Kondenskeil




Wie setzt man am besten an? Gibt es DEN Ansatz? Diskussionen, Antworten und Fragen!

Moderator: Muri

Kondenskeil

Beitragvon Muramatsu » 19.07.2014, 23:46

Hallo alle zusammen,

ich bin neu hier, also kurz ein bisschen etwas über mich. Ich bin 21 und studiere an einer deutschen Hochschule seit einigen Semestern Flöte (bin also kein absoluter Anfänger mehr =)).
Ich bin deshalb natürlich immer auf der Suche nach dem besten Klang mit dem minimalsten Aufwand und habe da auch am Ansatz viel herumprobiert (manchmal wohl auch zuviel, bis ich mich total verkopft habe).
Was mir jedoch noch etwas zu denken gibt: Laut Lehrbuch (und man sieht es auch bei fast allen Flötisten) sollte auf der Mundplatte ja in der Mitte dieser "Kondenskeil" sein, der möglichst lang sein sollte. Bei mir ist da jedoch gar nichts :shock: zumindest meistens.
Woran liegt das? An der Luftrichtung? Zu hoch, oder zu tief? Ganz falsch kann es ja auch nicht sein, da ich ja immerhin schon 12 Jahre lang damit zurecht komme (und mir darüber noch nie Gedanken gemacht habe). Aber ganz normal ist es so auf jeden Fall ja auch nicht, oder?

Vielleicht hat jemand ein paar Tipps. Ich teste gerade etwas den Anblaswinkel zu verändern und den Ton noch besser zu fokussieren, also die Lippenöffnung zu verkleinern. Bringt aber nur bedingt etwas.

Viele Grüße noch aus dem Übezimmer um diese Uhrzeit,
Muramatsu
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Re: Kondenskeil

Beitragvon Aspi » 20.07.2014, 11:32

Erst einmal Hallo und Willkommen im Forum.
Meiner laienhaften Meinung nach liegt der fehlende Kondenskeil nicht an Ansatz oder Blasrichtung. Wenn du Töne aus der Flöte rausbekommst, trifft der Blasstrom ja auf jeden Fall die Kante, bricht sich dort und es müsste sich ein Kondenskeil bilden, in welche Richtung auch immer.
Vielleicht hast du sehr trockenen Atem? Bei mir ist der Keil auch nicht immer gleich stark ausgebildet.
Was hast du für eine Flöte? Vielleicht haftet die Feuchtigkeit unterschiedlich auf verschiedenen Mundlochplatten.
Sind wie gesagt alles nur laienhafte Überlegungen.
LG Aspi
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Re: Kondenskeil

Beitragvon Altetröte » 20.07.2014, 11:59

Bei mir ist er auch kaum bis gar nicht zu sehen, nur wenn ich wirklich "blitzschnell" die Flöte absetze und nachsehe...
Ich würde mich da aber auch mehr auf das verlassen, was ich bzw. andere hören und ob es sich "richtig" anfühlt.
Zuviel Kopf ist beim Flöten kontraproduktiv, das kann ich Dir aus leidvoller Erfahrung bestätigen.Ich halte es es mehr
mit Goethes Faust:

Wenn ihr's nicht fühlt, ihr werdet's nicht erjagen,
Wenn es nicht aus der Seele dringt
Und mit urkräftigem Behagen
Die Herzen aller Hörer zwingt.
Sitzt ihr nur immer! leimt zusammen,
Braut ein Ragout von andrer Schmaus
Und blast die kümmerlichen Flammen
Aus eurem Aschenhäuschen 'raus!
Bewundrung von Kindern und Affen,
Wenn euch darnach der Gaumen steht –
Doch werdet ihr nie Herz zu Herzen schaffen,
Wenn es euch nicht von Herzen geht.

(also, ich vesuche es :wink: )

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Re: Kondenskeil

Beitragvon minuetto » 20.07.2014, 12:33

Bei mir ist der Keil auch nicht immer gleich zu sehen.
Lange dachte ich sogar, ich hätte gar keinen - bis ich mal die Flöte (damals war es noch die Mura Silber) etwas weniger "zerstreut" geputzt hab. Da sah ich den Keil als oxidierte Stelle (fand ich dann auch nicht so doll).
Sonst versuch ich auch, das Spielen nicht allzu kopflastig anzugehen (mit den Ohren kritisch hören, ja).
Weiterhin viel Freude und Erfolg - und geniesse das Nachtüben auf der Flöte (ein ganz wenig Neid auch wenn ich es Dir von Herzen gönne...).
Liebe Grüsse, Minuetto.
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Re: Kondenskeil

