Lebenszeichen




Alles was zum Thema Querflöte gehört, aber nirgendwo reinpasst

Moderator: Muri

Lebenszeichen

Beitragvon doc » 15.07.2010, 13:16

Hallo Ihr Lieben! Hiermit möchte ich ein kleines Lebenszeichen geben. Quasi aus dem Kokon.
Denn so ein wenig fühlt sich mein Flötenüben seit längerem an. Eine dieser beliebten Durststrecken, wo am Ende (hoffentlich) was schönes rauskommt.

Der Übefrust ist nicht nur dem scheinbaren Stillstand geschuldet, sondern auch der problematischen Übedisziplin, weil ich die Muße zum Üben seit einiger Zeit nicht mehr so recht finde. Da spielt einiges zusammen, und wenn man zu selten übt, tritt man schnell auf der Stelle. Ich weiß :-(

Ich stehe seit einem (gefühlten) Jahr nach der LQS.1 am Anfang der "Fortsetzung" QS.D und komme da nur extrem schleppend voran (erstes Kapitel, Hoffmeister-Sonate ganz frisch gewagt). Schon bei "Peter und der Wolf" würge ich mir ja im Tiefregister einen ab. Und "Soave" in der Höhe? Huuuuhh...

So hab ich am Ende bereitwillig das Tempo noch mehr rausgenommen und seitdem besonders mit den Übungen für das tiefe Register, und an einem entspannteren Ansatz "nach vorn". Außerdem versuche ich mir bewusster zu machen, wie sich der Ansatz in der Höhe bewegt (nach vorne halt), mit Kiefer, und entsprechend zurück, wenn es in die Tiefe geht. Da steht noch einiges an Training bevor, fürchte ich.

Heut habe ich aber beim testweisen Durchspielen von länger abgehakten Etüden festgestellt, daß sich heimlich, still, und leise offenbar mein Ansatz und vor allem die Atemkontrolle verbessert, wenn auch nur gaaaaanz langsam. Aber da gehen auf einmal Sachen mit einer gewissen Leichtigkeit oder wenigstens erhöhten Sicherheit, an denen ich mir zuvor - wie man so sagt - "einen abgebrochen habe".

Und der Ton wird besser, bilde ich mir wenigstens ein. Vielleicht wird er sogar irgendwann mal brauchbar?

Weil dieser Prozess ja irgendwie verschärft unspannend ist, gibt es halt auch so wenig zu erzählen. Aber die Arbeit läuft.
-- Liebe Grüße aus der Stadt mit dem riesigen Bahnhofskappellschen.
Benutzeravatar
doc
 
Beiträge: 213
Registriert: 19.09.2008, 13:38

von Anzeige » 15.07.2010, 13:16

Anzeige
 

Re: Lebenszeichen

Beitragvon Christina » 15.07.2010, 14:48

Hallo doc,

schön, mal wieder von dir zu hören! Ja, das ist halt schwer am Üben ohne Lehrer, dass man bei solchen Durststrecken niemanden hat, der einem mal auf die Füße tritt und einen zum Üben motiviert. Aber leider ist es normal, dass die deutlich sichtbaren Fortschritte irgendwann weniger werden, sich manchmal sogar ein gewisser Stillstand abzuzeichnen scheint.

Setzt dich selber nicht so unter Druck - es muss nicht alles perfekt sein, auch am Anfang von Band D noch lange nicht. Aus meiner Sicht spricht Nichts dagegen, ein Stück, bei dem es mal gar nicht mehr weiter zu gehen scheint, mal für einige Wochen oder Monate auf Eis zu legen und später wieder vorzunehmen. Und dann wird es dir damit ziemlich sicher so gehen, wie jetzt mit den Etüden: es hat sich in der Zwischenzeit doch etwas getan und plötzlich macht es dann auch wieder Spaß, daran zu arbeiten.

Nur Geduld, du schaffst das schon!

