, sondern das er einfach keine Ahnung hatte....

Oft kaufen die Eltern halt einfach selber die Flöten ohne das mit dem Lehrer abzusprechen. Und da existiert dann oft die Meinung, die Flöte um 100€ von Real tuts doch für den Anfang. Auch die Eltern meinen das nicht böse. Die meinen halt das die Flöten um 600€ schon fast Profimodelle sind.....und es gibt bei uns einen Händler vor Ort der halt gerne so billige Flöten verkauft ohne darauf zu verweisen, dass die Qualität halt eher schlecht ist....Der repariert und tauscht die dann auch. Immerhin. Aber besser wirds dadurch halt auch nicht....

Und dann gibts eben die Lehrer, die eben auch der Meinung sind die 100€ Flöte tuts für den Schüler am Anfang. Der spielt ja am Anfang so oder so schlecht, da macht das nichts wenn die Klappen nicht sauber decken usw. Das habe ich dann auch schon erlebt. Da sind die Eltern aus allen Wolken gefallen als ich meinte die Flöte wäre Schrott, da die vorige Lehrerin ihnen versichert hat die Flöte wäre in Ordnung und völlig ok für ihre Tochter (die Lehrerin hat aber nicht mal gemerkt, dass die Klappen nicht sauber schließen sondern immer die 9jährige Schülerin für ihre schlechten f's verantwortlich gemacht.....von der Lehrerin hab ich schon zwei Schüler übernommen, mit der gleichen Geschichte. Flöte war Schrott aber laut Lehrerin war immer die Schülerin für den schlechten Ton verantwortlich. Da hieß es dann auch an der richtigen Haltung usw kann man noch arbeiten wenn sie älter und besser sind. Das wäre für den Anfang nicht so wichtig.... :evil: :evil: :cry: )

Die Schülerin um dies jetzt geht hatte auch nicht bei einem Profi Unterricht. Ganz viele Grundlagen sind nicht da. Überblasen geht kaum, obwohl sie schon seit 7 Jahren spielt usw. Die Flöte hat nicht mal einen Herstelleraufdruck. Die Flöte macht gar nicht so einen schlechten Eindruck, da hab ich schon schlimmere gesehen. Sie hat wohl auch 400€ vor 4 Jahren gekostet. Die Klappen schließen halt nicht mehr sauber und eben "schief", d.h. mit einfach zweimal der Schraube drehen ist es nicht gemacht (sonst würd ichs selber machen). Über Klang und Ansprache brauchen wir gar nicht erst reden....Und da habe ich dann empfohlen statt der Reperatur das Geld in eine neue Markenflöten zu stecken. Da hätte die Schülerin (die immerhin schon 16 ist!) mehr davon. Da würde ich dann halt nach der langen Zeit auch zum Silberkopf raten usw. Um eben klanglich auch mehr Möglichkeiten zu haben. Die Schülerin will wirklich von sich aus besser werden und ist auch bemüht. Aber aus der Flöte kommt halt so nicht viel raus...Aber die Eltern wollen eben keine neue Flöte kaufen, weil die jetzige ja noch nicht so alt ist....Obwohl 4 oder 5 Jahre (so genau wissen sies nicht mehr) für eine Chinatröte ja auch schon alt ist....Und sowieso ein Wunder, dass sie bisher darauf spielen konnte. Im ersten halben Jahr musste wohl ständig was repariert werden. Dann nur noch zweimal in der Zeit. Und das die Klappen nicht sauber schließen ist ihr gar nicht aufgefallen, weil sie so fest drückt, dass sich die Klappen eben trotzdem einigermaßen schließen. Aber das ein solcher Fingerdruck nicht förderlich für die technische Entwicklung ist, ist ja klar. Daran würde ich eben auch gerne arbeiten. Aber wenn sie nur noch leicht "drückt" dann kommt halt nichts mehr....Mal davon abgesehen hört sie ja selber das es schrecklich klingt und das es eben auch an der Flöte liegt....

Und wie mache ich jetzt den Eltern klar, dass das Mädchen zwar auf der Flöte (nach der Reperatur) irgendwie schon spielen kann. Aber das es eben auf Dauer nicht funktioniert? Das es keinen Sinn macht, wenn wir am Ansatz arbeiten aber auf der Flöte gar kein sauberer Ton erzeugbar ist usw?

Re: Schlechte Laune Thread ...

