KLeines Mädchen mit Biss - ab wann Querflöte?




Alles was zum Thema Querflöte gehört, aber nirgendwo reinpasst

Moderator: Muri

Re: KLeines Mädchen mit Biss - ab wann Querflöte?

Beitragvon Christina » 11.04.2010, 09:11

Nein, Klara, das haben wir schon so verstanden. Ich finde es gut, dass du das hier weitergegeben hast, es ist ja wirklich eine Neuheit und von daher für diejenigen von uns, die öfter mit kleinen und jungen Schülern zu tun haben, schon interessant zu wissen.

Das mit den klanglichen Nachteilen beim gebogenen Kopfstück stand in der Beschreibung von dem Link, den du gepostet hast. Diese angeblichen Nachteile sollen demnach nämlich bei dieser neuen Bauform nicht auftreten. Es ist nur so, dass sowohl Luvanir als auch ich schon viel mit gebogenen Kopfstücken gearbeitet haben und unsere Erfahrungen da einfach deutlich anders aussehen und wir mit den klanglichen Ergebnissen unserer Schüler mit gebogenem Kopfstück ganz zufrieden sind.

Auch die Tatsache, dass die Flöte durch diesen Knick etwas verkürzt wird, ist klar. Aber die Länge würde, wenn ich das nach Bild und Beschreibung richtig einschätze, irgendwo zwischen Flöte mit gebogenem und geradem Kopf liegen. Wer groß genug ist, um dieses Instrument zu halten, dürfte meiner Erfahrung nach auch kaum noch Schwierigkeiten mit den Klappenabständen haben, so dass dann schnell die Nachteile der vereinfachten Mechanik größer werden als die Vorteile. Es fällt mir persönlich darum im Augenblick noch etwas schwer, mir wirklich sinnvolle Einsatzbereiche für diese Bauform vorzustellen, weil die meisten Anfänger sowas ja nur für einige Monate oder höchstens mal etwas über ein Jahr spielen, bis es für die normale Flöte "reicht". Und den Eltern dafür Anschaffungskosten von über 800,- zumuten ...?

Wie gesagt, ich finde das eine interessante Entwicklung, bin aber selber mit meinen Anfängerflöten mit gebogenem Kopf im Augenblick ganz glücklich. Darum warte ich mal in aller Ruhe ab, ob und wie sich dieses Modell durchsetzt. Vielleicht gibt es ja auch in Kürze begeisterte Erfahrungsberichte und in einigen Jahren sehe ich das ganz anders.
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Re: KLeines Mädchen mit Biss - ab wann Querflöte?

Beitragvon Luvanir » 12.08.2010, 18:22

Also, ich durfte die Azumi Wavelines jetzt mal in Ruhe anspielen und konnte auch mit meinem Fachhändler darüber reden.

Vorneweg, die Flöten sind schon toll. Sie klingen richtig gut, haben eine gute Ansprache, liegen gut in der Hand. Sie haben keinerlei Drang zum Kippen oder Wegrutschen. Also schöne Flöten für Anfänger.

Aber:
Der Gedanke hinter der Waveline ist, das es für jede Altersgruppe die passende Flöte gibt. Also auch, dass ein sehr junger Schüler in seiner Laufbahn alle drei Azumi Wavelines durchspielt, bis er bei der normalen Azumi 1000 ankommt (und dann ist ja meist auch noch nicht das Ende in Sicht was Anschaffungen betrifft...).

Die kleineste Waveline (AZ-WLOD) ist wirklich gut. Sie hat keinen C-Fuß (wie andere Kinderflöten auch) und ist durch das Kopfstück sehr kurz und damit sehr angenehm. Sie hat auch keine Thrillerklappen, keine E-Machanik, aber dafür Finger-Buttons zum leichteren Greifen. Also damit kann sicherlich ein normales 6jähriges Kind (oder jünger) gut Flöte spielen. Diese Flöte klingt gut und spielt sich gut. Und daher kann ich mir vorstellen, dass sie doch hin und wieder verkauft wird. Obwohl sie mit über 800€ einfach sehr teuer ist. Man darf nicht vergessen, dass nach ca. 2 Jahren die Flöte eigentlich ausgedient hat. Wenn ein Kind normal schnell lernt und wächst braucht man eben auch irgendwann mal das C1, die Thrillerklappen und die dritte Oktave. Und irgendwann ist die Flöte einfach auch zu klein.

