Röhrender Elch




Alles was zum Thema Querflöte gehört, aber nirgendwo reinpasst

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Röhrender Elch

Beitragvon Gunni » 20.07.2018, 22:02

Hallo,

ich spiele jetzt seit ein paar Monaten auf meiner Yamaha YF 21, die eine schon über 60jährige Dame ist, und schaffe es jetzt so langsam, einigermaßen brauchbare Töne in der dritten Oktave hinzubekommen.

Gestern und heute war's richtig warm, und als ich gespielt habe, hab ich gedacht, ich habe einen extraschlanken Elch in der Hand - die Flöte hat in den untersten Tönen richtig geröhrt. Sonst habe ich immer einen schönen, sauberen Klang gehabt. Den habe ich mal hinbekommen, indem ich immer ein Stück weiter am Stimmkorken geschraubt habe und dann wieder den Klang probiert habe, bis sie gut klang und auch in den höheren Oktaven gut ansprach. Die vorgesehene Einstellung, eigentlich mit dem Putzstab einzustellen, war interessanterweise nicht die beste. Die gefundene Einstellung hat lange bestens funktioniert.

Was ich nicht verstehe, ist warum sie jetzt auf einmal angefangen hat zu röhren. Als ob ein zweiter, nicht genau passender Ton auch noch in der Flöte schwingen würde. Ich habe dann wieder lange an dem Stimmkorken herumgestellt - kein Erfolg. Ich hab den Zusatzton nicht wegbekommen. Hörbar bis in etwa zum d der zweiten Oktave, darunter sowieso. Sie spricht ganz unten und ganz oben auch nicht besonders gut an, das war schon besser. Das ändert sich aber je nach Einstellung des Stimmkorkens ein bißchen. Es fällt auch noch auf, dass die ganze Flöte stark vibriert, das merkt man in den Fingern. Das war vorher nicht so ausgeprägt.

Jetzt weiß ich nicht, ob ich einen schlechten Tag habe, und nicht richtig anblase - hab everschiendeste sausprobeirt, aber ganz weg bekomm ich's nicht, oder ob's an der Flöte liegt.

Kennt das vielleicht jemand von Euch?

Flötige Grüße
Gunni
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Re: Röhrender Elch

Beitragvon joy » 21.07.2018, 13:30

Der Stimmkorken ist dazu da, um die Intonation/Stimmung des Instruments in sich einzustellen, nicht den Klang des Instruments. Den verbessert man mit dem Ansatz. Ich würde da nicht dran rumstellen. Wenn die Flöte 60 Jahre alt ist, würde ich sie mal zur Generalüberholung geben, falls sich das vom Wert her lohnt und/oder Du sehr dran hängst.
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Re: Röhrender Elch

Beitragvon MagnolienCaro » 23.07.2018, 08:03

Hallo,
ich habe auch manchmal, dass ein zweiter Ton mitschwingt. Bei mir liegt dies an einem unsauberen Ansatz.. Mit ein bisschen Spielerei an den Lippen lässt sich dies aber beheben. Auch nach 10 Jahren beinah täglichem Spielen habe ich zwischendurch Tage, an denen sich mein normaler Ansatz nicht schön anhört. Vielleicht liegts am Wetter, oder man ist einfach selber an- und verspannt und "versaut" sich so seinen Ansatz. Dann legt man entweder die Flöte einen Tag weg, oder ich versuche es auf eine andere Art und Weise.
Aber wenn die Einstellung des Stimmkorkens mit dem Wischerstab nicht optimal ist, würde ich bei einem Instrumentenbauer den Stimmkorken überprüfen lassen. Dieser kann mit der Zeit vertrocknen und müsste dann ausgetauscht werden. Dies ist aber relativ schnell erledigt und kostet bei uns im Dorf keine 30€.

Liebe Grüße :D
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Re: Röhrender Elch

Beitragvon Gunni » 23.07.2018, 10:04

Hallo MagnolienCaro,

ich glaube, Du triffst den Nagel auf den Kopf. Es scheint wirklich am Ansatz und an der Tagesform zu liegen. Ich habe tags drauf mal ein bißchen herumprobiert, und ja, wenn man in einem etwas anderen Winkel bläst, röhrt es oder eben auch nicht. Allerdings ist das Röhren am lautesten, was wiederum in den tiefen Lagen ganz erfreulcih ist, finde ich. Es hängt anscheinend auch sehr stark davon ab, ob man ein bißchen Schleim im Hals oder auf dem Bronchene hat oder ausgetrocken ist. Das macht ja riesige Unterschiede.

Meine Erfahrung mit dem Stimmkorken aus der Praxis ist allerdings, dass es große Unterschiede gibt, wie die Flöte anspricht, je nach dem wo der Stimmkorken steht. Insofern gibts da schon gute und schlechte Stellungen, und auch dere Klang,aso ich meine das Timbre (heißt das so? Also ich meine die Klagfarbe, nicht die Tonhöhe) ist merklich unterschiedlich. Und wie gesagt, die "Werkseinstellung" ist nicht die beste Einstellung aus meiner Sicht. Der Stimmkorken in meiner Flöte hat in Richtung Flöge eine Metallplatte dran, daher sollte es wohl egal sein, ob der Korken geschrumpft ist. Ist er tatsächlcih, agber ich konnte die Platte wieder so einstellen, dass sei unten am Korken liegt.

Überholung braucht die nicht, die funktioniert prima. Sogar die uralten Polster machen inzwischen keine Probleme mehr. Anfangs mußte ich da draufdrücken wie ein Stier... durch's Spielen ist alles wieder schön weich geworden. Anfangs waren auch die Klappen recht schwergägngig, und Triller oder schnellere Passagen echt mühsam. Ich habe sie dann ein paarmal mit Waffenöl geölt, das hat sehr gut geholfen. Das mache ich jetzt etwa alle zwei Wochen, und das bringt echt viel. Es spielt sich sehr viel leichter danach, weil die Klappen wunderbar leicht gehen. Allerdings greift das Ballistol anscheinend den uralten Kleber von den Korkplättchen an, da musste ich schon welche neu ankleben. War kein echtes Problem. Ja, ich hänge an der Flöte...

Vielen Dank für Eure Antworten!
Liebe Grüße
Gunther
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