13.12.2010, 13:06

Ich kann deinen Ärger so gut nachvollziehen! Aber solange immer weiter im Internet, beim Händler oder sogar im Supermarkt diese Billigteile verkauft werden, wird das wohl nicht in absehbarer Zeit besser werden. Die Gedankengänge der Eltern kann man ja irgendwo nachvollziehen, sie wissen es ganz einfach nicht besser und welche Familie hat schon einfach so das Geld für eine neue Flöte übrig?

Vielleicht würde ich die Schülerin einfach mal im Beisein der Eltern eine gescheite Flöte anspielen lassen - zur Not deine eigene, wenn du sonst Nichts da hast. Und bei der Gelegenheit würde ich ihnen die Mängel ihres Instruments, ebenfalls im direkten Vergleich zu einer guten Flöte, zeigen und erklären, wodurch das kommt und welche Auswirkungen es auf die Entwicklung der Schülerin hat. Da ist ganz einfach viel Aufklärungs- und Überzeugungsarbeit nötig, damit auch Laien verstehen, wie wichtig gerade zum Lerne ein qualitativ ordentliches Instrument ist. Wenn du irgendwie die Möglichkeit dazu hast, biete ihr doch mal für einige Zeit ein Leihinstrument an. Wir haben zum Beispiel einige vom Verein aus, die zwar auch schon älter und nicht unbedingt Spitzenklasse sind, aber alle in die Kategorie "spielbar und zum Lernen geeignet" fallen. Wichtig ist glaube ich, dass man der Schülerin und vor allen Dingen auch den Eltern die Chance gibt, die Unterschiede aus erster Hand zu erleben.

Re: Schlechte Laune Thread ...

13.12.2010, 13:18

Danke Christina. Das mit dem Leihinstrument wäre eine Überlegung wert. Ich habe noch eine Zweitflöte die ich an Schüler ausleihe (eine voll funktionsfähige Yamaha 411). Die ist aktuell bei einer anderen Schülerin, aber bei Gelegenheit werde ich sie dann wohl meiner neuen Schülerin mitgeben und den Eltern zeigen was für einen Unterschied es ausmacht....

Aber das braucht halt alles Zeit. Und so wie ich sie verstanden habe wollen sie die eigene Flöte jetzt gleich reparieren lassen. Schätzungsweise wird das 80-100€ kosten. So eine Reperatur hatte ich schonmal bei einer Schülerin. Wenn die Klappen ungleichmäßig schließen ist es eben nicht mit Schrauben nachziehen getan....Und das Geld ist halt zum Fenster rausgeschmissen. Das könnte sie eben viel sinnvoller in ein neues Instrument stecken.

Die Flöte ist auch gar nicht ganz so schlecht wie die 100€-Tröten aus dem Supermarkt. Aber eben dauerhaft kein geeignetes Instrument. Wenn man mal so lange spielt wie sie und auch ein gewisses Alter erreicht hat, dann möchte man ja auch bestimmte Ziele erreichen und nicht nur "Spielen".

Aber klar, die Eltern sehen ja nur, dass sie bisher beim Alter Lehrer problemlos mit dem Instrument spielen konnte. Und auch in ihrem alten Musikverein. Und jetzt komm ich mit Anfang 20 und weiß alles besser :roll: Da wäre ich halt auch skeptisch als Eltern.

Re: Schlechte Laune Thread ...

13.12.2010, 13:48

Hallo Luvanir


Kannst du die Eltern nicht von einem Mietkauf einer versilberten Markenflöte überzeugen? Dann müssen die Eltern ja nicht sofort den kompletten Preis bezahlen. Und vielleicht ist ein Markeninstrument um 500 Euro in Raten finanziell zu stämmen :wink:

Außerdem wünsche ich dir ganz viel Glück bei deiner Überzeugungsarbeit für eine Markenflöte, Luvanir!

Re: Schlechte Laune Thread ...

13.12.2010, 14:05

Lieber King,

ja sowas wäre schon super. Aber ich glaub es liegt bei den Eltern nicht am mangelnden Geld, sondern einfach an der Tatsache, dass sie nicht nachvollziehen können warum sie schon wieder eine Flöte kaufen sollen....Und das verstehe ich ja auch irgendwie.

Aber so macht unterrichten einfach keinen Spaß....weder mir noch dem Schüler.

Re: Schlechte Laune Thread ...