Anschließend sollte das Kind dann auf die nächste Waveline umsteigen (AZ-WLOC). Auch hier kann ich mir noch vorstellen, dass sie hin und wieder Einsatz findet. Sie hat das gleiche Kopfstück wie die WLOD und ist damit immer noch recht kurz und liegt gut in der Hand. Sie hat ebenfalls auch Fingerbuttons, keine Thrillerklappen und keine E-Mechanik. Aber dafür einen C-Fuß. Damit unterscheidet sie sich nur geringfügig von dem kleinsten Modell, sie ist eben ein kleines Stück länger....Also als Einstiegsinstrument vorstellbar, aber als Forführung der AZ-WLOC schwachsinnig. Nur wegen dem C1 eine neue Flöte kaufen, naja, weiß ja nicht....Auch hier der Preis bei um die 800€.

Dann kommt als größste die AZ-WLVC. Sie hat ein anderes Kopfstück, das immer noch einen Knick aufweißt aber länger ist als das der zwei Kleinen. Die Finger-Buttons sind weiter gesetzt als bei der anderen und sollen damit den Umstieg auf die "große Flöte" erleichtern. Dennoch keine E-Machanik und keine Thrillerklappen. Sie ist auch nur ein kleines Stück länger als die AZ-WLOC. Diese Flöte macht für mich am wenigsten Sinn. Für kleine Anfänger ist sie zu groß und für ältere Anfänger hat sie mir eine zu "schlechte" Ausstattung. Auch hier liegt der Preis bei rund 800€.

Die Flöten klingen alle toll und liegen alle super in der Hand. Sie sind sicherlich besser als eine Roy Benson mit gebogenen Kopfstück oder eine Koge Kinderquerflöte. Aber: Sie sind deutlich teuerer!

Vor allem die Idee, das ein Anfänger alle Flöten durchmacht seh ich für die Praxis als Problem. Das wären ja jedes Jahr eine neue Flöte, also jedes Jahr 800€ für ein Übergangsinstrument. Da sind die gängigen Kinderflöten (egal ob mit gebogenen Kopfstück oder als "richtige" Kinderquerflöte) deutlich günstiger. Die mit gebogenen Kopfstück können auch Jahre verwendet werden (durch das mitgelieferte gerade Kopfstück). Die zwei kleineren Modelle sind sicherlich für den Bereich mit sehr kleinen Schülern eine super Sache und machen bei sehr jungen Schülern auch Sinn (sie lernen ja normalerweise nicht ganz so schnell wie z.B. 12jährigen und brauchen daher zu Beginn weder Thrillerklappen, noch E-Mechanik). Dennoch sind auch hier jeweils 800€ für ein Übergangsinstrument sehr viel Geld. Um 800€ bekomme ich schon eine vollausgesattete tolle Schülerflöte.

Mein Händler bezweifelt auch sehr, dass sich die Flöten gut verkaufen werden. Der Preis ist einfach für die kurze Einsatzzeit zu hoch. Er meinte, dass er sich vor allem vorstellen kann, dass sich Musikschulen o.ä. alle Wavelines anschaffen zum Verleihen. Er wird für seinen Verkauf auf Dauer auch nur die Kleinste Waveline da haben, weil er sich da einen Verkauf noch am ehesten vorstellen kann. Schließlich ist sie wirklich ein tolles Instrument für kleine Anfänger!

