Flötenkauf




Was sind die besten Flöten? Auf welchen spielt ihr? Auf welcher würdet ihr gerne mal spielen?

Moderator: Altetröte

Flötenkauf

Beitragvon Steffi56 » 07.10.2023, 10:11

Hallo zusammen,

ich habe schon ein paarmal im Forum gelesen und schreibe nun selbst zum ersten Mal. Ich freue mich über Antworten und bedanke mich schon mal im voraus.

Ich bin Mitte 40, also schon im etwas fortgeschitteneren Alter. Seit ungefähr einem halben Jahr versuche ich mir selbst Querflöte beizubringen. Erst einmal wollte ich sehen, ob ich überhaupt einen Ton rausbringe und ob es mir Spaß macht. Deshalb habe ich bei einem Mietservice ein Instrument ausgeliehen. Das hat soweit ganz gut funktioniert, so dass ich langsam den nächsten Schritt gehen und ein eigenes Instrument kaufen möchte. Die Leihflöte ist eine Eigenmarke des Vermieters. Diese werde ich auf jeden Fall nicht übernehmen und kann daher auch wenig Rückschlüsse auf andere Marken ziehen.

Zu meinen Vorstellungen: Ich möchte eine Flöte, die mich dauerhaft begleitet. Es soll also kein ganz günstiges Einsteigermodell sein, dass ich dann in 2-3 Jahren wieder wechsle. Als Erwachsene würde ich mir sogar einen Silberkopf gönnen. Meine Vorstellung an Preis, Qualität und Ansprüche wäre entweder eine Yamaha 312 oder eine Azumi Z2. In zwei Punkten bin ich mir allerdings unsicher:

1.Ich frage mich,ob der Preisunterschied von immerhin rund 400 Euro gerechtfertigt ist. Kann mir dazu jemand was sagen?
Hat jemand vielleicht auch einen Vergleich, was die Ansatztoleranz angeht oder die benötigte Luftmenge?
Oder könnte man sagen: Bei dieser Auswahl dann doch die günstigere Yamaha, da sich die beiden groß nichts geben.

2. Geschlossene Klappen oder Ringklappen? Die Leihflöte hat geschlossene Klappen, ich weiß also nicht, wie es sich mit Ringklappen spielt. Ich weiß, dass die Meinungen darüber auseinandergehen. Die einen sagen, dass Ringklappen nur sehr fortgeschrittene Spieler brauchen. Andere sagen, dass Ringklappen schon für Anfänger gut sind, weil man da exakt greifen muss. Manche sind sogar der Meinung, Klang und Spielgefühl seien insgesamt besser.
Ich bin mir unsicher, ob ich Ringklappen "brauche". Da es eine Flöte "für immer" sein soll, möchte ich aber auch nicht bestimmte Spieltechniken von vornherein ausschließen, nur weil ich sie im Moment noch nicht spielen kann. Ein anderer Punkt ist, dass ich keine langen Finger habe und ab und an lese, dass die Hände für Ringklappen auch zu klein sein können. Ich möchte nicht eine Flöte mit Ringklappen kaufen und nachher habe ich doch dauerhaft Stöpsel drin.
Wie sind also in Punkto Klappen eure Erfahrungen für Anfänger, aber auch perspektivisch?
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von Anzeige » 07.10.2023, 10:11

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Re: Flötenkauf

Beitragvon Steffi56 » 07.10.2023, 14:06

Nachtrag:

Ich habe eine Beobachtung gemacht, die vielleicht Einfluss auf die Frage mit den Ringklappen hat. Und zwar übe ich gerade ein Stück mit der Griffverbindung e1-cis1 (für mich als Anfänger durchaus anspruchsvoll). Jedesmal, wenn ich mit dem kleinen Finger von der Dis-Klappe nach rechts rutsche, wandert unwillkürlich der Mittelfinger ein Stück mit nach rechts (bei e1-c1 ist das im Grunde noch ausgeprägter, weil der Weg für den kleinen Finger "weiter" ist). Bei den geschlossenen Klappen ist das nicht so schlimm, weil der Mittelfinger die Klappe ja trotzdem noch gedrückt hält. Bei einer Ringklappe würde der Mittelfinger das Loch aber öffnen.

