Schmatzende Polster




Alles was zum Thema Querflöte gehört, aber nirgendwo reinpasst

Moderator: Muri

Re: Schmatzende Polster

Beitragvon joy » 12.06.2017, 12:54

Betse hat geschrieben:Hallo Pfiffi, ich besitze zwar auch "nur" die typische Yamaha 211 und habe festgestellt, dass ich weniger Probleme mit den Polstern habe, seitdem ich meine Flöte nicht mehr im Kasten, sondern auf dem Ständer aufbewahre, ich nutze den Kasten jetzt nur noch zum Transport. Mein Eindruck ist, dass die Restfeuchtigkeit dann gewissermaßen verdunstet.


Seit wann machst Du das schon? Wie sieht Deine Flöte aus? Ich bin gerade von einer offenen Lagerung abgekommen. Ich habe meine Flöte bis vor kurzem nur im offenen Kasten liegen lassen - mit dem Erfolg, dass sie an den Stellen, die bei der Lagerung dem Kontakt mit der Luft ausgesetzt waren, teilweise extrem angelaufen ist. Da, wo sie im Kasten auflag, war dagegen nichts. Das ging auch nicht einfach so ab. Ich habe sie dann ausnahmsweise mit einem Silberputztuch von Yamaha gereinigt. Das will ich aber nicht wiederholen wegen der Versilberung. Nach einem Gespräch mit meiner Lehrerin darüber wische ich die Flöte jetzt einfach sehr gründlich aus und verschließe den Kasten ca. 1/2 - 1 Std. nach dem Spielen.
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von Anzeige » 12.06.2017, 12:54

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Re: Schmatzende Polster

Beitragvon Betse » 12.06.2017, 17:25

Ich hab gerade noch mal nachgeschaut, ich habe den Querflötenständer jetzt seit Februar, bisher habe ich keinen negativen Effekt bemerkt. Ich dachte, dass das Nicht-Anlaufen mit dem Material zusammenhängt. Die Yfl 211 ist ja aus Neusilber. Allerdings spielt wohl auch die Zusammensetzung des Handschweißes eine Rolle. Der scheint bei mir eher harmlos zu sein.
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Re: Schmatzende Polster

Beitragvon tityre » 12.06.2017, 18:08

Ich habe früher die Flöte auch immer auf dem Ständer gelassen und erst abends wieder in den Kasten gelegt, musste aber feststellen, dass sie sehr darunter gelitten hat.
Mit Anlaufen hatte ich keine Probleme, aber es setzt sich natürlich überall Staub dazwischen: sowohl zwischen die Tonlöcher, als auch in die Mechanik, sodass ich befürchte, dass man damit den Teufel mit dem Belzebub austreibt.
Nach der letzten Generalüberholung bin ich wieder dazu übergegangen, die Flöte nach jedem Spielen zurück in den Kasten zu legen. Wenn man lange gespielt hat, kann man ja noch ein bisschen warten, bis man den Verschluss richtig einrastet, sodass noch ein bisschen Luft dran kommt und die Polster besser austrocknen können.
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Re: Schmatzende Polster

Beitragvon James Blond » 12.06.2017, 20:13

Ich denke nicht,
dass die Aufbewahrung im Kasten eine Ursache für schmatzende Polster sein könnte, denn auch der Flötenkasten ist ausreichend belüftet, sofern die Flöte innerhalb von 24 Stunden einmal gespielt und dann innerhalb der Wohnung im
Kasten aufbewahrt wird.

Man sollte vielleicht einmal überprüfen, ob nicht auch individuelle Faktoren der Atemluft eine Rolle spielen, also ob das Schmatzen der Polster auch auftritt, wenn der Lehrer das trockene Instrument für eine gewisse Dauer anspielt.

Auch sollte beim Absetzen der Flöte darauf geachtet werden, dass die Klappen immer nach open gerichtet bleiben, damit nichts hineinlaufen kann.

Und schließlich würde ich auch einen Versuch mit Kreidepapier oder Talkum wagen - sooo schlimm wird der Schaden an den Polstern dadurch nicht. Mir hat auch schon ein Flötenbauer versichert, das Flötenspiel schade der Flöte. Womit er sicher nicht ganz Unrecht hatte ... ;)

Grüße
JB
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Re: Schmatzende Polster

