Vorspiel




Alles was zum Thema Querflöte gehört, aber nirgendwo reinpasst

Moderator: Muri

Vorspiel

Beitragvon Altetröte » 13.11.2009, 13:51

Hallo miteinander,

wie bereitet Ihr Euch auf ein Vorspiel vor? Außer Üben, meine ich natürlich :D

Wenn Ihr Stellen habt, die einfach nicht richtig laufen wollen, übt Ihr die bis Ihr dran seid? Was macht Ihr mental vor dem Auftritt? Übt Ihr am Tage des Konzertes immer noch oder spielt Ihr Euch "nur" gut ein?

Sagt doch mal...

Grüße von
der

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Re: Vorspiel

Beitragvon doc » 13.11.2009, 14:25

Ich bin ja nur kleiner Dilettant und habe keine wirklich "kritischen" Auftritte.

Ich habe aber festgestellt, daß es mir(!) überraschen wenig bringt, mich vorher total auf das Stück zu fixieren. Umgekehrt kostet es mich viel wie sich zeigt unnötige Nerven, mich da vorher in etwas reinzusteigern. Kostet also mehr, als es bringt.

Ich mache also an den Tagen vorher eigentlich nur mein ganz normales Training und versuche es so einzurichten, daß ich mich mit dem Stück nicht übernommen habe, ich es also prinzipiell jederzeit "abliefern" könnte, ohne mich dafür schämen zu müssen. Andere müssen entscheiden, wann ich mich dabei bislang total verschätzt habe.

Wenn ich mal live spiele, dann in Gottesdiensten oder bei einem Chor-Konzert von Terra Nova als Zwischenspiel oder Pausenfüller oder so, und da kann ich mich überhaupt nicht "auf den Punkt" mental fitmachen, weil da eher Hektik angesagt ist, weil ich ja noch im Chor singe oder einen Text habe, oder so was. Fokussierung vor ab geht also so gut wie nicht. Obwohl ich natürlich trotzdem im Singepausen vorher in die (Sax-) Noten reinschiele. Es lebe die Inkonsequenz. Ich bezweifele halt nur inzwischen, daß diese Handlungen mir etwas beim anschließenden Vorspiel bringen.

Natürlich versuche ich mich vor dem Konzert oder Gottesdienst wenigstens etwas warmgespielt zu haben (Einspielübungen und vielleicht ein paar Takte vom Stück "für die Sicherheit"). Im Chor singen wir uns ja auch ein, und damit ist der Atem auch schon vorgeübt. Oft ist aber anständiges Warmspielen "vor Ort" kaum möglich, und ich muß froh sein, wenn ich vorher prüfen kann, daß das Instrument überhaupt korrekt läuft (bei Saxen ist das ja nicht grad unkritisch).
-- Liebe Grüße aus der Stadt mit dem riesigen Bahnhofskappellschen.
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Re: Vorspiel

Beitragvon Altetröte » 13.11.2009, 14:39

men Problem ist, dass ich IMMER eine Angststelle habe, die eigentlich technisch zu bewältigen ist, die ich aber aus einem unerklärlichen Grund nicht so sauber hinbekomme, wie ich es eigentlich kann; ist aber auch tagesformabhängig. Und es ist dann im Konzert auch tatsächlich immer diese Stelle, wo es dann kracht. Das Publikum merkt es meistens gar nicht, aber ich bin dann ein bißchen traurig; ist halt schade um die schöne Musik :cry:

Ich habe jetzt vor kurzem ein paar Erfahrungen gemacht, die mich ein gutes Stück weitergebracht haben, aber mir fällt es schwer, mir das jeweils wieder bewußt zu machen. Um so locker zu spielen, wie es sein müßte, damit es gut klingt und auch gut läuft, brauche ich eine ganze Weile, und wenn dann mein Lampenfieber zuschlägt, war es das dann :( Ich bin dann immer gefrustet, weil ich selber ja weiß, dass ich das Stück kann und es auch gut klingt, nur konnte ich es leider dem geneigten Publikum nicht so präsentieren...
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Re: Vorspiel

Beitragvon La musicienne » 13.11.2009, 18:49

Wenn ich ein sehr wichtiges Vorspiel/Konzert hab, versuche ich mich an dem Tag zwar sehr gut einzuspielen und alle möglichen Tonübungen zu machen.
Aber ich spiel meine Stücke nicht mehr komplett durch, weil man sich da nur verrückt macht, wenn irgendeine Stelle, die sonst immer geklappt hat, nicht so klappt, wie man will.
Ich kann es mir aber trotzdem nicht verkneifen, schwere Stellen rauszunehmen und kurz anzuspielen, das gibt mir dann irgendwie doch ein gutes Gewissen.
Wenn ich nicht genügend Zeit hab ausführlich mit der Flöte zu üben, nehme ich einfach die Noten und geh alles im Kopf durch und stell mir dabei die Griffe vor und lasse die Musik sozusagen im Kopf ablaufen.
Außerdem versuch ich mir klar zu machen, dass es keinen Grund zur Nervosität gibt, da ich gut vorbereitet bin und ich geh zusätzlich im Kopf meine Prinzipien durch, die für Vorspiele gelten: 1) meine Freude und Begeisterung zeigen, die ich für die Musik hab 2) mit einer positiven Grundeinstellung auf die Bühne gehen und überzeugt von sich sein 3) sich an frühere Vorspiele erinnern, die gut gelaufen sind 4) im Moment des Auftritts nur auf die Musik konzentrieren, alle anderen Gedanken müssen weg
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Re: Vorspiel