13.12.2010, 14:08

Luvanir hat geschrieben: Und so wie ich sie verstanden habe wollen sie die eigene Flöte jetzt gleich reparieren lassen. Schätzungsweise wird das 80-100€ kosten. So eine Reperatur hatte ich schonmal bei einer Schülerin. Wenn die Klappen ungleichmäßig schließen ist es eben nicht mit Schrauben nachziehen getan....Und das Geld ist halt zum Fenster rausgeschmissen. Das könnte sie eben viel sinnvoller in ein neues Instrument stecken.

Genau so würde ich das dem Vater mal erklären! Rechne ihm doch mal vor, was er im Laufe der Jahre schon an Reparaturkosten in diese Flöte gesteckt hat. Und es ist ja nicht zu erwarten, dass es sich hier jetzt um das letzte technische Problem handeln würde. Bei einem Markeninstrument ist dagegen im Normalfall nicht damit zu rechnen, dass in naher Zukunft weitere teure Reparaturen fällig werden.

Wenn deine Schülerin schon 16 Jahre alt und entsprechend interessiert ist, kann sie die neue Flöte ja vielleicht auch zum Teil mitfinanzieren. Geldgeschenke zu Weihnachten und zum Geburtstag, dazu vielleicht die ein oder andere Woche Ferienarbeit oder sowas ... da sollte es doch bald schon fast für eine gescheite gebrauchte Flöte reichen.

Re: Schlechte Laune Thread ...

13.12.2010, 14:47

So, ich habe jetzt nochmal mit der Mutter telefoniert.

Die Flöte hat vor ca. 4 Jahren 300€ gekostet (neu!). Fällt für mich also ganz klar in die Kategorie China-Kracher....Sie hat auch keine Herstellergravur o.ä. Und war wohl das erste halbe Jahr mehr beim Händler als bei der Schülerin zu Hause (aber die Reparaturen waren noch unter der Garantie).

Sie möchten halt jetzt absolut keine neue Flöte kaufen. Wir sind aber so verblieben, dass sie jetzt erstmal zum Flötenbauer meines Vertrauens gehen und die Flöte von dem anschauen lassen. Sie sollen den Wert schätzen lassen und sich einen Kostenvoranschlag für die Reparatur geben lassen. Dann sehen sie ja selber in welchem Verhältnis diese zwei Punkte stehen (und der Flötenbauer meines Vertrauens wird ihnen schon klar sagen was für eine tolle Flöte sie da erworben haben :mrgreen: ). Ich habe darauf bestanden, dass sie fragen sollen, ob er die Flöte mit der Reperatur dauerhaft repariert bekommt oder ob schon wieder nach kurzer Zeit eine neue Reperatur anstehen wird. Wenn das der Fall sein sollte, dann sollen sie sich gut überlegen ob sie das Geld in die alte Tröte investieren wollen oder nicht. Da waren sie auch sehr verständig. Also klar, wenn die Reparatur nur für wenige Monate hält und danach wieder eine solche von Nöten wäre, dann würden sie es sich überlegen eine neue Flöte zu kaufen. Wenn die Flöte aber danach wieder gut funktioniert möchten sie bei der bleiben.

Das ist vorerst ok für mich. Wenn die Flöte besser als von mir gedacht ist und die Reparatur günstig und dauerhaft ausreichend ist dann hat sie eine funktionierende Flöte. Wenn das nicht so ist bekommt sie wohl eine Neue.

Sie akzeptieren halt nicht, dass eine Querflöte um 300€ schlecht wäre. Sie wissen zwar das es Flöten um 2000€ gibt aber das wäre ja nicht nötig. Natürlich ist das nicht nötig, aber eine Flöte um 300€ kann nichts sein...Tut mir leid. Ich habe noch keine 300€ Flöte gesehen die ich freiwillig dauerhaft spielen würde (und dabei kann ich viel selber reparieren...aber das wäre mir zu streßig).

Re: Schlechte Laune Thread ...

13.12.2010, 19:21

Tipps kann ich dir nicht geben, aber mein Mitgefühl hast du.

Ich kann mir vorstellen, dass das total frustrierend ist, so arbeiten zu müssen. Kopf hoch! Es kommen bestimmt auch mal andere...

Re: Schlechte Laune Thread ...

