Flötenstudium bei der Bundeswehr




Alles was zum Thema Querflöte gehört, aber nirgendwo reinpasst

Moderator: Muri

Flötenstudium bei der Bundeswehr

Beitragvon Thore123 » 21.10.2018, 22:28

Hallo Zusammen,
Ich wollte mal in die Runde fragen, ob hier jemand Erfahrungen mit dem Musikstudium bei der Bundeswehr hat.
Ich weiß, dass es im Endeffekt ein normales Musikstudium ist, auch mit Aufnahmeprüfung und allem pipapo :)
Aber gibt es da irgendwelche gravierenden Unterschiede zu den normalen Studiengängen? :?
Ich hatte vor nächstes Jahr mal ein Praktikum dort zu machen, um mir das alles mal anzuschauen, aber wollte mich einfach auch so mal erkundigen, Google reizte ich schon aus :lol:
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Re: Flötenstudium bei der Bundeswehr

Beitragvon Sheepy_Hollow » 22.10.2018, 16:33

Hallo Thore123,

ich hatte mir das auch mal überlegt zu machen. Die Aufnahmeprüfung ist wohl leichter, als in normalen Studium (leichter als künstlerisch oder pädagogisch). Allerdings ist der gravierende Unterschied, dass du dich bei der Bundeswehr in der Regel für viele Jahre danach verpflichtest, im Musikkorps zu spielen und das u. a. in Gefahrenzonen. Dabei musst du sehr sportlich sein (viele Stunden am Stück stehen und auswendig spielen) und ggf. auch andere Dienste ableisten, als nur im Musikkorps zu spielen. Außerdem ist der Frauenanteil verhältnismäßig klein. Das solltest du auch im Kopf behalten, falls du hier befangen sein solltest.

Das Gute ist, dass du gleich einen bezahlten Job hast. Du musst dir keine Sorgen ums Geld machen. Ein Kollege, der beim Bund Informatik studiert hat, hat mir allerdings in meinem persönlichen Fall davon abgeraten.

Du musst das aber für dich alleine entscheiden. Sprich doch einfach mal entsprechende Professoren an, z. B. in Düsseldorf.

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Re: Flötenstudium bei der Bundeswehr

Beitragvon Thore123 » 22.10.2018, 18:10

Hallo Sheepy_Hollow,
Mit dem Frauenanteil, da bin ich raus, (männlicher Flötist :mrgreen:) aber so gering finde ich das gar nicht, vorallem bei den Klarinetten :shock:

Das mit der Verpflichtung für 12 Jahre ist mir bewusst, damit habe ich kein Problem und mit dem Marschieren und stehen für viele Stunden, damit hab ich auch kein Problem, bin im Spielmannszug, also täglich Brot :lol:

Für mich reizend daran wären halt auch das hohe Einkommen während des Studiums und, dass man das Instrument nicht selbst finanzieren muss, ebenso, dass man nach der Verpflichtungszeit auch relativ einfach in ein anderes Profiorchester kommen kann, wie mir gesagt wurde :oops:
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Re: Flötenstudium bei der Bundeswehr

Beitragvon Sheepy_Hollow » 22.10.2018, 19:20

Thore123 hat geschrieben:ebenso, dass man nach der Verpflichtungszeit auch relativ einfach in ein anderes Profiorchester kommen kann, wie mir gesagt wurde :oops:


Es ist relativ unwahrscheinlich, dass das stimmt. Das Bundeswehr-Korps ist kein klassisches Kammer- oder Sinfonieorchester. Wie man da z. B. beim Probespiel fürs Profiorchester besser sein soll, als ein Masterstudent von beispielsweise Andrea Lieberknecht, ist mir nicht ganz klar. Die Musikerwelt ist nicht wie normales Business, wo dir die Jahre im Orchester als Berufserfahrung angerechnet werden. Du musst trotzdem im Vorspiel besser sein, als alle anderen. Es ist eher besser, wenn du noch ganz jung bist, wenn du fürs Orchester vorspielst, was du nach 12 Jahren Verpflichtung einfach nicht mehr bist. Ich kann meine Professorin fragen, was sie dazu sagt, aber diese Vorstellung kommt mir zu blauäugig vor. sorry :(

