Welche Flöte soll es sein?




Alles was zum Thema Querflöte gehört, aber nirgendwo reinpasst

Moderator: Muri

Welche Flöte soll es sein?

Beitragvon Pusteblume » 20.08.2011, 12:58

Hallo zusammen,
unsere Tochter spielt nun schon seit ungefähr 6 Jahren sehr intensiv Querflöte. Sie ist auf einem musikal. orientierentm Gymnasium, hat regelmäßig Auftritte, hat bereits an dem ein oder anderen Wettbewerb teilgenommen und durfte bereits in einem Sommerferienprojekt in einem richtigen Orchester mit Profis zusammen spielen. Nach dem Abi will sie Musik studieren.
Als sie mit der Querflöte anfing, hatten wir ihr damals eine Yamaha 311 gekauft. Auf dieser Flöte spielt sie immer noch.
Jetzt wird es Zeit die Flöte general überholen zu lassen. Sicherlich wird eine solche Geranlüberholung einiges an Geld kosten.
Wir hatten uns auch überlegt, falls sie wirklich Musik studieren wird, eine neue Flöte zu kaufen.
In den normalen Musikgeschäften haben sie leider bei nur die "normalen" Schülerflöten. Alles was darüber hinaus geht, muss extra bestellt werden.
Meine Frage ist nun die, ob es für's Studium überhaupt eine bessere Flöte sein muss oder geht es auch mit der 311 von Yamaha?
Wenn nein, nach welcher Flöte sollten wir dann Ausschau halten und mit welcher Preisklasse müssen wir denn dann rechnen?
Macht es Sinn sich das Geld für eine Generalüberholung zu sparen und vielleicht schon jetzt eine hochwertigere Flöte zu kaufen?

Ich würde mich freuen, wenn ich von euch den ein oder anderen Ratschlag bekommen könnte.
Lieben Dank schon mal im Voraus!

Liebe Grüße
Pusteblume
 
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Re: Welche Flöte soll es sein?

Beitragvon tityre » 20.08.2011, 13:40

Ich behaupte mal einfach: wer gut ist, kann auch mit einer Yamaha 311 studieren. Wenn sie mit der Flöte noch zufrieden ist, spricht ja nix dagegen. Man könnte auch überlegen, sich da ein Luxus Kopfstück drauf zustecken, das kann den Klang total verändern. Es gibt schon schöne Sachen für ca. 2000 Euro (du kannst natürlich auch viel mehr ausgeben).

Wenn es finanziell machbar ist: es macht natürlich mehr Spaß, je besser die Flöte ist, aber leider kann man da preislich gar keine Regeln aufstellen. Ihr wisst ja, was eure Yamaha gekostet hat und ab da geht es ohne Ende nach oben.

Ich würde mal zu einem guten Laden fahren, der eine schöne Auswahl bieten kann. Dann würde ich die in Frage kommenden Modelle gegen die Yamaha testen. Deine Tochter wird dann schon merken, ob es einen großen Unterschied macht, so dass sich die Investition schon lohnt.
Vielleicht stellt sie auch fest, dass das, was für sie klasse wäre, sich im 5stelligen Bereich bewegt. Dann muss man halt entscheiden: geht das schon jetzt oder muss man ein bisschen darauf hinsparen? Ihr wüsstet dann aber wenigstens schon mal, wo ihr hin wollt. (Manche Läden bieten übrigens einen netten Musikerrabatt.)

Einige hier werden sagen, man könne eine gute Flöte evtl. in diesem Stadium nicht wirklich ausreizen. Das glaube ich z.B. gar nicht. Ich kam auf allen guten Flöten besser zurecht (was nicht heißt, dass man den Klang mag), als auf meiner alten und habe die Erfahrung auch schon bei anderen beobachten können, die wirklich nicht toll spielen können. Wenn die meine Flöte spielen, haben sie das Gefühl, dass sie von alleine spielt.

Wirklich wichtig finde ich: Die Flöte muss zum Spieler passen und man muss schon so gut sein, dass man die Klangunterschiede hören kann und auch eine gewisses Klangideal hat.

Außerdem, aber das ist bei deiner Tochter ja kein Thema, sollte man spielerisch so weit sein, dass man die Flöte in allen Lagen gut testen kann. Ich kann schlecht den Klang im hohen Register beurteilen, wenn ich noch Schwierigkeiten habe, diese Töne überhaupt zu erzeugen. In so einem Fall würde ich den Kauf ein wenig verschieben (vor allem, wenn es um hochwertige und teure Flöte geht), aber, wie gesagt, über das Stadium ist deine Tochter ja hinaus.
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Re: Welche Flöte soll es sein?