13.12.2010, 20:34

Ooh, das kommt mir alles seeehr bekannt vor. Dann kommt noch dazu, dass der Musikschulleiter meinen Schülern solche Tröten (gleiche Preisklasse) verkauft hat. Ich habe die Schüler übernommen und konnte das leider nicht verhindern. Mitlerweile bringe ich meine alte Pearl mit und lasse die Schüler darauf spielen. Ich sage denen dann, dass sie so viel dazugelernt haben, dass sie eine bessere Flöte brauchen. Das zieht. Und vor allem finde ich es besser, wenn die Schüler selbst mal auf einer "vernüftigen" Flöte gespielt haben und die merken selbst sofort, dass die Mechanik leichter geht usw. Ich finde das aus Lehrersicht auch deswegen schwer, weil ich tw nicht einschätzen kann, inwiefern die Tonqualität am Spieler und am bzw am Instrument liegt. Ich kann die Eltern auch verstehen, dass sie 300€ nicht wieder "in den Sand gesteckt" haben wollen. Meine Vorgängerin hatte verhindern müssen, dass sowas überhaupt gekauft wird -.-

Re: Schlechte Laune Thread ...

13.12.2010, 21:01

Na siehst du, Luvanir, das hört sich doch gar nicht so schlecht an. Wie gesagt, deinen Ärger kann ich verstehen. Ich hatte auch schon Schüler mit solchen Bittigteilen. Zum Glück hat sich da "nur" permanent die Mechanik verstellt und ich konnte es selber schrauben. Aber in manchen Stunden haben wir mehr gebastelt als gespielt, bis das Teil mal so funktioniert hat, dass ich damit arbeiten konnte. Und fast in jeder Woche war wieder irgendeine Klappe undicht. Ganz abgesehen davon sind die Flöten ja auch von Ansprache und Spielverhalten meistens nicht mit einem Markeninstrument zu vergleichen. Aber wenn sie jetzt damit zu einem guten Instrumentenbauer geht, wird der ihr ja hoffentlich sagen, was von dem Teil zu halten ist.

Re: Schlechte Laune Thread ...

14.12.2010, 12:41

Danke euch Allen!

Ja, ich bin zum Teil dann auch mehr mit Schrauben und Nachstellen beschäftigt als mit Unterrichten. Aber das ist ja eigentlich nicht Sinn und Zweck der Sache und macht mir auch echt keinen Spaß....

Mich nervt vor allem die Einstellung von verschiedenen Lehrern, Eltern und Vorsitzenden in Musikvereinen/Musikschulen. So oft müsste ich da schon hören: "Das tuts für die Anfänger, wenn die dabei bleiben können sie sich nach ein paar Jahren noch immer eine gute Flöte kaufen". Vor allem sind das dann oft "Nicht-Flötisten" die meinen sich könnten sich in diesem Bereich ein Urteil erlauben. Aber wie soll ich auf einer solchen Flöte guten Unterricht machen? Mir gehts da dann selbst bei einer "funktionierenden" Flöte oft so wie Muri. Ich kann dann nur noch schwer einschätzen wieviel jetzt am Schüler und wieviel am Instrument liegt. Und selbst wenn ich weiß, dass der schlechte Ton am Instrument liegt, was mach ich dann? Für den Schüler ist es ja nur unheimlich frustrierend wenn es furchtbar klingt....

Natürlich verstehe ich die Geldproblematik. Aber es gibt eben auch Alternativen zu den Billigtröten die nicht teurer in der Anschaffung sind. Mal davon abgesehen habe ich nicht das Gefühl, dass das Problem direkt an der finanziellen Bereitschaft der Eltern liegt. Viele haben zu mir dann schon gesagt, dass sie gleich eine andere Flöte gekauft hätten wenn sie das gewusst hätten. Das wäre damals gar kein Problem gewesen. Aber der Lehrer/Leiter/was-auch-immer hat eben damals gemeint, dass es das tun würde für den Anfang und das man die Markenflöten nur für sehr fortgeschrittene Schüler braucht. Bei Schülern die von Anfang an bei mir waren hatte ich noch nie ein Problem damit eine geeignete Flöte zu finden. Und obwohl ich auch schon Schüler hatte (und immer noch habe :-) ) bei denen eine teure, neue Markenflöte nicht drin gewesen ist. Aber dann gabs halt ne ordentliche Gebrauchte oder eine brauchbare "Billig"-Flöte. Aber um das Einschätzen zu können muss man sich halt als Lehrer auch mal mit dem Instrument beschäftigen....Und das passiert leider selten genug....Sonst hätten meine "Vorgänger" ja auch gemerkt, dass die Unzulänglichkeiten der Schüler nicht am Schüler sondern am Instrument liegen.....