Liebe Grüße
Christina
Benutzeravatar
Christina
 
Beiträge: 1797
Registriert: 01.04.2007, 14:09

Re: Lebenszeichen

Beitragvon doc » 16.07.2010, 07:19

Danke für die Aufmunterung, Christina.

Was leider irgendwie zwischen den Absätzen "runtergefallen" ist, ist der Umstand, daß ich mich im letzten ca. Jahr sehr auf die h-Moll-Suite konzentriert habe, mit der LQF.1 ja auch passenderweise aufhört. Da steckt einige Herausforderung drin, selbst bei sehr gedrosselten Tempi. Aber es sind wunderbare Spielnoten, wunderbare Musik.

Nur die Ouverture, die ist so völlig außerhalb meiner Reichweite. Einfach von allem zu viel :-) Und bei deutlich gedrosseltem Tempo wegen verschärfter Langeweile auch keinem Hörer zuzumuten (weil die Sechzehntelpassagen unter 4=60 irgendwie auf dem Fleck stehen).

Es ist also nicht so, daß ich gar nichts tun würde. Nur eben auf einem ... zugegeben breiten ... Fleck stehend. Ist aber auch sicher gut so. Darum setze ich mich auch nicht wirklich unter Druck, oder versuche das wenigstens. Da ist natürlich die Beobachterinstanz, die etwas quängelt und drängelt. Die versuche ich halt, in Schach zu halten :-)
-- Liebe Grüße aus der Stadt mit dem riesigen Bahnhofskappellschen.
Benutzeravatar
doc
 
Beiträge: 213
Registriert: 19.09.2008, 13:38

Re: Lebenszeichen

Beitragvon Aspi » 16.07.2010, 08:13

Ich hatte in meinem 2. Unterrichtsjahr so eine Durststrecke. Es schien gar nicht vorwärts zu gehen, ich quälte mich sehr besonders mit Boismortier herum. Ich musste mir die Stücke Note für Note erarbeiten.
Jetzt, mit meiner neuen Lehrerin, kam wieder so ein Stück und es klappte auf Anhieb. Die ganze Arbeit hat auf einmal Früchte getragen, ich kann die alten Franzosen spielen und mich dran erfreuen.
Sollte wieder mal so eine Stillstandszeit kommen, weiß ich, dass man die einfach aushalten muss. Die Arbeit lohnt sich trotzdem.
Die h-Moll-Suite liebe ich auch und versuche mich teilweise dran.
Aspi
 
Beiträge: 333
Registriert: 29.06.2010, 19:52

Re: Lebenszeichen

Beitragvon Christina » 16.07.2010, 14:11

doc hat geschrieben:Nur die Ouverture, die ist so völlig außerhalb meiner Reichweite. Einfach von allem zu viel :-) Und bei deutlich gedrosseltem Tempo wegen verschärfter Langeweile auch keinem Hörer zuzumuten (weil die Sechzehntelpassagen unter 4=60 irgendwie auf dem Fleck stehen).

Das erinnert mich an ein ähnlich techniklastiges Stück, durch das ich mich neulich mit einer Schülerin gekämpft habe. Wir sind dann dazu übergegangen, es in winzig kleine Übungsabschnitte von manchmal nur einer oder zwei Sechzehntelgruppen zu unterteilen. Diese hat sie dann jeweils mehrfach wiederholt, um die Greifbewegung zu automatisieren. Durch die sehr überschaubaren Abschnitte war es ihr fast möglich, im Originaltempo zu üben, was sie trotz der kleinen Einheiten wesentlich interessanter fand, als eine längere Passage in reduziertem Tempo zu spielen. Dann nach und nach immer um einige Töne erweitert ... hat prima funktioniert.
Benutzeravatar
Christina
 
Beiträge: 1797
Registriert: 01.04.2007, 14:09



Ähnliche Beiträge

Ein Lebenszeichen
Forum: Eigene Aufnahmen
Autor: doc
Antworten: 2

TAGS

Zurück zu Querflöte im allgemeinen..

Wer ist online?

0 Mitglieder

cron