Beitragvon Christina » 14.11.2009, 00:06

Ich übe unmittelbar vor einem wichtigen Vorspiel / Konzert auf keinen Fall mehr die Stücke, die ich da spielen soll. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass mir das Nichts bringt, im Gegenteil, ich mache mich nur noch verrückt, wenn es dann nicht so klappt wie es sollte. Alles, was ich nicht bis spätestens zwei Tage vor dem Auftritt kann, lerne ich dann so kurzfristig auch nicht mehr. Auch am Tag vor dem Auftritt versuche ich deshalb, eher irgendwas anderes zu spielen. Dadurch bekomme ich den nötigen Abstand zu den Stücken und gehe auch ruhiger an irgendwelche "Angststellen" heran. Nach so einer "Zwangspause" laufen die dann nicht selten viel besser als vorher.

Vor dem Auftritt spiele ich mich gut ein, gehe evtl. wichtige Stellen nochmal im Kopf durch (ohne Instrument) und halte mich von jedem fern, der Unruhe oder Nervosität verbreitet :mrgreen: Auch Atem- oder Entspannungsübungen sind für mich eine gute Möglichkeit, Wartezeiten vor einem Vorspiel zu überbrücken.
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Re: Vorspiel

Beitragvon Maggy » 14.11.2009, 19:59

Ich hab jetzt am Montag ein Vorspiel :shock:
Hatte das lauter bei den Profs vorstellen total vergessen. Nun hab ich heute noch mal die schweren Stellen angeschaut, bin durchgegangen was ich mit dem Stück aussagen möchte, was meine Lehrerin mir gesagt hat und höre es mir heute noch mal an damit ich die Klavierstimme gut im Kopf habe. Das 2. Stück genauso. Morgen konzentriere ich mich dann auf Ton- und Fingerübungen und spiele wahrscheinlich noch mal kurz die Stücke an aber nicht durchspielen oder mit den schweren Stellen verrückt machen. Doch wenn ich gar nichts mehr durchgeschaut habe, hab ich ein schlechtes Gewissen 8)
Joa und am Vorspieltag dann wenn dann noch mal mit der Pianistin durchlaufen lassen und Ton- und Fingerübungen.

Hatte bis jetzt nur einmal ein richtig, richtig tolles Vorspiel Erlebnis. Das war letztes Jahr das Weihnachtskonzert. Da hab ich danach sogar geweint weil es so ein wunderbares Erlebnis war. Aber bis jetzt konnte ich diese "konzentration" oder auch willensstärke nicht mehr hervorrufen :| Ich denke das man sich wirklich sagen muss: Ich will einfach nur Spaß haben beim musizieren und den Leuten da draußen diese Freude rüberbringen. Dann könnte das Funktionieren :mrgreen:

Ups, ganz schön lang geworden =)
Liebe Grüße,
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Re: Vorspiel

Beitragvon Altetröte » 09.12.2009, 15:56

So, nun habe ich mein Vorspiel hinter mich gebracht. Es war ein bißchen gemischt: unser Quartett mit Weihnachtsliedern war sehr gut, ein Trio für drei Flöten von Boismortier war so lala und bei der Hoffmeister Sonate (wo ein 16el Lauf im Allegro - meine Angststelle - drin war) war genau die Stelle sch***** und gegen Ende habe ich ein bißchen meinen Ansatz verloren, war also auch nicht der Brüller.

Richtig gut (*freu*) war mein Siciliano von Bach - Flöte mit Klavier. Dafür habe ich viel Lob bekommen und war auch selbst fast zufrieden (ganz zufrieden ist man ja nie :D ) Aber ich glaube, dass mich dieses positive Erlebnis für zukünftige Vorspiele geprägt hat und ich es vielleicht doch so langsam in den Griff bekomme und trotz Lampenfieber gut spielen kann.

Der Tipp mit dem Kaugummikauen von La Musicienne war übrigens super gut!!! Das hat echt geholfen, dass der Mund nicht so ausgetrocknet ist, danke nochmal dafür!!! (Das habe ich meiner Lehrerin übrigens nicht erzählt :mrgreen: ).

Liebe Grüße
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Re: Vorspiel

Beitragvon La musicienne » 10.12.2009, 18:48

Echt? freut mich, dass es geholfen hat :wink: ich mach das auch immer vor jedem Vorspiel, aber mein Lehrer hat es schon mal mitbekommen und solang ich den Kaugummi nicht vergesse raus zu tun, sagt er auch nix dagegen. Aber das würde mir glaub auch nicht passieren...

Von mir direkt kommt der Trick glaub gar nicht, hab ihn soweit ich mich richtig erinnere auch hier im Forum gelesen. Bei mir gibts kein Vorspiel mehr, ohne davor Kaugummi zu kauen* :wink:
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