extreme Nackenbeschwerden beim Querflötespielen




Alles was zum Thema Querflöte gehört, aber nirgendwo reinpasst

Moderator: Muri

extreme Nackenbeschwerden beim Querflötespielen

Beitragvon Suse » 10.05.2010, 08:27

Hallo an alle interessierten und wer sonst noch Erfahrung haben könnte, mein Problem betreffend.

Seit ca. 2 1/2 Jahren spiele ich Querflöte. Ich bin ein Späteinsteiger, habe aber in der Kindheit/Jugend Gitarre gespielt und weiß wie wichtig die richtige Körperhaltung beim Spielen mit Instrumenten ist.
Da ich allerdings vorbelastet bin, durch über zehnjährige Tätigkeit als Zahnarzthelferin in der Assistenz, hat mein gesamter Rücken schon ziemlich gelitten.
Nachdem jetzt mein Zeigefinger und Daumen der rechten Hand angefangen haben zu kribbeln, hat meine Hausärztin mich in die Röhre geschickt. Das daraus folgende MRT-Ergebniss hat mich etwas aus der Bahn geworfen: DREI Bandscheibenvorfälle an der Halswirbelsäule, wovon zwei den Rückenmarknerv schon sehr stark einquetschen.
Eigentlich wollte ich mir in nächster Zukunft eine qualitativ wertvollere Flöte zulegen, habe dieses Gedanken vorerst mal auf Eis gelegt. Vielleicht muss ich auf kurz oder lang doch in ein anderes Instrument investieren.
So, jetzt mein Problem: Speziell die seitliche Armhaltung macht mir zu schaffen. Ich habe schon überlegt auf Klarinette umzusteigen, bis mir von dem gebogenen Mundstück berichtet wurde, welches eigentlich für "kleinere Schüler" sprich Kinder gemacht ist.
Kann ich solch ein Mundstück bedenkenlos an meine Querflöte ansetzten, ich meine ohne gravierenden Klangverlust?
Hat jemand Erfahrung damit? Oder ähnliche Probleme und vielleicht elegantere Lösungsmöglichkeiten?
Bin über jede Hilfe dankbar, denn ich möchte nur ungern meine Flöte an den Nagel hängen und das Umlernen auf ein anderes Instrument (böhm. Klarinette wg. der Griffweise) wirft mich bestimmt wieder um ein Jahr zurück.
LG Suse
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von Anzeige » 10.05.2010, 08:27

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Re: extreme Nackenbeschwerden beim Querflötespielen

Beitragvon ginas » 10.05.2010, 22:18

Hallo Suse,

Zu Deiner Querflötenfrage weiß ich keine Antwort, da fehlt mir als Späteinsteigerin die Erfahrung.

Aber was Deine Halwirbel angeht, kann ich Dir nur den Besuch bei einem Osteopathen empfehlen. Der kann zwar auch nicht zaubern aber er kann doch Dinge an die Orthopäden nicht glauben.

Bei mir war esunter anderem ein schiefstehendes Becken. Wenn es nach den Orthopäden gegangen wäre hätte ich dafür Einlagen zum Höhen ausgleich bekommen und das wars. Der Osteopath hat geholfen. Heute steht mein Becken gerade.

Falls Du dich dafür interessiert achte darauf, dass der Osteopath nicht nur eine Wochenendausbildung hat sondern mehrere Jahre ausgebildet wurde.

LG Ginas
Liebe Grüße

Ginas
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Re: extreme Nackenbeschwerden beim Querflötespielen

Beitragvon Christina » 10.05.2010, 22:58

Hallo Suse!

Das hört sich aber wirklich übel an :( .

Einen gebogenen Kopf kann man problemlos auf jede normale Querflöte setzen. Meine Erfahrung mit diversen Schülern (in der Regel dann sehr junge Anfänger) und wenn ich so eine Flöte mal selber anspiele geht dahin, dass es klanglich praktisch kein Unterschied ist. An anderen Stellen wird behauptet, der Ton würde etwas mehr rauschen, das kann ich aus meiner Beobachtung aber nicht bestätigen bzw. eventuelle Nebengeräusche lassen sich genauso "wegüben", wie das mit dem geraden Kopf auch möglich ist.

