Liebe Christina,
es ist sicherlich gerade beim Flötenspielen immer in hohem Maße vom Spieler abhängig, wie er auf seinem Instrument intoniert, da hast Du völlig recht.
Hilfsgriffe zu verwenden ist ganz bestimmt legitim und man sollte sie auch kennen und üben, um sie bei Bedarf anwenden zu können. Trotzdem bin ich der Meinung, dass man sich immer darüber im klaren sein muss, dass jeder Hilfsgriff sich auf die Intonation auswirkt. Ich habe zu Hause ein Buch mit dem Titel "Grifflexikon für die Böhmflöte" von B. Schaeffer. In diesem sind Hunderte von Hilfsgriffen aufgelistet und es findet sich auch immer der Hinweis dazu, ob der Griff den Ton nach oben oder nach unten verändert. Wie stark die Schwankung ist, ist ganz sicher individuell, aber sie ist schlichtweg vorhanden und man muss abwägen, ob man das Egebnis in Kauf nehmen möchte oder nicht. Manchmal geht es auch gar nicht, weil im Zusammenspiel die Abweichung zu deutlich wird. Speziell beim Fis würde ich mich aber anmasi anschließen; auch meine Lehrerin, die ebenfalls Berufsflötistin ist und als Soloflötistin im Sinfonieorchester spielt, gestattet den Griff mit dem 3. Finger nur im alleralleralleräußersten Notfall

. Dabei ist sie eine der ersten, die andere und für sie neue Sachen rsp. Griffe sofort ausprobiert und auch übernimmt, wenn sie davon überzeugt ist.
Im übrigen muss - streng genommen - auf der Flöte jeder Ton korrigiert werden. Es gibt dazu von Gustav Scheck eine Tabelle, in der für jeden Ton dessen Tendenz aufgelistet ist. In den allermeisten Fällen macht man das aber schon ganz unbewußt, weil man es so lernt. Ich wollte damit nur sagen, dass die Flöte in punkto Intonation eines der schwierigsten Instrumente ist.
Viele Grüße
von der
Alten Tröte