Wenn du Orchestermusiker werden möchtest, dann solltest du dich auf das künstlerische Studium vorbereiten. Versuch es doch einfach ein paar mal (gerne auch 3 oder mehrmals) und mach das mit der Bundeswehr dann als Plan B oder C, außer du möchtest dich nach deinen 12 Jahren Verpflichtung für weitere Jahre dort verpflichten.

LG
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Re: Flötenstudium bei der Bundeswehr

Beitragvon La musicienne » 22.10.2018, 20:00

Thore123 hat geschrieben: relativ einfach in ein anderes Profiorchester kommen kann, wie mir gesagt wurde

Das sicher nicht. Wenn es sich um ein normales Profiorchester handelt, das nichts mit der Bundeswehr zu tun hat, musst du wie alle anderen auch am Probespiel teilnehmen. Dazu muss man natürlich erst mal eingeladen werden und bei der Bewerbung wird eher darauf geachtet, wo man studiert hat, bei wem, und vorallem welche Orchestererfahrung man bereits gesammelt hat in diversen Orchestern. Persönlich kenne ich nur Musiker, die nach einem normalen Hochschulstudium Probespiele gewonnen haben, also der übliche Weg ist es definitiv nicht über die Bundeswehr die Orchesterlaufbahn einzuschlagen. Aber vielleicht erwischt du dort ja einen guten Lehrer, der dich gut vorbereitet und kannst dann später noch ins normale Studium wechseln.
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Re: Flötenstudium bei der Bundeswehr

Beitragvon Altepic » 22.10.2018, 23:15

Hallo Thore,
ich möchte Die von meinen Erfahrungen mit dem Musikorps der Bundeswehr schreiben.
Ich war vor laaanger Zeit -1982/83 als Wehrpflichtiger12 Monate im Musikkorps in Koblenz.
6 Monate als erste Flöte und auch Piccolo.

Damals habe ich mir auch überlegt, ob ich Profimusiker werden möchte...

1 Spielen im Musikkoprs:

Da wird Professionalität verlangt.
Wenn man denkt, so ein paar Märsche spielen.... die werden in der Originalversion gespielt und sind wirklich oft "sehr schwer" aber auch häufig sehr musikalisch ... - ich bin auch nach der Bundeswehr nicht der absolute Fan von Marschmusik geworden - aber manche sind echt schön.

Du bekommst durch die täglichen Proben, die zahlreichen Auftritte, spielen vor manchmal 1000- 2000 Zuhörern eine unheimliche Routine...
Da ist dann eine Aufnahmeprüfungan der Hochschule fast wie ein normaler Auftritt.....!!!! Du bekommst dadurch soviel Routine, die ein normaler Student nicht hat.

2. Studium bei der BW:

Schon zu meiner Zeit war das Studium als Soldat an der Robert Schuhmann Hochschule gegenüber den normalen Studenten verkürzt. d. H. Du schliesst als heute als Soldat/in nicht mit dem Bachelor ab. Den musst Du privat dazumachen.

3. Instrument wird gestellt:
Achtung.... Wenn Du wirklich ein tolles Instrument spielen willst, kauf Dir eine gebrauchte Profilflöte, die neu über 10.000 € kosten würde.
Nach meiner Erfahrung sind die Dienstinstrumente der BW eher Mittelklasse

4. Wechsel in ein klassisches Orchester:

...Das kannst Du vergessen.
Dann musst Du auch Die klassische Ausbildung zum Orchestermusiker machen - mit Master etc. alles was dazu gehört.