Beitragvon Tanja » 20.08.2011, 13:50

Hallo Pusteblume,

Mit der 311 hat deine Tochter schon eine recht gute Schülerflöte, mit der man sicherlich auch studieren kann. Bei einem Neupreis von ca 1000€ lohnt sich eine Generalüberholung auch schon, und wenn deine Tochter absolut zufrieden mit ihrem Instrument ist, ist eine Neuanschaffung auch nicht unbedingt nötig.
Nach all dem, was ich bisher gehört habe, kannst du für die Generalüberholung mit vielleicht 400€ rechnen (wobei es ja auch immer noch darauf ankommt, was letztendlich alles gemacht wird). Eine neue Flöte wird natürlich um einiges teurer. Ich würde in eurem Fall, wo die Flöte ja später auch "Berufswerkzeug" werden soll, bei Modellen für ab ca. 2000€ ansetzen, so dass auch schon ein Sprung von Schülermodell in Richtung Profiinstrument gemacht wird. Wenn du bereit bist, das für deine Tochter anzulegen, dann überlasse ihr doch die Entscheidung. Meine Idee wäre es, mal zu einem Flötenbauer oder einem Geschäft mit größerer Auswahl zu gehen (wenn du uns die Region nennst, bekommst du dahingehend hier sehr gute Tipps) und sie mal verschiedene Modelle im direkten Vergleich zu ihrer eigenen Flöte anzuspielen zu lassen. Wenn sie ein Modell findet, dass sie toll findet, dann evtl kaufen. Je nach alter deiner Tochter kann man mit ihr ja auch reden und verschiedene Möglichkeiten abwägen (z.B auch erstmal die alte Flöte überholen lassen, noch ein paar Jahre gemeinsam sparen und dann ein noch besseres Modell kaufen und die alte, überholte Flöte verkaufen). Auf jeden Fall würde ich deine Tochter aktiv in die Entscheidung mit einbeziehen.
Viel Erfolg dabei und berichte mal! :-)
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Re: Welche Flöte soll es sein?

Beitragvon Altetröte » 20.08.2011, 17:27

Ich würde jetzt noch keine neue Flöte kaufen. Wenn sie studiert, wird ihr der Dozent schon sagen, ob und was für eine Flöte sie braucht. Wir hatten vor kurzem hier im Forum eine Studentin, die sich eine richtig teure Profi-Markenflöte zugelegt hat und jetzt ihre liebe Not hat, das Instrument wieder loszuwerden, weil ihrem Prof. der Klang nicht gefällt. Sie hat - sofern sie die Flöte überhaupt schon verkauft hat - 1/3 des Neupreises verloren und das allein ist schon das Doppelte von dem, was eine gute Flöte (nicht Schülerflöte!) kostet. Wenn Deine Tochter gut ist, kann sie aus jeder Flöte viel herausholen. Seht Euch mal die Masterclass von Emmanuel Pahud an und hört, wie die Flöte der Studentin bei ihr klingt und wie sie tönt, wenn der Maestro darauf spielt, dann wißt Ihr, was ich meine.

Hier ist der Link dazu:

http://www.youtube.com/watch?v=AYhduTuI_zM
"Ihr wisset, dass ich die blasenden Instrumentalisten nicht leiden kann, denn sie blasen alle falsch"

Alessandro Scarlatti (zu Johann Joachim Quantz)

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Re: Welche Flöte soll es sein?

Beitragvon La musicienne » 20.08.2011, 19:56

Ich denke es reicht immer noch ein halbes Jahr vor dem Studium eine neue Flöte zu kaufen, wenn sie sicher weiß dass sie Musik studieren will.
Aber ich bin mir ziemlich sicher, dass man mit einer Yamaha 311 im Studium nicht weit kommt. Leider ist es oft bei den Aufnahmeprüfungen so, dass schon drauf geachtet wird, was für eine Flöte man spielt. Im Studium, das sowieso anspruchsvoll genug ist, sollte man es sich nicht noch zusätzlich schwer machen und auf einem Schülerinstrument spielen, dass lang nicht so viele gestalterische Möglichkeiten bietet, wie die Profiflöten der Konkurrenz.
Solang sie noch nicht studiert, ist die Yamaha aber völlig ausreichend in der Regel und man kann aus ihr wirklich einiges rausholen (hab selber ziemlich lang auf der 311 gespielt). Aufjeden Fall würde ich erst später eine neue Flöte kaufen, wenn sich der Klang deiner Tochter noch weiterentwickelt hat. Sonst könnte es passieren, dass sie jetzt eine neue hat und die in ein paar Jahren für ihr Empfinden schon wieder zu schlecht ist.
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Re: Welche Flöte soll es sein?

