NEL-E und Intonation




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Moderator: Muri

NEL-E und Intonation

Beitragvon Thore123 » 08.06.2020, 19:48

Hallo Zusammen,
Ich habe jetzt schon seit einer ganzen Weile Probleme mit dem hohen E. Ansprachetechnisch ist es mittlerweile kein Problem mehr, aber die Intonation ist absolut immer viel zu hoch. Wenn das E passen soll, müsste ich zum "Runterziehen" des Kiefers die Flöte so weit nach innen drehen, dass das E im Endeffekt gar nicht mehr kommt. Alle anderen Töne passen dagegen meistens ganz gut. Könnte das vielleicht daran liegen, dass das NEL-E das Tonloch, in welchem es drin sitzt, so verkleinert, dass auch die Intonation darunter leidet? Ich bin mir relativ unschlüssig darüber und eine andere Erklärung kann ich dafür nicht finden. Das E"' ist zwar ein kritischer Ton, aber es sollte, wenn es normal (also ohne großartige Korrektur) angespielt wird, beim Stimmgerät nicht ganz rechts auf dem Bildschirm angezeigt werden :|
Vielleicht kann mir hier ja einer weiterhelfen.

Gruß
Thore
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Re: NEL-E und Intonation

Beitragvon Sheepy_Hollow » 08.06.2020, 20:21

Hey Thore,

um die hohe Lage tiefer zu spielen mache ich folgendes:

- Hals, Mund, Lunge so groß und weit wie möglich machen (wie beim Gähnen)
- ETWAS größerer Zwerchfelldruck (außer dann eben beim E). Damit werden alle Töne höher und du kannst Druck rausnehmen um das E oder das FIS nicht zu hoch zu spielen
- Den kleinen Finger rechts weglassen. Das mache ich immer, damit das E besser anspricht und tiefer ist. Ob das funktioniert hängt von vielen inneren und äußeren Faktoren ab (deine Spieltechnik und dein Instrument z. B.)
- NICHT zu weit eindrehen! Damit geht die Intonation der Gesamten Flöte flöten...
- Zu 100 % sicher stellen, dass du alle offenen Klappen abdeckst (also die die du eh drücken musst: A, F, E)
- Lass deine LehrerIn das E spielen. Wenn ich "Komplexe" mit meiner Flöte habe, dann gebe ich sie ihr und voila; bei ihr funktioniert alles. Das bestärkt mich im Glauben, dass die Flöte doch nicht crappy ist :lol:

Das NEL sollte den Ton E nicht höher machen. Ich hatte ein NEL von Powell eingebaut. Allerdings war diese sichelförmig und nicht ringförmig.

LG

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Re: NEL-E und Intonation

Beitragvon Thore123 » 08.06.2020, 20:39

Hallo Sheepy,
Danke für die schnelle Antwort :D Das probiere ich definitiv morgen mal aus.
Das mit den offenen Klappen ist nicht so das Problem, weil ich ja, bis auf die Zeit mit meiner alten Flöte, immer die Löcher verschließen musste (Auch bei den Spielmannsflöten).
Wenn ich den kleinen Finger weglasse sinkt zwar die Intonation, aber die Ansprache von unten und direkt wird erschwert, vom A"' zum E"' hingegen klappt das super.
Vielleicht sollte ich das aber einfach mal vermehrt üben, wenn nichts anderes funktioniert :lol:
Wie gesagt, probiere ich morgen alles mal aus :D
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Re: NEL-E und Intonation

Beitragvon Altepic » 08.06.2020, 23:23

Hallo Thore,

also an der Flöte liegt's wohl eher nicht.
Habe bei meiner Powell auch die NEL anstelle der E-Mechanik.
Ich hab' gerade mal selber probiert.
Meine Empfehlung- ...üben, üben, üben.
Wenn ich die Lippen beim E stärker anspanne, geht der Ton gewaltig nach oben!

Also - probier erstmal das e als Oberton zu spielen
d.h. a greifen, überblasen auf a'' und weiter überblasen auf die Quinte = e'''. (d.h. höhere Lippenspannung) - der ist i.d.R zu tief
Natürlich mit Zwerchfellstütze...
dann auf den regulären e-Griff wechseln.
und versuchen, das e''' mit möglichst wenig lippenspannung zu spielen.
Dann sollte allmählich die Intonation stimmen.

Stell Dir dabei auch vor, dass das e''' für uns Flötisten gar kein so hoher Ton ist.
Ab b''' bis d'''' wird's mit der LIppenspannung viel spannender!

