Zungenstoß - wo genau?




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Zungenstoß - wo genau?

Beitragvon MoMi » 02.04.2019, 11:03

Hallo zusammen,

ich hätte da mal eine Anfängerfrage:
Wo genau sollte sich die Zungenspitze befinden, wenn man einen Ton anstößt? Am Übergang vom Zahn zum Gaumen oder eher an der Zahnspitze bzw. Oberlippe?

Lieben Dank für eure Tipps. Ich bin derzeit etwas verunsichert, weil meine "neue" Lehrerin meine derzeitige Technik ändern möchte.

Viele Grüße MoMi
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von Anzeige » 02.04.2019, 11:03

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Re: Zungenstoß - wo genau?

Beitragvon tityre » 02.04.2019, 12:12

Das kann man so pauschal nicht sagen, denn es gibt alles mögliche. Vorne zwischen den Lippen, an der Grenze zwischen Zähnen und Gaumen und auch etwas weiter hinten. Allerdings kann man den Ton auch komplett ohne Zunge beginnen lassen und das sind noch nicht alle Möglichkeiten.
Die Variante "an der Grenze zwischen Zähnen und Gaumen" wird sicher am häufigsten verwendet, aber es kommt darauf an, welchen Charakter der Tonbeginn haben soll.

Wie machst Du es denn bisher und was sollst Du ändern?
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Re: Zungenstoß - wo genau?

Beitragvon Sheepy_Hollow » 02.04.2019, 13:20

Hi MoMi,
hi tityre,

1. handelt es sich nicht um einen ZungenSTOSS, sondern um Artikulation. Dieses Umdenken solltest du zuerst machen, denn "Stoß" verbindet man mit einer Vorwärtskraft und einem harten "T" etc. Die Zunge öffnet allerdings nur ganz gezielt den Luftfluss zur Mundlochkante, damit der Ton ganz sauber beginnt. Es ist also ein smoothes Zurückschnellen der Zunge(nspitze).

Ich möchte noch einwerfen, dass auch jede Flöte(nmarke) eine variierte Artikulation erfordert, um den Ton eben sauber zu beginnen. Bei meiner Burkart muss ich mit der Zunge so wenig - und so locker - wie möglich tun und das etwas weiter Richtung Gaumen, außer ich spiele den französischen "Zungenstoß". Den wirst du aber wahrscheinlich jetzt am Anfang noch nicht lernen. Joanna zeigt in ihren Flötenreviews sehr deutlich, dass die Flöten individuell gespielt werden möchten: https://www.youtube.com/watch?v=o0Z8qy8 ... 9Le0QKMOGR

Hier mal ein Tipp aus meiner Erfahrungskiste: Im Zeitalter der Internetrecherche versucht man jede Info, die man bekommt, im Internet bestätigt zu bekommen. Beim Querflötenunterricht sollte man aber versuchen, sich bei allem gesunden Menschenverstand trotzdem auf den Lehrer einzulassen. Je größer das Vertrauen und die Bindung zu ihm, desto besser die Lernerfolge, weil man zum Ziel nicht so lange braucht. Ich würde also an deiner Stelle (@MoMi) einfach mal mitmachen und sehen, wie sich die Veränderung nach ein paar Monaten anfühlt. Oder du sprichst im Unterricht mit deinem Lehrer, dass es sich komisch anfühlt. Was mir hier auch noch geholfen hat ist, dass mir der Lehrer an MEINER Flöte vormacht, was er meint. Das hat den psychologischen Effekt, dass du weißt, dass es auf deiner Flöte definitiv geht :lol: .

Durch das Umstellen von Ansatz oder Zungenstoß oder Atmung lernt man zudem den Körper noch besser kennen und bekommt damit Fähigkeiten an die Hand, durch Ausprobieren auf das persönliche Ideal zu stoßen, da jeder eine ganz individuelle Anatomie hat. Diese Fähigkeiten brauchst du auch, wenn du mal wegen Job oder Krankheit etc ein paar Monate nicht spielen konntest und dir dann alles wieder selbst aneignen musst.

Also viel Spaß im Unterricht beim Artikulations-Experiment :wink:

LG

Sheepy

PS: Berichte uns doch mal nach einiger Zeit.
“Faux comme une flûte” est un proverbe musical dès longtemps établi. “Je connais quelque chose de plus faux qu’une flûte, disait Mozart. – C’est? – Deux flûtes.”
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Re: Zungenstoß - wo genau?

Beitragvon MoMi » 02.04.2019, 14:52

Vielen lieben Dank für eure Antworten.
Meine neue Lehrerin ist echt klasse. Ich habe in kurzer Zeit super viel gelernt und wir machen in den Stunden ganz viel Technik. Alles was ich bisher umgestellt habe (Ansatz, Atmung) hat dazu geführt, dass die Töne viel sauberer, klarer und kraftvoller kommen. Nur mit der neuen Artikulation komme ich eben nicht so richtig zurecht. .....aber ich bleibe mal dran und werde es testen. Vielleicht braucht es nur etwas mehr Zeit.
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Re: Zungenstoß - wo genau?

Beitragvon tityre » 02.04.2019, 19:17

Wie sieht denn die für Dich neue Artikulation aus und wie hast Du es bis jetzt gemacht?
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