Beitragvon Pusteblume » 20.08.2011, 20:29

Hallo zusammen,
vielen Dank für eure Ratschläge. Das ging aber wirklich schnell.
Okay, ich denke auch, dass es dann wirklch besser ist noch etwas zu warten und die jetztige Flöte erst einmal gründlich durchgucken zu lassen.
Wer weiß, ob unsere Tochter auch wirklich einmal Musik studieren wird. In 3 Jahren kann viel passieren. Meine Tochter ist zwar ehrgeizig, in ihren Interessen sehr beständig und seit Beginn des Querflötenunterrichts vergeht eigentlich kein Tag, an dem sie nicht am üben ist, trotzdem können sich Interessen auch mal ändern.
Zu dem ist es ja auch so, dass die Aufnahmebedingungen für ein Musikstudium ziemlich schwer sein sollen.

Mein Gedanke war halt der gewesen, das Geld für eine Generalüberholung gleich in eine hochwertigere Flöte zu stecken.
Nachdem ich nun aber eure Tipps gelesen habe, denke auch ich, dass wir besser noch einige Zeit warten werden.

Nochmals vielen Dank für eure Hilfe!

Liebe Grüße und alles Gute für euch!
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Re: Welche Flöte soll es sein?

Beitragvon Lizzie » 21.08.2011, 14:55

Hallo Pusteblume,

ich würde mich der allgemeinen Meinung anschließen.
Mit 15 ist man ja gerade in einem Alter, in dem man noch dabei ist zu entdecken, wo es einen hinzieht.
Manchmal kommt es dann doch wirklich ganz anders, als man denkt - ich spreche da aus persönlicher Erfahrung. :wink:
Zudem könnte es sein, dass sich deine Tochter durch die neue Flöte dann mehr oder weniger dazu "gedrängt" fühlt, diesen Weg einzuschlagen.
In meinem Bekanntenkreis gibt es ein Mädchen, das mit 12 Jahren von ihren Eltern eine Flöte für fast 10000 Euro bekommen hat - "ist ja dann auch fürs Studium."
Das Mädchen ist jetzt glaub ich fast 16 und für sie ist das Musikstudium beschlossene Sache - nur leider zweifle ich stark daran, dass dieser Ehrgeiz wirklich von ihr ausgeht und ich persönlich habe nicht das Gefühl, dass sie leidenschaftlich spielt. Von daher würde ich auch vorschlagen - gib ihr noch etwas Zeit und Raum! Natürlich ist es ärgerlich, wenn man in eine "alte" Flöte nochmal so viel Geld ausgeben muss, aber sollte sie sich dann doch für eine andere Laufbahn entscheiden, muss die neue Flöte ja keine Tausende von Euro kosten. Dann tut es ja auch ein gutes Mittelklassemodell, wenn sie überhaupt eine neue will... und vor allem ist meiner Meinung nach eine funktionstüchtige Zweitflöte Gold wert. Das Geld für die Generalüberholung von ihrer 311 dürfte also in keinem Fall rausgeschmissen sein.
Ich möchte außerdem noch hinzufügen, dass ich es toll finde, dass ihr eure Tochter so unterstützt! Viele Eltern reagieren auf die musischen Ambitionen ihrer Kinder mit Sprüchen wie "Lern lieber was Anständiges, das ist doch brotlose Kunst!". Deine Tochter kann sich wirklich glücklich schätzen!

Liebe Grüße und viel Erfolg an deine Tochter,
Lizzie
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Re: Welche Flöte soll es sein?

Beitragvon La musicienne » 21.08.2011, 18:22

Lizzie hat geschrieben:Ich möchte außerdem noch hinzufügen, dass ich es toll finde, dass ihr eure Tochter so unterstützt! Viele Eltern reagieren auf die musischen Ambitionen ihrer Kinder mit Sprüchen wie "Lern lieber was Anständiges, das ist doch brotlose Kunst!". Deine Tochter kann sich wirklich glücklich schätzen!

Find ich auch klasse! Es gibt so viele Eltern, die voll dagegen sind aber auch welche, die die Kinder trimmen und zwingen zu üben. Wenn man da das richtige Mittelmaß gefunden hat, ist das am besten.
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Re: Welche Flöte soll es sein?

Beitragvon Altetröte » 21.08.2011, 20:51

Meine waren dagegen :( Ich durfte noch nicht einmal Querflöte lernen...

Von daher finde ich es auch toll und ich weiß, wenn mein Sohn Klarinette studieren wollen würde (und er hätte das Zeug dazu), würde ich ihm keine Steine in den Weg legen, obwohl ein Musikstudium gerade heute keine Garantie auf eine Stelle bietet, man kann froh sein, wenn man einigermaßen über die Runden kommt, selbst wenn man mit summa cum laude abgeschlossen hat!

Wißt Ihr, wie bei den Streichern das Kolophonium heißt? - Hartz IV!
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