Warum funktioniert meine Flöte manchmal nicht?




Alles was zum Thema Querflöte gehört, aber nirgendwo reinpasst

Moderator: Muri

Warum funktioniert meine Flöte manchmal nicht?

Beitragvon Pusteblume » 27.12.2011, 12:11

Hallo,
ich muss euch nun nochmal was fragen.
Ich habe mir Ende September/Anfang Oktober eine neue Querflöte gekauft, eine Altus 1107.
Ich komme super mit ihr klar und finde die Flöte einfach toll.
Jetzt ist mir aber aufgefallen, dass sie manchmal keinen schönen Ton spielt. An manchen Tagen hört sie sich wunderschön an, die Töne kommen klar und das Spielen macht einfach nur Spaß. Ich spiele dann oft stundenlang.
Nehme ich sie am nächsten Tag wieder zum Üben in die Hand, kann es passieren, dass alles nur rauscht und die Töne blockieren. Manche Töne kommen dann nicht sauber, sind wie verschluckt oder es rauscht fürchterlich hinter dem eigentlichen Ton. Da kann ich machen was ich will. Glaube aber nicht, dass es am Ansatz liegt. Ich habe eher das Gefühl, dass mit der Flöte was nicht stimmt. Hmm, irgendwie schlecht zu beschreiben...


Kennt ihr das Problem? Woran liegt das und was kann ich tun, dass das nicht passiert?
Ich hoffe nicht, dass nach so kurzer Zeit die neue Flöte schon wieder zur Reparatur muss...
Das Problem hatte ich schon bei meiner alten Flöte, eine Yamaha 311. Da mussten dann zum Schluss ständig irgendwelche Schräubchen nachgestellt werden und die Polster waren hinüber, so dass die Klappen nicht mehr richtig geschlossen haben. Da kamen auch oft keine Töne mehr gescheit raus. Erst nachdem mein Flötenlehrer dann hier und da mal was nachgezogen hat, konnte ich wieder schöne Töne spielen.
Da ich die Yamaha schon einige Jahre gespielt habe und mein Flötenlehrer mir zu einer neuen Flöte geraten hatte, habe ich mir vor 3 Monaten dann die Altus gekauft.
Jetzt fängt das alles schon wieder an. Ist das normal, wenn man oft und intensiv übt oder mache ich einfach was falsch?
Da ich manchmal auf kleinen Konzerten und auch auf Wettbewerbe vorspiele, möchte ich mich auf meine Flöte verlassen können. Wäre blöd, wenn ausgerechnete an einem wichtigen Tag die Flöte keinen schönen Ton heraus bringt.

Vielleicht habt ihr ja den ein oder anderen Tipp für mich. Lieben Dank schon mal im Voraus :D

Liebe Grüße, Pusteblume
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Re: Warum funktioniert meine Flöte manchmal nicht?

Beitragvon Altetröte » 27.12.2011, 17:46

Ferndiagnosen sind immer so eine Sache...

Ich denke nicht, dass es an der Flöte liegt! Meistens liegt es am Spieler und auch nicht unbedingt am Ansatz. Wenn Du Dich dann aber verrückt machst und mit dem Ansatz herumprobierst und machst und tust, dann wird es eher noch schlimmer. Wenn Du meinst, dass es nicht gut klingt, mach ein paar Essentials für Ansatz und Finger (egal wie es klingt) und leg die Flöte weg.

Ansonsten - wie immer - Lehrer fragen!
"Ihr wisset, dass ich die blasenden Instrumentalisten nicht leiden kann, denn sie blasen alle falsch"

Alessandro Scarlatti (zu Johann Joachim Quantz)

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Re: Warum funktioniert meine Flöte manchmal nicht?

Beitragvon Tanja » 27.12.2011, 19:23

Ich kenne das auch, dass ich an manchen Tagen keinen einzigen schönen Ton zustande bringe. Das liegt dann nie an der Flöte, sondern an mir. Das einzige was hilft: Flöte weglegen und am nächsten Tag nochmal probieren. Auch wenn mich hier gleich einige Flötenlehrer steinigen werden: Manchmal tut es sogar gut, mehrere Tage gar nicht zu spielen und dann wieder frisch ans Werk zu gehen. Ich habe den Eindruck, dass man durch tägliches Üben (was durchaus natürlich auch seine Berechtigung hat) schonmal "verkrampft" und es dann hilft, wenn man mal aussetzt.
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Re: Warum funktioniert meine Flöte manchmal nicht?

Beitragvon Pusteblume » 27.12.2011, 19:46

Hmm, mich wundert es halt, dass es immer die gleichen Töne sind, die sich dann seltsam anhören, die anderen funktionieren immer. Meinem Flötenlehrer ist es auch schon aufgefallen. Er meinte auch, dass da was nicht stimmt.
Na ja, ich werde die Flöte doch lieber mal in Flötenwerkstatt bringen, damit mal jemand drüber guckt. Vielleicht ist es ja nur eine Kleinigkeit, irgend ein lockeres Schräubchen oder irgendwas in die Richtung. Wenn nichts gefunden wird, um so besser.