5. Spielen bei der BW
Wenn Du als Musiker einen "sicheren" Arbeitsplatz haben möchtest. Bereit bist, Gelöbnisse spielen, Platzkonzerte mit Medleys spielen, Konzerte mit symphonischer Blasmusik spielen, evtl. einen Musikverein dirigieren, ein paar Schüler unterrichten...
....dann mach das!!!!

Der letzte Punkt klingt vielleicht negativ- ist es aber nicht!!!
Ich kenne eine Menge Musiker, die die Top Orchester Ausbildung haben - aber Keinen Job... und sich dann mit irgendwelchen anderen Jobs durchschlagen. Was ist die bessere Wahl????!!!!!

Bei der BW oder in einem Polizeimusikkorps bist Du abgesichert! mit festem Einkommen....
Du solltest natürlich auch zu den Werten der BW oder Polizei stehen.

Falls Du dazu Fragen hast... gerne stellen
Vielleicht hilft Dir mein Beitrag etwas bei deiner Entscheidungsfindung!

LG Altepic
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Re: Flötenstudium bei der Bundeswehr

Beitragvon Thore123 » 22.10.2018, 23:26

Hallo Zusammen,
Danke für eure Antworten :mrgreen:

Das mit dem Weiterspielen im Profiorchester hat mir vor ein paar Monaten ein Soldat (absolut unmusikalisch, stand er aber zu) gesagt, also wurde ich grade etwas besseren belehrt :oops:

@altepic
Inwiefern werden die Instrumente bei der Bundeswehr eigentlich gestellt?
Haben die dort welche und man sucht sich eins aus?
Oder kauft man sich einfach eins und lässt sich das dann bezahlen? :?:

Mal schauen wie ich das mache, also so ist halt eher die Klassik meine Welt, aber das mit dem festen Job direkt ist halt schon eine interessante Alternative und mit der hohen Qualität der Musik von Heeresmusikkorps (konnte ich mich letzten Donnerstag von überzeugen :mrgreen:) kann ich mich auch sehr gut anfreunden :D

Im Endeffekt ist ja aber der Studiengang bei der Bundeswehr dennoch von höherer Qualität als der Studiengang Musikpädagogik im Hauptfach Flöte, oder?
Ich fand nämlich tatsächlich den Ton der ersten Flöte von Hannover nicht so schön wie den meiner alten Klassenlehrerin, die Flöte "nur" auf Lehramt studierte :shock:
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Re: Flötenstudium bei der Bundeswehr

Beitragvon Thore123 » 22.10.2018, 23:30

Achso, anbei noch die Frage, wie es mit dem Klavierspiel aussieht.

Wie gut muss man spielen können? Muss man überhaupt Klavier spielen können?

Das wäre nämlich, glaube ich, der Aspekt, wo es dann bei mir scheiterte :roll:
Ich spiele zwar Geige, relativ gut für meine 2 Jahre richtigen Unterrichts, aber auf dem Klavier bin ich irgendwie mit der linken Hand gehandicapt, ich bekomme die einfach nicht dazu, liegt mit Sicherheit aber auch daran, dass ich einfach keinen Bassschlüssel lesen kann und mit Sicherheit auch nie können werde :x
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Re: Flötenstudium bei der Bundeswehr

Beitragvon Altepic » 22.10.2018, 23:43

Nachtrag...
wir hatten damals auch innerhalb des musikkorps diverse Besetzungen mit Combo, klassischer Kammermusik
für Bläser, Polkabesetzung etc. ... mit entsprechenden Auftritten... das ist schon vielseitig!!!

Natürlich hat sich seit 1983 viel verändert.... die Basis ist aber noch gleich
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Re: Flötenstudium bei der Bundeswehr

Beitragvon Altepic » 23.10.2018, 00:13

Hallo Thore,

Warnschuss....!!!!!
Wenn du Musiker werden willst..... " professioneller" Musiker...