Beitragvon Doringo » 14.06.2017, 21:17

für schmatzenden Polster gibt es YAMAHA-Polsterpapier
zur Reinigung der Polster und was die Feuchtigkeit raussaugt
http://www.holzblaeser.com/produkte/b18 ... =1429_1587

kann man auch ein Löschblatt zur Not nehmen

die Flöte nur noch auf dem Ständer und nur zum Transport in den Kasten
ist nicht zu empfehlen weil die Polster dann den Staub der Umgebung aufnehmen
und verschmutzen, ist die Umgebungstemperatur zu warm trocknen sie aus mit der Zeit

nach dem Spielen reinige ich meine Flöte mit einem Tuch
und danach kommt sie in den Kasten, der Kasten bleibt dann noch paar Stunden offen und ein Tuch ist drüber
so kann die Feuchtigkeit aus den Polstern
danach Kasten zu
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Re: Schmatzende Polster

Beitragvon Pfiffi » 14.06.2017, 23:33

Hallo zusammen,

mit wirklich großem Interesse verfolge ich die Ideen und Theorien, die hier zum Thema der schmatzenden Polster ausgetauscht werden. Ich bin immer wieder erstaunt, wie viele Perspektiven es gibt - allein dafür lohnt sich schon die Mitgliedschaft hier im Forum! :)

Ich habe jetzt mal folgendes ausprobiert (was ich mich vorher nie getraut hatte, denn ich dachte, es zerstört die Fischhaut der Polster sofort): ich habe Reinigungspapier unter die Klappen gelegt und dann (neu!) das Papier bei leicht geschlossener Klappe herausgezogen. Ergebnis: schon nach der ersten Anwendung kein Schmatzen mehr. Also neue Hoffnung geschöpft und weiter gespielt. Schon nach ein paar Minuten schmatzt es wieder, und zwar vor allen Dingen bei den Klappen, deren Polster schon "Ringe" oder ringförmige Abdrücke haben, weil ich immer noch mit zu großem Fingerdruck spiele. Setzt sich in den Rillen dann auch Dreck gerne fest?

Meine Theorie: die Fischhäute können noch nicht kaputt sein, sonst würden die Schmatzgeräusche zumindest nicht vorübergehend aufhören, oder merkt man das bei trockenen Häuten nicht?

Meine Frage: macht man mit dem Herausziehen des Papiers bei geschlossener Klappe die Fischhaut wirklich nicht kaputt?

Ich habe am Freitag wieder Unterricht. Der Idee von James Blond folgend werde ich mal meine Lehrerin ein Stück auf meiner Flöte spielen lassen und sehen, was passiert. Vielleicht habe ich ja wirklich einen für die Polster toxischen Atem :wink:

Also nochmal danke für Eure ganzen Anregungen und Ideen und
Viele Grüße aus DU
:)
Pfiffi
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Re: Schmatzende Polster

Beitragvon Sheepy_Hollow » 15.06.2017, 10:21

Pfiffi hat geschrieben:Meine Frage: macht man mit dem Herausziehen des Papiers bei geschlossener Klappe die Fischhaut wirklich nicht kaputt?


Hallo Pfiffi,

wenn du das Papier bei geschlossener Klappe herausziehst, dann beschädigst du mittel- bzw. langfristig die Microfaserbeschichtung deiner Straubinger-Polster. Das Problem ist natürlich auf Fischhaut-Polster übertragbar. Das wurde mir auch von Flötenbauern bestätigt. Wahrscheinlich reibst du jedesmal etwas von der Oberfläche ab, bis sie zu dünn ist und reißt.

Die Anwendung von Papier soll nur die Feuchtigkeit herausnehmen:

1) Polsterpapier (ohne Klebestreifen) zwischen Kamin und Polster legen.
2) Klappe LEICHT auf Kamin drücken (als würdest du die Feuchtigkeit aus dem Polster drücken wollen).
3) Schritte 1) und 2) mit einer anderen Stelle des Papiers wiederholen, bis keine Feuchtigkeit mehr zu sehen ist.

Damit die Polster nicht anfangen zu schmatzen musst du sicherstellen, dass sie sauber und relativ trocken bleiben. Hier meine Tipps:

- Vor dem Spielen immer Hände und Zähne waschen/putzen => hiermit gelangen keine Zuckerstoffe aus deinem Mund an das Polster (Achtung: Eier- und Knoblauchkonsum lassen das Silber extrem Anlaufen wegen dem Sulfid)
- Die Flöte immer auswischen, wenn du gespielt hast => hiermit verhinderst du übrigens das größere Problem (Rost an den Stahl-Achsen!!!; Ja auch vermeintlich rostfreier Stahl hat bei mir gerostet)
- Die Flöte immer ins Etui legen => damit setzt sich keine Verschmutzung aus der Luft auf den feuchten Polstern ab (Übrigens: Luft enthält je nach Region unterschiedliche Gehalte an Sulfid, die in Kombination mit Sauerstoff das Silber anlaufen lassen)
- Luftentfeuchter ins Etui legen => damit trocknet die Restfeuchtigkeit innerhalb von Sekunden. Diesen Tipp habe ich von Herrn Uesawa aus München und funktioniert super (ich habe die Flöte mal ne halbe Stunde ohne auswischen in den Kasten gelegt, weil ich Piccolo geübt habe und alles war getrocknet).
- Die Flöte mindestens einmal im Jahr zum Flötenbauer geben und ihm sagen, dass er die Polster reinigen soll. Das geht mit demontierter Flöte leichter. Falls dabei ein Polster kaputt geht, kann es sofort ausgetauscht werden.