Ich halte es tatsächlich für möglich, dass das ein anatomisches Problem ist, denn mein kleiner Finger ist objektiv zu kurz geraten. Dann könnte ich diesen Fehler nicht verbessern. Und Ringklappen wären dann nichts.
Natürlich kann es auch an der Fingerbeweglichkeit oder an der (falschen) Handhaltung liegen.

Wenn ich die Finger der rechten Hand festhalte, geht es zwar, aber nur sehr verkrampft. V. a. der Daumen hält die Flöte dann übertrieben fest.

Kennt jemand vielleicht dieses Problem (z. B. jemand, der unterrichtet). Und wie löst ihr es?
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Re: Flötenkauf

Beitragvon Altepic » 07.10.2023, 23:12

Hallo Steffi,

... die RICHTIGE Flöte kaufen ist ungefähr so wie bei Harry Potter den richtigen Zauberstab zu finden!!!!
Ich empfehle Dir, Dich nicht auf eine oder zwei Marken festzulegen. Vor allem nicht, wenn Du etwas mehr Geld bereit bist zu investieren. Da gibt es noch einige weitere gute Marken!
Die beste Beratung bekommst Du bei Flutissimo in St. Augustin. (nein - ich habe da noch keine Flöte gekauft und kenne die nicht persönlich)
Das Verkaufs- und Beratungskonzept stimmt aber. ... und sie haben wohl in ganz D Berater, die mit einer Flötenauswahl Deiner Preisklasse zu Dir kommen. Sie versuchen auch nicht Dir eine Flöte über Deinem Limit zu verkaufen. So lese ich es jedenfalls immer wieder. Hier im Forum haben auch schon einige über die Firma berichtet.

Geschlossene oder offene Klappen - Für mich ganz klar - offene!!!!! Auch bei der Anfängerflöte.
Du kannst anfangs die Stöpsel drinlassen und dann irgendwann mal ausprobieren, nach und nach einige raus zu nehmen. Bei kleiner Hand müssen ja nicht alle raus.
Die Ringklappen sind i.d.R nicht teurer als geschlossene Klappen.
Powell bietet Stöpsel mit Silberdeckel (ca. 50,- €) da sieht man keinen Unterschied zu geschlossenen Klappen und man fühlt auch keinen in den Fingern.

Thema selber beibringen......
Ja, es gibt einige wenige, die ein Instrument im Selbststudium lernen könnnen und damit wirklich erfolgreich sind.
Als Anfänger kannst Du Dir auch viel Falsches aneignen, was vordergründig funktioniert. Dir aber später Probleme bereitet und dann viel schwerer zu ändern ist.

Such Dir einen Lehrer/in- und wenn Du nur alle zwei Wochen ne Stunde mit 45 Min. machst. (das geht privat, nicht über Musikschule)
Ich nehme nach 49 Jahren Querflöte auch immer noch eine Std pro Monat. Das gibt mir wertvolle Tips und Anregungen und immer wieder auch technische Korrekturen.

Viel Spaß beim Flötenkauf!

Liebe Grüße
Altepic
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Re: Flötenkauf

Beitragvon Altepic » 07.10.2023, 23:27

Nachtrag...
Wenn Du Richtung Niederlande wohnst... Adams Musik - hat eine riesige Auswahl an Flöten und ist einer der größten Flötenhändler.
Ja... die haben die Masterclass in Luxembourg mit gesponsert (war da Teilehmer). Hab viel gelernt!!!!
Hab aber auch dort noch keine Flöte gekauft :D
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Re: Flötenkauf

Beitragvon Steffi56 » 08.10.2023, 14:58

Vielen Dank für deine Antwort!

Ich wohne in Bayern. Über Flutissimo habe ich schon gelesen und auch auf die Website geschaut. Da müsste ich mal gucken,ob es irgendeine Möglichkeit gibt.

