Warum kommen so viele Querflötenmarken aus Japan?




Alles was zum Thema Querflöte gehört, aber nirgendwo reinpasst

Moderator: Muri

Warum kommen so viele Querflötenmarken aus Japan?

Beitragvon furuto » 08.10.2009, 20:06

Huhu,

ich frag echt total viele Fragen :oops:
Nehmt es mir nicht übel, Leute. Ihr seid echt alle hilfsbereit und lieb!

Ist echt aufgefallen, dass viele Querflötenmarken aus Japan kommen? Es fängt ja schon bei Yamaha an...

Und die Profiflöten & zugleich Preisknaller... Miyazawa, Muramatsu, Sankyo...sind alles japanische Marken! Woran liegt das?

Es heisst nicht, dass alle in Japan produziert werden...aber die Marken an sich..sind alle japanisch =)
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von Anzeige » 08.10.2009, 20:06

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Re: Warum kommen so viele Querflötenmarken aus Japan?

Beitragvon Maggy » 08.10.2009, 20:19

hey furuto,

ich glaube die haben einfach zu viel Zeit ;) ne quatsch :mrgreen:
Das ist eigentlich ne gute frage aber ich denke mal das ist ja allgemein so, nicht nur bei den Flöten das die Japaner usw. so viel herstellen und so viele Gute Leute hervorbringen. Das ist bei denen bestimmt die Kultur die sind ja ziemlich bekannt dafür so ehrgeizig zu sein. Aber ich hab mir auch extra eine aus Deutschland geholt, weil ich dann zum Flötenbauer selbst hin kann und außerdem den unterstüzte damit. Finde das immer gut sein eigenes Land zu unterstützen. Aber war natürlich nicht der einzigste Grund! ^^ Jeder hat ja seine Marke die am besten passt.
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Re: Warum kommen so viele Querflötenmarken aus Japan?

Beitragvon doc » 09.10.2009, 11:06

Ist ja nicht nur bei Flöten so. Auch die Unterhaltungselektronik wurde(!) noch vor kurzem von Japan dominiert. Nun ist auch Korea als "Tigerstaat" dabei.

In Japan hat man wohl teilweise schon im 19. Jahrhundert, dann aber spätestens nach 1945 angefangen, europäische Instrumente zu bauen (Yanagisawa, Yamaha usw.).
Und wie das im Klischee so ist, wenn Japaner sich ein Handwerk vornehmen, so werden sie darin im Laufe von Generationen irgendwann richtig gut und richtig effizient, und dann wird das industriell und weltweites Exportgeschäft.
Bei Flöten und Saxophonen sehe ich dabei noch ein paar besondere, kulturelle, Aspekte: Bei Metallverarbeitung ist, und da hat sich das neuzeitliche Japan ja wohl richtig per Masterplan reingehängt. Außerdem sind die Instrumente ausgereift, und - angeblich - ist das Perfektionieren eines ausentwickelten Produktes wohl stark in japanischer Kultur verankert, als Kontrast dazu wäre das Neuentwickeln und Reformieren im Westen zu sehen. Was natürlich alles nur "cum grano salis" stimmt, aber solche kulturellen Schwerpunkte gibt es ja.
Bei der Flöte ist das vielleicht besonders ausgeprägt. Die verändert sich ja praktisch gar nicht mehr.

Am Anfang werden sie dabei oft belächelt ("Billigmist"), und nach einer gewissen Zeit lacht dann niemand mehr, weil er dann nicht mehr konkurrenzfähig ist. Und dann werden die Sachen auch noch richtig gut (Muramatsu).

Dabei sind (oder waren) die Produktionskosten in Japan halt so deutlich niedriger, daß japanische Musikinstrumente über Preis und Qualität am Ende konkurrenzlos waren bzw (noch) sind.

Aber Vorsicht: Taiwan hat bereits seine Hausaufgaben gemacht und erobert immer mehr Marktanteile, besonders bei Klarinetten und Saxophonen sind die schwer im Kommen. Festlandchina baut zwar immer noch tendenziell Schrott, aber auch die sind nur auf der Lernkurve noch nicht so weit vorne. Ist nur eine Frage der Zeit, wann die Aufholen. Das nächste Japan wird zweifellos auch bei Flöten Taiwan sein. Die müssen nur noch ein paar Jahrzehnte nachholen. Und noch ein paar Jahrzehnte später dann Festlandchina. Da bin ich absolut von überzeugt. Und dann ergeht es den japanischen Musikinstrumentschmieden nicht anders als den europäischen und amerikanischen im 20. Jahrhundert.
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Re: Warum kommen so viele Querflötenmarken aus Japan?