LG

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“Faux comme une flûte” est un proverbe musical dès longtemps établi. “Je connais quelque chose de plus faux qu’une flûte, disait Mozart. – C’est? – Deux flûtes.”
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Re: Schmatzende Polster

Beitragvon joy » 15.06.2017, 11:56

Statt Papier kann man zum Aufsaugen auch wiederverwendbare Polstertrockner nehmen.
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Re: Schmatzende Polster

Beitragvon Pfiffi » 25.06.2017, 23:45

Hallo zusammen,

ich habe in der Tat jetzt auch einmal die Reinigungsflüssigkeit ("Pad juice") ausprobiert, die tityre empfohlen hat:

Tityre hat geschrieben:Guck mal, das ist diese Reinigungsflüssigkeit, die ich habe.


Auch hier ist natürlich das "Problem", dass man den angefeuchteten Reinigungsstreifen bei leicht geschlossener Klappe herausziehen oder bewegen muss, und das hat, da hat Sheepy_Hollow schon Recht, natürlich immer zur Folge, dass die Fischhaut etwas dünner wird. Andererseits ist die Reibung bei einem feuchten Streifen ja nicht ganz so groß.

Und siehe da: die Polster sind schmatzfrei (und im Reinigungsstreifen konnte man auch deutlich den abgelösten Schmutz von den Tonlochkaminen erkennen) und bleiben es bis jetzt trotz mehrfachen Spielens auch. Ich kann natürlich schlecht beurteilen, ob die Polster geschädigt oder angegriffen wurden, aber bisher bin ich mit dem Pad Juice sehr zufrieden. Ich halte Euch gerne auf dem Laufenden, wie lange dieser Effekt anhält.
Viele Grüße aus DU
:)
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Re: Schmatzende Polster

Beitragvon tityre » 26.06.2017, 09:15

Den Reinigungsstreifen bei geschlossenen Klappen herausziehen mache ich wirklich nur äußerst selten. Ich schließe und öffne die Klappen ganz oft, meistens reicht das.

Das Herausziehen bei geschlossener Klappe mache ich vielleicht ein- oder zweimal im Jahr und auch nur, wenn ich das Gefühl habe, es ist nötig. Damit sollte man wirklich sehr vorsichtig sein.

Zum Trocknen zwischendurch (besonders in meiner Gis-Klappe sammelt sich gerne Wasser an) benutze ich auch diese wiederverwendbaren Streifen. Die darf man natürlich auf keinen Fall herausziehen.

Außerdem sollte man darauf achten, dass man die Flöte immer richtig lagert, so dass das Wasser nicht in die Klappen laufen kann. Besonders, wenn man sie zwischendurch nur kurz ablegt. Viele legen sie in den Spielpausen auch auf die Beine (wenn man im Sitzen spielt); da sehe ich immer wieder, dass die Flöten ein bisschen nach innen rollen.
Ich stelle sie dann lieber immer auf den Ständer oder halte sie eben fest.
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Re: Schmatzende Polster

Beitragvon Pfiffi » 11.07.2017, 00:13

Hallo zusammen,

Ich wollte nur nochmal kurz berichten: nach der Reinigung mit dem Pad Juice hielt der Effekt einige Zeit an - kein Schmatzen, kein Kleben. (Und natürlich sollte man das nur ganz selten machen, das ist klar, weil sonst die Polster angegriffen werden). Als es wieder ganz leicht mit den Geräuschen anfing, habe ich mir auch diese wiederverwendbaren "Trockner" aus Microfaser zugelegt und mache damit jetzt nach jedem Spielen Tonlochkamine und Polster trocken - nur durch Einlegen und Schließen der Klappen, ohne Ziehen. So kann sich hoffentlich auf Dauer erst gar kein klebriger Schmutz ansammeln. Ich glaube zumindest, diese Microfaser-Reiniger sind viel leichter zu handhaben und saugen auch mehr Feuchtigkeit auf als das Reinigungs- oder Zigarettenpapier.
Viele Grüße aus DU
:)
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