Ehrlich gesagt bin ich etwas unsicher, weil ich niemand Fachkundigen habe, der mich begleiten kann. Wenn ich dann ein bisschen aufgeregt bin, kommt evtl. nichts Gescheites raus. Und ich kann dann nicht unterscheiden, ob das jetzt an meinem Unvermögen liegt oder daran, dass die Flöte nicht zu mir passt.

Mein Budget liegt bei höchstens 2000 Euro. Höherklassiger würde ich einfach nicht für sinnvoll halten, weil ich ja noch gar nicht weiß, wohin es geht. Profi werde ich wohl nicht mehr. Und eine hochklassige Flöte, mit der ich (noch) nicht umgehen kann, würde mir auch nichts bringen. In dem Preissegment erschienen mir die zwei genannten Modelle am besten. Welche vergleichbaren Flöten gäbe es noch?

Zum Thema Unterricht:
Mein Sohn ist im Musikverein, und der Leiter unterrichtet auch Querflöte. Da frage ich mal wegen ein paar Stunden. Aber vielleicht auch erst, wenn ich mal wirklich nicht weiterkomme. Was ich im Musikverein immer bewundernd feststelle, schon bei den Jüngsten im Anfängerorchester: Die setzen so locker ein. Da denke ich mir, Melodie, Fingersatz, kein Problem, könnte ich auch, aber spontan einsetzen, das kann ich nicht. Wenn ich neu ansetze, muss ich mich jedesmal erst einmal wieder einrichten - Haltung, Finger, Mund ... Wenn's schnell gehen muss, kommt gar nichts. Diese Sicherheit und Stabilität könnte mir evtl. nur Unterricht geben.
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Re: Flötenkauf

Beitragvon tityre » 08.10.2023, 20:13

Steffi56 hat geschrieben:Ehrlich gesagt bin ich etwas unsicher, weil ich niemand Fachkundigen habe, der mich begleiten kann. Wenn ich dann ein bisschen aufgeregt bin, kommt evtl. nichts Gescheites raus. Und ich kann dann nicht unterscheiden, ob das jetzt an meinem Unvermögen liegt oder daran, dass die Flöte nicht zu mir passt.


Ich würde definitiv erst ein paar Stunden nehmen, bevor du eine Flöte kaufst. Du hast sonst einfach keine Grundlage, um zu testen und den Ton und die Flöte zu beurteilen.
Wenn Du eine Flöte bei Flutissimo kaufst, ist es allerdings nicht schlimm, wenn Du niemanden dabei hast - die beraten dich und geben Dir Tipps und suchen mit Dir zusammen die Flöte aus, die 100prozentig zu Dir passt. Da kann nichts schief gehen und ich kenne wirklich absolut niemanden, der sich da unwohl gefühlt hast. Ich glaube, auch Deine Nervosität wird sich da ganz schnell legen.

Eventuell ist auch eine gebrauchte und generalüberholte Flöte etwas für Dich. Da bekommst du für Dein Budget u.U. etwas besseres.

Bis dahin würde ich eine Liste anlegen und dort alles aufschreiben, was Dir auf Deiner jetzigen Flöte schwer fällt. Du kannst auch Notenbeispiele hinzufügen, die Dir nicht gelingen oder spezielle Tonverbindungen, die problematisch sind. Die arbeitest Du dann einfach ab, wenn Du da bist.
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Re: Flötenkauf

Beitragvon Steffi56 » 08.10.2023, 22:32

Ja, ich werde nichts überstürzen. Der Tipp mit der Liste ist super, das mache ich auf jeden Fall.