Aber dennoch, die meisten "normalen" Eltern werden sich die Wavelines nicht leisten können und wollen. Jedes Jahr ein neues Instrument um jeweils 800€, dazu jeden Monat 70€ Unterrichtsgebühren, Noten usw. Und das obwohl man bei der 6jährigen Kleinen noch gar nicht weiß ob sie morgen noch spielt? Naja, ob das viele Eltern wagen werden. Ich bezweifle es. Auch die 800€ "auf einmal" für den Anfänger sind viel Geld. Ich hatte schon genug Eltern die das auch bei ihrem deutlich größeren Kind und einer Flöte "theoretisch-für-die-Ewigkeit" nicht gleich zu Unterrichtsbeginn ausgeben wollten.

Mal abwarten wie sich das entwickelt. Wenn Eltern bereit sind die Flöten zu kaufen, kann ich mir auch vorstellen sie bei mir im Unterricht einzusetzen. Aber im Regelfall werde ich mit meinen "normalen" Instrumenten (Mollenhauer Picco, reguläre Kinderquerflöten, gebogene Kopfstücke) arbeiten .
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Re: KLeines Mädchen mit Biss - ab wann Querflöte?

Beitragvon Christina » 13.08.2010, 07:09

Danke für deinen ausführlichen Testbericht - das geht so ungefähr in die Richtung, die ich erwartet habe. Was für mich nicht so ganz schlüssig ist, wäre die vereinfachte Mechanik bei den etwas größeren Modellen. Da kommt man doch, weil die Schüler direkt ein entsprechend höheres Einstiegsalter haben oder weil sie vorher schon die kleinere Azumi gespielt haben, vermutlich recht schnell an den Punkt, wo das eben nicht mehr reicht und man mehr Nachteile als Vorteile davon hat. Bekommt man diese Kopfstücke eigentlich auch einzeln um damit auf einer ganz normalen Flöte zu spielen? Und wie wäre da der Preis?

Bei diesen Modellen bin ich mir (in erster Linie wegen der Kosten) absolut sicher, dass ich kaum einmal Eltern haben werde, für die das eine Option ist. 800,- für ein Übergangsinstrument ist einfach deutlich zu viel, besonders auch weil ich bis jetzt noch nicht den ganz großen Vorteil gegenüber meinen bisherigen Einstiegsinstrumenten sehe, der diesen Preisunterschied rechtfertigen würde.
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Re: KLeines Mädchen mit Biss - ab wann Querflöte?

Beitragvon Luvanir » 13.08.2010, 13:56

Genau, die Größte der drei ist für mich einfach sinnlos. Sie ist nur noch wenig kürzer als die normale Flöte und daher nur für größere Kinder geeignet. D.h. entweder sind die Kinder schon älter, dann gehts schneller. Oder sie haben vorher schon auf den kleineren Wavelines gespielt und brauchen halt dann irgendwann mal die volle Mechanik.

Wahrscheinlich sollte man die Flöten mehrmals im Jahr wechseln. So das man auf jede körperliche Veränderung sofort reagieren kann. Anders kann ichs mir kaum vorstellen.

Aber nach zwei Jahren Unterricht brauchen wir i.d.R. schon die volle Mechanik. Je nach Schüler auch früher oder später. Unterschiede gibts ja immer.

Also ich muss schon sagen, dass mir die Waveline besser gefällt als die anderen gängigen Kinderflöten (also die Kurzen ohne C-Fuß). Die klingen meist wirklich nicht überragend. Die Waveline klingt schon echt super und spricht toll an. Aber für einen Anfänger (ganz am Anfang!) ist das auch noch nicht so wichtig. Und die Flöten mit gebogenen Kopfstück haben für mich klanglich keinen Unterschied zum geraden Kopfstück. Aber natürlich sind es schöne Flöten. D.h. wenn das Geld keine Rolle spielt, warum nicht? Aber ganz ehrlich, bei wem spielt schon Geld keine Rolle? Die Eltern schicken ihre Kinder dann nicht zum örtlichen Musikverein sondern eher ins nächste Konservatorium zum Unterricht....Daher kann ich mir nicht vorstellen mit solchen Flöten irgendwann zu arbeiten.
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