Beitragvon Altetröte » 09.10.2009, 12:22

Hallo doc,

Deinen Ausführungen ist im großen und ganzen nichts hinzuzufügen, außer vielleicht, dass die Schülerflöten - auch die höherwertigen - der gängigen Marken Pearl, Yamaha etc. bereits heute in Taiwan gefertigt werden und nur noch die hochwertigen handgearbeiteten Flöten in Japan selbst produziert werden. Dasselbe gilt zum Teil auch für die "günstigen" Modelle der amerikanischen Firma Powell, (habe ich mal irgendwo gelesen; man möge mich bitte nicht darauf festnageln, was Powell angeht :) ).

Liebe Grüße
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Zuletzt geändert von Altetröte am 12.10.2009, 11:02, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Warum kommen so viele Querflötenmarken aus Japan?

Beitragvon doc » 12.10.2009, 10:02

Das ist eine interessante Bestätigung für den Flötenbereich, Altetröte!
Genau so muß man das (wohl) machen, wenn man einen sehr langfristigen Entwicklungsplan verfolgt.
Denn so holt man sich das Know How ins Land.

Schritt 1: Man repariert frei als Werkstatt (groß)
Schritt 2: Dann macht man Lizenzservice und Import (größer)
Schritt 3: Vorfabrikation und Ganzfertigung für Firmen mit hohem Qualitätsstandard.
Schritt 4: Man positioniert sich selbst auf dem Markt, erst mit guten Kopien, und dann sogar stilbildend.

Das hat bei Yanagisawa mit den Saxophonen prima funktioniert (soweit ich weiß haben die ihre "Lehre" vor Unzeiten bei Selmer gemacht). Bei KHS läuft es so (Jupiter ist ja nur eine Handelsmarke für das taiwanesische Haus Kung Hsue She. Ich erinnere mich noch, wie sie in den 80ern "entdeckt" wurden ) :-)
Ich denke, daß man von der kleinen Firma, welche für Cannonball die Saxophone vorfertigt, auch noch einiges hören wird.

Für kleinere Firmen oder Werkstätten für extremste Qualitätsanforderungen oder sehr individuelle Wünsche zu entsprechenden Kosten wird immer ein Markt bleiben, wo das Know How einmal gesammelt wurde, ob in Europa, Japan oder den USA. Der Markt für Schülerinstrumente (preiswert, en Masse) wird aber dahin gehen, wo grade billig aber mit ausreichendem Know How gefertigt werden kann.
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Re: Warum kommen so viele Querflötenmarken aus Japan?

Beitragvon Altetröte » 12.10.2009, 11:02

Inzwischen kommen aber leider viele Querflöten auch aus China, ohne dass man den Hersteller erkennen kann; bei diese handelt es sich jedoch überwiegend um Schrott. Das sind die Flöten, die ab ca 80,-- Euro bei ebay eingestellt werden, da kann ich nur sagen: Finger weg!

Hier ist noch einmal ein Link zu Querflötenherstellern speziell Taiwan etc.:

http://www.floete.net/fa/online-artikel/fa2001-3_2a/

Das ist soweit ich weiß ein vierteiliger Artikelsatz, die anderen sind auf der Seite ebenfalls verlinkt. Ganz interessant, finde ich, wenn auch inzwischen einiges nicht mehr so ganz stimmt.

Hier ist noch ein Link speziell für die angesprochenen billigen China-Tröten:

http://www.klaus-dapper.de/artikel/soni ... _ebay4.pdf


Liebe Grüße
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Re: Warum kommen so viele Querflötenmarken aus Japan?

Beitragvon doc » 15.10.2009, 11:42

Tolle Links! Danke!
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Re: Warum kommen so viele Querflötenmarken aus Japan?

Beitragvon angelina » 29.11.2010, 22:37

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Re: Warum kommen so viele Querflötenmarken aus Japan?

Beitragvon Altetröte » 30.11.2010, 15:58

Liebe Angelina,

ich glaube, Du hast mich falsch verstanden: Ich habe nicht gesagt bzw. geschrieben, dass Pearl grundsätzlich in Taiwan fertigt, sondern ich schrieb von den Schülerflöten und die werden nicht in Japan gebaut . Deine Pearl Elegante war ja keine Schülerflöte im klassischen Sinn und mag deshalb in Japan hergestellt worden sein. Soweit ich weiß handelt es sich bei der Elegante um eine handgemachte Flöte, deshalb ist sie teurer als die maschinell produzierten, obwohl es keine Vollsilberflöte ist.

Ich habe übrigens auch nicht geschrieben, dass die Schülerflöten von Pearl deshalb schlecht sind, das sind sie ganz bestimmt nicht.
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