Re: Schlechte Laune Thread ...

14.12.2010, 15:21

Ich glaube allerdings, dass die "Lehrer", die dann für solche Fehler verantwortlich sind, oft noch nicht einmal etwas dazu können. Sie wissen es einfach nicht besser oder kennen es vielleicht auch aus der eigenen Erfahrung heraus nicht anders und arbeiten jetzt mit ihren kleinen Schülern genau so.

Ganz massiv mache ich diese Erfahrung zur Zeit in dem zweiten Orchester, wo ich neben meinem Haimatverein noch tätig bin. Ich dirigiere da das Jugendorchester und unterrichte zwei ältere, fortgeschrittene Schüler. Mit den kleinen Anfängern komme ich da nur im Orchester in Kontakt. Unterricht bekommen die bei vereinseigenen "Ausbildern", die selber über kaum mehr als die absoluten Grundlagen verfügen. Zum Beispiel geben meine zwei Schülerinnen selber schon seit längerem Unterricht für Anfänger, obwohl sie gerade erst vor einigen Wochen selber den D2 bestanden haben. Bei ihnen selber liegt technisch und theoretisch noch so viel im Argen, dass es eigentlich unverantwortlich ist, sie ausgerechnet auf absolute Anfänger loszulassen. Und entsprechend kann man sich ja die Probleme vorstellen, die meine kleinen Flöten (bei anderen Instrumenten sieht es ähnlich aus, aber da fällt es mir vielleicht nicht ganz so schlimm auf) im Orchester haben: Haltung eine Katastrophe, alle Ansatzprobleme die man sich nur vorstellen kann sind vertreten, Überblastechnik eine Katastrophe, von "Feinheiten" wie Intonation oder Dynamik wage ich gar nicht zu sprechen.

Solche "Lehrer" sind natürlich auch völlig überfordert, wenn sie einen Schüler hinsichtlich des Instruments beraten sollen. Sie kennen die Unterschiede nicht, hatten selber nie die Möglichkeit, einmal Instrumente aus verschiedenen Preisklassen und Qualitätsstufen anzuspielen und selbst gravierende Mängel an einer Schülerflöte bemerken sie nicht unbedingt. Zum Beispiel habe ich neulich durch Zufall mal die Flöte von einem Mädel aus meinem Orchester angespielt. Das Teil war so undicht, dass ich es nicht einmal annährend geschafft habe, so fest zu drücken, um die Klappen zu verschließen. Es war schlicht nicht möglich, das Instrument in diesem Zustand auch nur halbwegs sauber zu spielen - und ich wundere mich schon seit Wochen, warum die Kleine solche Schwierigkeiten bei den simpelsten Stellen hat! Nach der Probe habe ich mir dann mal eine Viertelstunde Zeit genommen, die Mechanik besser einzustellen. Ihr könnt euch nicht vorstellen, wie erstaunt das Kind war, dass Flötespielen so leicht sein kann! Und die "Lehrerin" erzählte mir eine Woche später ganz begeistert, welche riesigen Fortschritte ihre Schülerin gemacht hat und konnte sich das gar nicht erklären ... :shock:

Solche und ähnliche Methoden sind leider in vielen Vereinen üblich. Ich glaube, den Vereinsvorständen und auch den sogenannten "Lehrern" ist dabei überhaupt nicht bewußt, was sie da eigentlich tun und bestimmt ist es auch keine böse Absicht. Trotzdem macht es mich immer wieder wirklich wütend zu sehen, dass diese kleinen Anfänger niemals eine echte Chance bekommen werden, mehr aus ihrem Instrument heraus zu holen. Und solche Fälle sind es dann auch oft, die die Billig-Chinaflöten für anfänger empfehlen. Einfach, weil sie selber keine Ahnung haben und weil sie den Eltern zu hohe Anschaffungskosten in der Anfangszeit ersparen wollen. Uns bleibt da nur, immer weiter aufzuklären, egal ob Schüler, Eltern oder die Leute aus anderen Vereinen, in der Hoffnung, dass es irgendwann einmal besser wird.
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