Ob so ein gebogener Kopf allerdings die Lösung für dein Problem ist, müsstest du in aller Ruhe ausprobieren. Die seitliche Haltung der Arme, die vermutlich bei dir das Hauptproblem ist, bleibt ja trotzdem. Die Flöte ist lediglich um schätzungsweise 10-15 cm kürzer, so dass man die Arme nicht so weit ausstrecken muss. Vielleicht kannst du ja mal irgendwo für einige Tage einen gebogenen Kopf oder eine ganze Flöte ausleihen, um das zu testen?

Ich möchte dir auch noch den Tipp geben, mal mit der Position des Fußstücks zu experimentieren. Durch eine geringfügig andere Stellung erreicht man oft eine optimalere Haltung der Arme, wodurch auch Rücken- und Nackenbereich entlastet werden. Ich bin auf dem Wege meine Rückenschmerzen bei längerem Spielen von einem Tag auf den anderen los geworden - wenn das auch zum Glück längst nicht so schlimm war wie bei dir. Aber Ausprobieren schadet sicher nicht, vielleicht hilft es dir ja.

Falls - was bei Problemen mit der HWS leider nicht selten ist - ein Umlernen auf ein anderes Instrument nicht vermeidbar ist, solltest du dich nicht so sehr am Griffsystem aufhängen. Die Grifftechnik ist bei Holzblasinstrumenten meiner Erfahrung nach der einfachste Teil. Ich habe inzwischen mit drei verschiedenen Griffsystemen zu tun (Flöte, Saxophon, Oboe) und die wichtigsten Griffe hat man in wenigen Tagen soweit drin, dass man theoretisch die meisten Sachen spielen könnte ... wenn bloß nicht immer andere technische Probleme im Weg ständen :roll:! Im Übrigen lernt man meiner Erfahrung nach ein zweites (drittes, viertes, ...) Instrument wesentlich schneller als das Erste. Man muss ja im Grunde "nur noch" die reine Spieltechnik lernen und kann ansonsten das umsetzen, was man schon kennt.

Liebe Grüße
Christina
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Re: extreme Nackenbeschwerden beim Querflötespielen

Beitragvon Suse » 11.08.2010, 12:10

Erstmal sorry, dass ich mich erst jetzt melde.

@ ginas: das mit der Osteopathie will ich als nächstes in Angriff nehmen. Habe mit meinen Jungs (12 und 16) schon Erfahrung dort sammeln können und werde es als nächstes selbst auskosten.
@ Christina: Habe mal deinen Tipp beherzigt und denke dass ich jetzt die für mich optimale Flöteneinstellung gefunden habe.

Bin bis dato bei einem Zen-Masseur, der mir zwar noch nicht mein Halsproblem lösen konnte, aber immerhin wird durch ihn meine Haltung und damit meine ich auch die "Spielhaltung" besser. Was da mal wieder alles zusammenhängt: Beckenschiefstand, verschiedene Beinlängen, Hohlkreuz in Folge von mangelnder Bauchmuskulatur, ... , eigentlich dachte ich ich hätte eine gute und aufrechte Körperhaltung! Weit gefehlt!

Auf jeden Fall werde ich bei der Querflöte bleiben und zwar ohne dem gebogenen Mundstück, denn wie gesagt bin ich dabei meine gesammte Körperhaltung zu verbessern und das heißt:
Gymnastik, Osteopathie und ganz viel Hoffnung, dass ich so um die Operation drumherum komme.

Also danke und sonnige musikalische Grüße von Suse
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Re: extreme Nackenbeschwerden beim Querflötespielen

Beitragvon tityre » 11.08.2010, 21:39

Falls der Haltungswechsel alleine nicht reicht: es gibt neue Modelle von Azumi, die einen etwas anderen Weg gehen, als den üblichen mit dem gebogenen Kopf. Musst du dir mal anschauen.
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Re: extreme Nackenbeschwerden beim Querflötespielen

Beitragvon *klara* » 11.08.2010, 22:20

Ja, genau. Das ("nach unten gebogene") Kopfstück von Azumi habe ich im Frühjahr auf der Musikmesse auch schon anprobiert und ich war echt begeistert, es hatte wirklich einen tollen Klang!

Dann drücke ich dir mal fest die Daumen und wünsche dir gute Besserung!

lg,
Klara
Nicht jedes Ende ist ein Ziel.
Das Ende der Melodie ist nicht deren Ziel,
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(Friedrich Nietzsche)
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