Danke für den Hinweis zu Gebrauchtflöten. Ich habe zwar schon mal kurz daran gedacht, wusste aber nicht, wo man gute Gebrauchtflöten erhält. Von Privat möchte ich nicht kaufen, da weiß ich nicht, was man alles an der Flöte machen muss. Inzwischen habe ich aber gesehen, dass verschiedene Händler auch generalüberholte Querflöten anbieten. Mit Service: Rückgaberecht / Möglichkeit zum Testen, Reparaturwerkstatt, Garantie etc. Auf die Schnelle war noch nichts dabei, was in meine Kategorie fallen würde, aber ich verfolge das weiter!
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Re: Flötenkauf

Beitragvon tityre » 09.10.2023, 17:22

Auch bei Flutissimo gibt es zuweilen Gebrauchtflöten. Würde ich bei denen ohne Bedenken kaufen. Meine alte Muramatsu ist auch da verkauft worden und die war noch super.
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Re: Flötenkauf

Beitragvon tityre » 10.10.2023, 20:16

Ich hab jetzt noch mal alles durchgelesen und mir kam noch was in den Sinn.

Offen oder geschlossen:
ich persönlich liebe das Spielgefühl mit offenen Klappen, aber wirklich brauchen tut man die super, super selten; bei normalem klassischen Repertoire nie. Im Orchester habe ich diese speziellen Techniken noch niemals gebraucht. Es gibt auch immer noch Profis, die mit geschlossenen Klappen spielen. Ich glaube nicht, dass Du Dir etwas verbaust, wenn Du geschlossene Klappen nimmst. Gerade, wenn du kleine Hände hast, kann das durchaus eine Option sein. Lediglich bei einem Weiterverkauf könnten offene Klappen einen gewissen Vorteil bringen, weil die heutzutage eben Standard sind.

Azumi oder Yamaha: meiner Erfahrung nach, gibt es Ansatztypen, die besser auf Azumi und andere, die besser mit Yamaha klar kommen. Für mich war die Azumi eine Flöte, die es einem unheimlich leicht macht, einen schönen Ton zu produzieren. Der Mehrpreis könnte sich also durchaus lohnen. Mittlerweile könnte es die auch gebraucht geben. Letztendlich musst Du aber einfach mal ein paar verschiedene Flöten ausprobieren. Dann wirst Du sehen, was Dir mehr liegt.

Worauf ich mich, besonders als Späteinsteigerin, nicht einlassen würde, ist eine Flöte, die jetzt noch schwer zu spielen ist, sich aber später, wenn Du mehr kannst, angeblich grandios entwickelt. Du spielst jetzt und Du willst Freude daran haben, also nimm eine, die Dir entgegen kommt und Dir das Lernen erleichtert. Das mögen andere anders sehen, aber ich will kein Instrument, mit dem ich kämpfen muss.
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Re: Flötenkauf

Beitragvon Steffi56 » 12.12.2023, 19:50

Hallo zusammen,

ich bin nun einen anderen Weg gegangen: Ich habe mir noch keine Flöte gekauft, sondern ein "Upgrade" meiner Mietflöte vorgenommen. Ich habe jetzt eine Yamaha 372 mit Ringklappen als Leihinstrument. Vorteil gegenüber der bisherigen Flöte ist, dass ich sie auch kaufen kann, falls sie mir zusagt.

Bisher bin ich super zufrieden. Der Klang ist erkennbar besser im Vergleich zur No-Name-Flöte. Wenn ich den Ansatz nicht gut treffe, merkt man das zwar sofort. Aber ich finde gerade gut, dass die "Rückmeldung" da so eindeutig ist, dann weiß ich, dass ich korrigieren muss. Ähnlich ist es mit den Ringklappen. Ich habe beim rechten Mittelfinger einen Stöpsel drin, weil mir der Finger bei schwierigeren Griffkombinationen zur Seite rutscht, wie ich oben schon mal geschrieben habe. Alle anderen Löcher kann ich abdecken.

Ich habe auch das Gefühl, dass weniger Luft verloren geht und ich daher weniger Luft brauche. Vor allem die tiefe Lage spricht leichter und schöner an.

Allerdings: Mit dem Überblasen tu ich mir schwer. Da habe ich oft Doppeltöne. Wenn ich das verhindern will, kommt der Ton gepresst oder mit viel Luft.

Kann mir jemand dazu evtl. Tipps geben, speziell mit Erfahrung auf der Yamaha 372?

Vielen Dank!
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