Viel Erfolg
Altepic
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Re: NEL-E und Intonation

Beitragvon Altepic » 08.06.2020, 23:49

Noch ein Tipp,

ich empfehle Schülern gerne die Töne mal zu Rühren wie eine Teigmaschine...
d.h. einen Ton spielen und dabei die Lippenspannung immer stark verändern, die Flöte rein und raus drehen....

dabei hören, wie der Ton sich verändert, wann er bricht, etc.
damit bekommt man auch das Gefühl für die richtige Lippenspannung.
Rühren heißt - auch unsaubere Töne ausprobieren!
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Re: NEL-E und Intonation

Beitragvon Thore123 » 09.06.2020, 00:58

Hallo Altepic,
Genau das mache ich jedesmal, nachdem ich mich warm gespielt habe :lol: Und das auch schon seit einigen Wochen, aber leider bringt das nicht so wirklich den Fortschritt, den ich mir dann doch erhofft hatte.
Auf der Geige ist Intonation doch einfacher :roll:
Naja Übung macht den Meister und vielleicht wird's ja auch besser, wenn demnächst die Zahnspange raus ist. Da hab ich dann nochmal mehr Platz und Flexibilität im Mund-/Kieferbereich.

Gruß
Thore
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Re: NEL-E und Intonation

Beitragvon Altepic » 09.06.2020, 11:25

Sorry, mit Zahnspange ist das was ganz anderes.

Empfehlung von meinem Flötenlehrer - Ansprüche runterschrauben, Geduld haben, nicht aufgeben!!!!

Mein Flötenschüler bekam letztes Jahr mit Zahnspange keine tiefen Töne mehr raus. Die konnte er vorher recht gut spielen.
Nur Luft - war wirklich frustrierend.
Inzwischen geht's wieder echt gut
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Re: NEL-E und Intonation

Beitragvon Sheepy_Hollow » 09.06.2020, 12:02

Thore123 hat geschrieben:Naja Übung macht den Meister und vielleicht wird's ja auch besser, wenn demnächst die Zahnspange raus ist. Da hab ich dann nochmal mehr Platz und Flexibilität im Mund-/Kieferbereich.


Ich möchte dich ganz vorsichtig vorwarnen: Nach dem Entfernen der Zahnspange ist erstmal ALLES schlechter als vorher. Das liegt nicht an dir oder an deinem Instrument. Das ganze gibt sich recht flott wieder. Es sollten ein paar wenige Wochen reichen. Du kannst es vergleichen mit dem Tag, an dem du zum ersten mal deine Flöte mit Zahnspange gespielt hast. Lass dich also nicht entmutigen; du kannst die Tatsache nämlich nicht ändern, dass du eine Zahnspange hast/hattest, sondern nur, dass es danach langsam wieder besser wird :wink:

GLG

Sheepy

PS: Man der Tag, an dem ich meine Spange losgeworden bin war grandios :D .
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Re: NEL-E und Intonation

Beitragvon Thore123 » 09.06.2020, 13:54

Da hat meine Lehrerin mich auch schon vorgewarnt :lol:
Aber das ist mir egal, hab da so ein Gefühl, dass es danach besser geht :mrgreen: Und nach fast viereinhalb Jahren bin ich einfach nur froh, dass ich dieses Ding loswerde :roll:
Und es sind demnächst ja eh Ferien, heißt also, dass ich noch mehr üben kann, um die Umstellung so kurz wie möglich zu halten :wink:
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Re: NEL-E und Intonation

Beitragvon Thore123 » 11.06.2020, 14:43

Ich wollte mich einmal melden wie es jetzt aussieht.
Ich habe all eure Vorschläge mal ausprobiert, bin aber kein Freund von der Variante des E"' ohne die Dis-Klappe. Die Ansprache ist schwerer und klingen tut der auch nicht so gut, zumal die Auswirkung bei meiner Sankyo eher marginal ausfällt.
Ich habe gestern auch mal aus Jux auf meiner alten Pearl geübt, klang sogar im Gegensatz zu der Zeit als meine Flöte beim Flötenbauer war, echt gut, aber das E"' hat mit einem Minimum an Aufwand gepasst :shock:
Mag das vielleicht am Kopfstück liegen oder ist das allgemein ein Problem bei Sankyo?

Gruß
Thore
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Re: NEL-E und Intonation

Beitragvon Altepic » 16.06.2020, 00:04

Hallo Thore,

Jede Flöte ist anders und hat dann Vor- und Nachteile.
Mein Lehrer hat mir mal einen spezialgriff an einer Stelle empfohlen.
Der ging auf seiner Flöte - bei mir nicht. Haben's auf beiden Flöten ausprobiert.
Das könnte an der E-Mechanik oder NEL liegen.
Sankyo baut doch eigentlich gute Querflöten.

LG Altepic
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Re: NEL-E und Intonation

Beitragvon Thore123 » 16.06.2020, 17:29

Hallo Altepic.
Meine Flöte ist auch ein top Instrument, so ist es nicht, aber wir müssen sehr viel kämpfen :lol:
Ich hab jetzt auch nochmal ein bisschen probiert und auch den "Hilfsgriff" (Irgendwie kann das nicht so genannt werden, aber egal) für das E"' vermehrt geübt. Technisch finde ich den schwierig, aber mittlerweile ist der Griff für die Intonation doch besser, nicht immer, aber meistens. Also bedanke ich mich nochmal ganz herzlich für den und auch die anderen Tips :D
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