...lerne Klavier....!!!!!
Sonst verstehst Du die ganzen Harmonien nicht!!!
Mit dem Klavier kannst Du erst alles nachvollziehen.
Ich spiele selber kein Klavier.
Aber durch selbststudium kann ich jetzt Kadenzen mit der Flöte spielen... in alllen Tonlagen...

Werte Keinen Studiengang ab.
Jeder hat besondere Ansprüche...
Wirst Du Pädagoge oder Orchestermusiker??
Klavier, Harmonielehre ist die Basis um ein guter Musiker zu werden...
...Sorry... Du kannst vielleicht das Mozart Konzert technisch korrekt spielen... aber verstanden hast du es nicht!
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Re: Flötenstudium bei der Bundeswehr

Beitragvon Thore123 » 23.10.2018, 07:30

Ich hab den pädagogischen Studiengang keinesfalls abgewertet, wenn es so rüberkam tut es mir leid :oops:

Und ich hab auf jeden Fall vor noch Klavier zu lernen, aber
ich stelle mir gut vor, dass ich echt daran scheitere, also ein bisschen kann ich spielen, aber einfach die linke hand nie :evil: meine Klavierpartnerin hat mich letztens gefragt was ich da mache, weil ich angeblich die Finger voll verkrampft aufsetze ( die gleiche Haltung wie beim Flöten auch, nur, dass es da nicht verkrampft ist) für mich war das immer das normalste auf der Welt, mein alter Klavierlehrer (ja, ich hatte in der Schule ein Jahr verpflichtenden Klavierunterricht) hat da nie was gegen gesagt :?
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Re: Flötenstudium bei der Bundeswehr

Beitragvon La musicienne » 14.11.2018, 00:11

Was das Klavier als Nebenfach angeht beim normalen Musikstudium (Instrumentalpädagogik oder künstlerische Ausbildung)...mach dir keine Sorgen. Da sind die Erwartungen meist nicht so hoch, man muss definitiv kein Virtuose sein. Du kannst einfach mal auf den Websites verschiedener Musikhochschulen schauen, was die bei der Klavier Nebenfachprüfung so verlangen. Nichtsdestotrotz ist es immer von Vorteil einigermaßen Klavier spielen zu können, wie schon geschrieben wurde.
Thore123 hat geschrieben:Im Endeffekt ist ja aber der Studiengang bei der Bundeswehr dennoch von höherer Qualität als der Studiengang Musikpädagogik im Hauptfach Flöte, oder?

Ich denke, das sind zwei komplett unterschiedliche Studiengänge. Ich kann nur zur normalen Hochschule etwas sagen.
Der Studiengang Musikpädagogik mit Hauptfach Flöte kann vom Anspruch her genau so hoch sein wie der künstlerische Studiengang, nur dass man zusätzlich noch die ganzen Pädagogik/Didaktik Seminare hat. Wie schwer es ist einen Pädagogik Studienplatz zu bekommen, hängt hauptsächlich vom Hauptfachlehrer und seinen Ansprüchen ab. Natürlich kann das an jeder Hochschule anders sein, aber oft ist es so dass viele Pädagogik Studenten genauso gut künstlerisch (fürs Orchester) studieren könnten, also ein sehr gutes Niveau haben.
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Re: Flötenstudium bei der Bundeswehr

Beitragvon Thore123 » 18.11.2018, 14:25

'Tschuldigung, dass ich mich jetzt erst wieder melde :lol:
@la musicienne das erklärt natürlich einiges :)
Das mit dem Klavier sollte man hinbekommen :mrgreen:
Ich möchte nach der Schule eh erstmal ein Jahr arbeiten, damit ich mir da zwei bis drei mal die Woche Flötenunterricht und ein bis 2 Mal die woche Klavierunterricht finanzieren kann :roll:
Und vorallem das Instrument muss ja auch bezahlt werden; ich will nämlich nicht unbedingt die Aufnahmeprüfung mit einer Pearl 505 machen, auch wenn der Ton vom Spieler und nicht vom Instrument kommt :P
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