Liebe Grüße, Pusteblume
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Re: Warum funktioniert meine Flöte manchmal nicht?

Beitragvon schraeubchen » 28.12.2011, 17:06

Hallo Pusteblume,

Dein Lehrer kann das sicher am besten beurteilen, ob es an der Flöte oder an Dir liegt. Ich vermute aber - wie die anderen auch - , daß es eher nicht an der Flöte liegt.
Außerdem gibt es ja auch die "üblichen Verdächtigen", die immer ganz besondere Aufmerksamkeit benötigen (E, Cis und so). Vielleicht kannst Du ja mal schreiben, welche Töne es sind.
Und dann kenne ich noch das Problem mit Wasser in den Klappen. Bei meiner Altus ist das schon mal gerne das Es/Dis. Wenn sich da Wasser gesammelt hat, kann der Ton schon mal komplett ausfallen. Dann hilft nur ein Jetstream und das Wasser mit einem sehr weichen Tuch aufsaugen.
"Atmen ist ganz leicht, Du holst einfach Luft!"
Marcel Moyse zu einem Studenten, der nach der richtigen Atmung gefragt hatte.
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Re: Warum funktioniert meine Flöte manchmal nicht?

Beitragvon musicavaria » 01.03.2012, 12:11

Natürlich ist es sinnvoll ein neues Instrument in der Garantiezeit überprüfen zu lassen. Und den Umgang mit dem Instrument zu überdenken, achte ich darauf dass das Kondenswasser nicht an die Polster gelangt. Habe auch schon Flötenspieler angetroffen die das feuchte Putztuch in den Koffer quetschen.
Es gibt viele Flötenspieler die mit Tonqualitätsschwankungen kämpfen. Dann wird am Ansatz herum geschraubt, statt der ganze Mensch mit einzubeziehen. Stimmt der Muskeltonus nicht kann es nicht klingen. Wer also zuerst auf die Haltung achtet, das Gewicht auf die Füsse stellt, die Knie lockert, das Becken richtig positioniert, sich die nötige Weite und Raum vorstellt schafft mal gute Voraussetzungen für Atmung und Klang bereit zu sein. Der Ansatz muss sehr flexibel sein, das geht nicht wenn jemand die Lippen starr spannt. Habe noch nie Schüler gehabt die mit einem Pfeiffansatz Erfolg haben, was ist ein Stülpansatz? Ich bringe meinen Schülern eher einen breiten aber lockeren Ansatz bei. Man kann doch nicht mit einem Satz schreiben, an was es liegt wenn es nicht klingt. Ist der Ansatz verspannt liegt es oft an einer Zungenfehlstellung oder zu viel Druck im Bauch.
Die meisten Spieler wissen theoretisch wie der Blasstrahl sein sollte, sie tun aber im Bereich "Stütze" Dinge die etwas ganz anderes bewirken.
Eine Übung die ich empfehle- einen Ton in der zweiten Oktave blasen und die Flöte wegnehmen, weiter blasen ohne was zu verändern. Wer nichts ändert ( gar nicht so einfach) hört wie er wirklich bläst. Oft deckt man dabei klar auf dass es ein grosser Unterschied ist, zwischen der Vorstellung und dem was man wirklich tut. Dann übe ich ohne Flöte wie es sein sollte und vergleiche das mit dem was ich tue. Meistens ist es ein winziger Unterschied in der Körperwahrnehmung hat aber einen grossen Einfluss auf den feinen schnellen Blasstrahl. Man muss die Übung zig mal wiederholen, bis es einem gelingt das Alte nicht mehr zu tun kaum setzt man die Flöte an. Kontrolle, Flöte weg weiter blasen.
Was macht der Flötist damit es wundervoll klingt? Er tut das Richtige und lässt das Falsche weg- so einfach. Diese Übung richtig angewendet zeigt Dir genau was Du tust und das ist der Anfang für die Veränderung und deckt einige Irrtümer auf. Man kann die Übung auch bei Sprüngen in die Höhe anwenden- einmal mit dem Instrument und dann ohne Instrument wiederholen. Oft ist es ein grosses AHA Erlebnis, dass die Art der Stütze eben zum Zerstreuen des Blasstrahls führt anstatt zu dem Beschleunigen.
Mit dieser Übung bringe ich meinen Klang in kurzer Zeit in Topform und ein piano in der Höhe fällt sehr leicht, ohne viel zu Üben und langes Einspielen. Bei den Schülern sind die Resultate oft umwerfend, vor der Übung und nach der Übung. ja dann viel Spass.
musicavaria
 
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