Beitragvon Muramatsu » 20.07.2014, 13:52

Hallo mal wieder aus dem Übezimmer

@ Aspi: Das dachte ich mir auch. So falsch kann es ja nicht sein, wenn ich bisher immer damit zurecht gekommen bin. Aber ich wundere mich schon etwas darüber. Vielleicht ist das mit dem Material gar keine so schlechte Überlegung. Ich muss morgen mal wieder meine Silberflöte auspacken. Ich bilde mir ein, dass da schon immer einer zu sehen war. Vielleicht ist das jetzt bei der Goldflöte einfach anders und man sieht dann bei mir eigentlich nur im piano in der 3. Oktave was.

@ Altetröte: Das mit dem "blitzschnell Absetzen"-Müssen umgehe ich mit einem Spiegel und da ist eben nur im piano in der 3. Oktave etwas zu sehen. Sonst sehr sehr selten. Und ich gebe dir (und Minuetto) auf jeden Fall recht, dass zu viel Kopf beim spielen selten gut ist. Man muss vieles auch einfach machen, nur ist das leider immer leichter gesagt als getan. Und ein schönes Zitat.

LG und weiter gehts mit chromatischen Tonleitern.
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Re: Kondenskeil

Beitragvon Xylophon » 21.07.2014, 01:48

Hallo Muramatsu,
jetzt muss ich auch was schreiben, obwohl ich mich mit Kondenskeilen überhaupt nicht auskenne und bei mir auch noch nie einen gesehen habe (aber auch nicht gesucht hab).
Gestern hatten wir abends Konzert, Termperatur ca. 30 Grad, open air.
Meine Flötenkollegin und ich kamen ins Kichern, da wir nach der Einspielprobe um 19 Uhr unsere Flöten putzen wollten und es war KEIN Kondenswasser drin, also nichts!
Also: vielleicht liegt es an deinem (trockenen? warmen?) Übungszimmer? Irgendwie also in der Umgebung begründet? Hast du es schon mal im Winter in einem kalten Raum probiert?
Oder: vielleicht ist die Wärmeleitung bei deiner Goldflöte irgendwie besser, so dass die Mundlochplatte wärmer ist als bei den meisten anderen Flöten. Dann würde dort nichts kondensieren, da die Platte ca. genauso warm wie dein Atem ist.
lg Xylophon
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Re: Kondenskeil

Beitragvon Altetröte » 21.07.2014, 10:26

Liebe Xylophon, Deine Theorie stimmt leider nicht. Ich habe ein Übezimmer unter dem Dach und die Hitze staut sich dort ganz nett :mrgreen: Eine Goldflöte habe ich auch und nachdem ich jetzt durch Muramatsus Thread verstärkt darauf geachtet habe, sehe ich auch den Kondenskeil (der übrigens nicht ganz lehrbuchmäßig aussieht :D , er ist - glaube ich zumindest - etwas zu kurz, obwohl es sich ganz gut anhört :roll: ) Und ich habe nach dem Spielen ordentlich Kondenswasser wegzuputzen :)
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Re: Kondenskeil

Beitragvon Muramatsu » 21.07.2014, 12:02

Hallo zusammen,
Erst mal vielen Dank für die vielen Antworten. Also an der Temperatur liegt es glaube ich nicht. Im piano sieht man ihn auch in den wirklich sehr warmen Übezimmern. Nur bei einem normalen mf und vor allem in der tiefen Lage nicht und ich glaube, dass ich da eines meiner Probleme erkennt habe. Nachdem ich jetzt eine Stunde lang nur die Ansprache im piano bis es4 geübt habe ist auch in der ersten Oktave ein Keil zu sehen, wobei er nicht so gut fokussiert ist wie oben. Ich denke, dass meine Lippenöffnung einfach ein klein bisschen zu groß ist und dann war es das mit dem gut fokussierten Keil. Wodurch jedoch die Länge des Keiles beeinflusst wird habe ich noch nicht erkannt. Vielleicht hat ja noch jemand eine Vermutung hierzu.

LG.
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Re: Kondenskeil

Beitragvon tityre » 21.07.2014, 14:47

Müsste die Länge des Keils nicht vom Anblaswinkel abhängen?
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Re: Kondenskeil

Beitragvon Altetröte » 22.07.2014, 10:10

tityre hat geschrieben:Müsste die Länge des Keils nicht vom Anblaswinkel abhängen?


Das würde erklären, warum "mein" Kondenskeil etwas kurz ist: ich blase oft sehr steil an, damit ich nicht zu hoch bin.
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